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Di, 14:49 Uhr
10.03.2015

Mit Klimawandel umzugehen lernen

Die Klimaveränderung hin zu höheren Temperaturen ist zumindest für die kommenden 100 Jahre unumkehrbar. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) unterstützt deshalb ab sofort die rund 2 000 kleinen und mittelgroßen Städte in Deutschland mit Stadtklimasimulationen zur effizienten Anpassung an den Klimawandel...


„Städte als Lebensraum sind besonders verwundbar gegenüber den Folgen des Klimawandels, da sie zum Beispiel in Deutschland Lebens- und Arbeitsmittelpunkt für mehr als 70 Prozent der Bevölkerung sind.

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Es geht deshalb darum, Schäden für die Bevölkerung und Infrastruktur durch den Klimawandel zu reduzieren oder zugespitzt formuliert: Leben zu retten.“ Das erklärt Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, bei der jährlichen Klima-Pressekonferenz des DWD in Berlin. Das neue kostenlose Online-Angebot des nationalen Wetterdienstes kann von Stadtplanern, Kommunalpolitikern aber auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Internet unter www.dwd.de/inkas genutzt werden.

Die Stellschrauben, mit denen die Klimaanpassung in der Stadtentwicklung erfolgreich umgesetzt werden kann, seien seit Langem bekannt. Dazu gehörten der Erhalt und Ausbau von Grün- und Wasserflächen, die Begrünung von Fassaden und Dächern und die Verwendung klimagerechter Baumaterialien. Wie sich das Drehen an den Schrauben auswirke und welchen Einfluss Bauvorhaben auf das Stadtklima haben, könne mit Klimamodellen gut simuliert werden.

Becker: „Das Problem ist aber, dass vor allem die Mittel- und Kleinstädte kaum über die notwendigen Klimauntersuchungen und Experten vor Ort verfügen. Hier wollen wir mit der Stadtklimasimulation INKAS Hilfe zur Selbsthilfe leisten.“ Die Datenbasis bilden derzeit mehr als tausend Stadtklimasimulationen des DWD für modellhafte Städte und Stadtquartiere. Die Simulation wird Schritt für Schritt zu einem umfassenden Beratungsinstrument ausgebaut.

Mit INKAS könnten für typische Bebauungsstrukturen wie Blockbebauung, eine mittelalterliche Altstadt oder eine Reihenhaussiedlung die Auswirkungen unterschiedlicher städtebaulicher Maßnahmen in wenigen Schritten analysiert und verglichen werden. Becker: „Unter dem Strich stellt INKAS dann dar, wie sich die Überwärmung in der Stadt mindern lässt. Wir wollen damit die Planer befähigen, die für ihre Stadt sinnvollsten Klimaanpassungsmaßnahmen zu identifizieren und zum Beispiel mit einer Kosten-Nutzen-Analyse zu verknüpfen.“

Der Trend zu einem wärmeren Klima ist ungebrochen

Die Bilanz 2014 des DWD unterstreiche die Dringlichkeit, sich auf den
Klimawandel einzustellen. Weltweit betrachtet war 2014 mit einer globalen Mitteltemperatur von 14,57 Grad Celsius (°C) das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. 14 der 15 global wärmsten Jahre fallen ins 21. Jahrhundert. Zugleich waren die drei vergangenen Jahrzehnte jeweils wärmer als alle vorangegangenen Dekaden seit 1850. Auch Deutschland konnte sich dem, das zeigen die Auswertungen des DWD, im vergangenen Jahr nicht entziehen.
Grafik (Foto: DWD)
Grafik (Foto: DWD)
Grafik (Foto: DWD)
Grafik (Foto: DWD)
Die Jahresmitteltemperatur 2014 erreichte hierzulande mit 10,3 °C einen Rekordwert und lag damit 2,1 Grad über dem vieljährigen Mittelwert von 8,2 °C der internationalen Referenzperiode 1961-1990. 2014 war zugleich 0,4 Grad wärmer als die bislang wärmsten Jahre 2000 und 2007. Ein solcher Sprung sei in den Ranglisten des DWD selten.

