Di, 15:30 Uhr
31.03.2015
Jugendarbeitslosigkeit im Kreis halbiert
Zur Verkündung der Arbeitsmarktdaten für den März 2015 weilte heute der Agenturchef der Arbeitsagentur Nordhausen Karsten Froböse zu Besuch bei der Fa. Isoplus in Sondershausen...
Es ist Tradition das die Arbeitsagentur zur Verkündung der Arbeitsmarktdaten jeden Monat in einem anderen Unternehmen von Nordthüringen weilt. Heute war man beim Unternehmen Isoplus, einem bedeutenden Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, über den kn bereits oft berichtete und bekannt ist, für die Herstellung von isolierten Fernwärmerohren, die europaweit ausgeliefert werden.
Über die aktuellen Eckdaten der Arbeitsagentur, die Arbeitslosigkeit im Kyffhäuserkreis beträgt aktell nur noch 11,8 Prozent (so niedrig wie noch nie), hatte kn bereits berichtet (ARBEITSLOSIGKEIT GEHT ERNEUT ZURÜCK). Froböse verwies aber besonders auf die gute Entwicklung bei den Jugendlichen:
Hier hat sich die Jugendarbeitslosigkeit in den letzten Jahren halbiert. Das sei auf die im Kyffhäuserkreis enge Zusammenarbeit von Arbeitsagentur, Jobcenter, Jugendamt und Schulbehörden zurück zu führen, so Froböse. Es liegt aber auch an der gute Ausbildung in der Region. So wurde erst Isoplus im letzten Jahr von der IHK als vorbildlicher Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet.
Geschäftsführer Jörg Kauschat berichtete, dass aktuell in Sondershausen 21 Azubis in der Ausbildung sind, davon vier Neue. Trotzdem gab es einen "Wermutstropfen". Sowohl Kauschat als auch Froböse wünschten sich, dass mehr junge Damen den Weg der gewerblichen Ausbildung nehmen würden, und nicht nur in den Kaufmännischen Betrieben.
Bei uns in der metallverarbeitende Industrie ist die körperliche Belastung bei weitem nicht mehr so hoch, wie das sich im Volksmund so hält. Von den weiblichen Azubis sind drei im kaufmännischen Bereich und nur eine im gewerblichen Bereich in Ausbildung