DWD-Klimaexperte Dr. Thomas Deutschländer: „Die vergangenen Jahrzehnte zeigen, dass der Trend zu einem wärmeren Klima nicht nur global, sondern auch in Deutschland ungebrochen ist.“ So seien mittlerweile sieben der zehn wärmsten Jahre hierzulande seit dem Jahr 2000 aufgetreten. Bis auf 2013 gehörten alle bisherigen Jahre dieses Jahrtausends zu den Top 30 der bis 1881 zurückreichenden Temperaturrangliste des DWD. Das hinterlasse auch deutliche Spuren in der nationalen Klimastatistik: So liege die Mitteltemperatur des auf die Referenzperiode 1961-1990 folgenden Zeitraums 1991-2014 inzwischen statt bei 8,2 °C schon bei 9,1°C. Insgesamt ist es seit 1881 in Deutschland um 1,3 Grad wärmer geworden.

Viele andauernd warme Perioden seit dem Jahr 2000 in Deutschland Der DWD hat die Klimastatistik aber erstmals auch aus einer anderen Perspektive ausgewertet. Statt starr Kalenderjahre zu betrachten, wurden Witterungsperioden herausgefiltert, in denen unabhängig vom Anfangs- und Endzeitpunkt mindestens 12 aufeinanderfolgende Monate mit maximal einem Monat Unterbrechung zu warm oder zu kalt waren.

Das Ergebnis sei eindeutig: Es gebe in Deutschland eine Häufung warmer Phasen in der zweiten Hälfte des von 1881 bis heute reichenden Beobachtungszeitraums. Das gilt vor allem seit dem Jahrtausendwechsel. Während in der ersten Hälfte der Zeitreihe lediglich Mitte der 1930er Jahre ein anhaltend zu warmer Witterungsabschnitt registriert wurde, traten solche Episoden seitdem insgesamt elf Mal auf - davon sieben Ereignisse allein seit dem Jahr 2000.

Zu kalte Witterungsperioden gab es überhaupt nur zwei Mal und nur bis etwa 1910. Deutschländer: „Nur wer deutlich älter als 100 Jahre ist, hat solche länger andauernden zu kalten Perioden in Deutschland noch erlebt.“

Dieser neue Blick auf die Klimadaten sei ein zusätzlicher eindrucksvoller Beleg, dass es in Deutschland wärmer wird. Deutschländer: „Der Blick in die Vergangenheit ist zugleich eine starke Bekräftigung unserer Erwartung, dass künftig mit der weiteren Erderwärmung warme Witterungsabschnitte noch häufiger auftreten werden.
Autor: red

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Kommentare
Demokrit
10.03.2015, 17:40 Uhr
Klimawandel einmal anders!
Klima der letzten 2000 jahre
http://www.uni-mainz.de/presse/52594.php
Klima der letzten 10000 Jahre
http://www.uni-heidelberg.de/presse/ruca/ruca07-3/klima.html
I.H.
10.03.2015, 18:42 Uhr
Wer verdient am "Klimawandel"?
Warmzeiten, Eiszeiten, Warmzeiten, Eiszeiten,.... gab es solange es die Erde gibt. Mit "Klimawandel" lässt sich momentan aber eine ganze Menge Geld verdienen.

Wer war zB verantwortlich für die mittelalterliche Warmzeit, in der Erik der Rote mit seinen Wikingern Grönland (Grünland) besiedelte? Heute in besten "Klimawandelzeiten"ohne Gewächshäuser und Gasheizung undenkbar! Wer war verantwortlich dafür, dass Eriks Nachfahren dreihundert Jahre später Grönland auf Grund einer Kaltzeit aufgeben mussten?

Wer hat vor vielen hundert Jahren bei uns die ganzen Flurbezeichnungen "Weinberg", "am Weinberg",... so benannt und etabliert? Es waren vermutlich ganz normale Menschen, die ihre Natur so gesehen haben wie sie war. Es waren keine Klimawandelleugner im heutigen Sinn.
alexa
10.03.2015, 22:18 Uhr
Kein Klimawandel im Landkreis Nordhausen? Die Welt der Glückseeligen.
Meine Vorkommentatoren haben Recht. Es gab immer Klimaschwankungen. Ja @Demokrit, tolle Links ... und Wow -0,3 C° Abweichung innerhalb von Tausend Jahren. .... Könnt Ihr eigentlich alle noch rechnen????

Wir reden hier über 2 C° innerhalb von mittlerweile 50 Jahren! Auch in Nordhausen. Begreift es bitte endlich. Und für die letzten Leugner, die es aufgrund Ihres zarten Alters noch nicht wissen können: Ich habe als Kind noch echte Winter erlebt .... dagegen waren die letzten zehn Jahre mit einer Ausnahme eine Lachnummer. Meine Enkel werden wahrscheinlich ungläubig mit den Achseln zucken.

Genießt noch die nächsten paar halbwegs schönen Jahre und glaubt das was Ihr glauben wollt .... bis es kracht. Ich persönlich versuche meine CO2-Bilanz zu drücken wo es geht. Kein Mensch muss permanent in den Urlaub fliegen, jeden Tag Fleisch essen und drei Smartphones haben. Macht kaum Mühe... und genausoviel Spaß.
MfG A.
NDH1977
11.03.2015, 10:49 Uhr
Wieso immer diese Angst
Ich verstehe immer die Menschen nicht die Angst vor einem Klimawandel haben. Den gab es schon immer und wird es immer geben. Wer sagt das dieses immer schlimm sein muss? Das Römische Optimum und die Mittelalterliche Warmzeit (es war wärmer als heute) waren Zeiten, wo sich der Mensch ausgebreitet hat, weil die Lebensbedingungen besser waren als in kalt Zeiten. Es gab auch schnelle wechsel von warm auf kalt und umgekehrt, was Bekanntlicher weise zu Völkerwanderungen führte. Die "Klimakatastrophe" wird nur von den Industriestaaten gemacht, es gibt damit die Möglichkeit eine menge Geld zu verdienen und die Wirtschaft zu steuern. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass wir eine saubere Lebensumgebung haben, alles andere müssen wir hinnehmen wie es die Natur vorgibt.
Demokrit
11.03.2015, 14:00 Uhr
CO Bilanz
@alexa
Dann wird ihnen dieser Link sicher nicht gefallen.
http://www.cerina.org/co2-2013
Ihre persönliche CO2-Bilanz ist irrelevant.
China , Indien usw lassen "todesmutig" ein Kohlekraftwerk nach dem anderen ans Netz.
Und ich glaube eben nicht alles, was man mir auftischt und überprüfe die Daten.
Peppone
11.03.2015, 15:08 Uhr
Ersatzreligion
Man muss dem Herrn des DWD zugute halten, dass er sich zu den Ursachen des Klimawandels gar nicht äußert. Leider wurde der Klimawandel in den letzten Jahren von Interessensverbänden in der Öffentlichkeit immer nur als Menschgemacht verkauft. Das ist zwar nicht richtig, vereinfacht aber die Erklärung oder stetige Erhöhung von Öko- und Umweltsteuern, von Dämmrichtlinien, Emissionsabgaben, CO2-Zertifikatehandel oder sonstigen Geldbeschaffungsformen.

Bei Tetzels katholischer Kirche konnten sich die Leute damals schon für Geld von ihren "Sünden" freikaufen. Das Geld landete allerdings nur in den Taschen einiger Weniger. Man nannte das damals Ablasshandel. Heute heißt es Klimawandel.
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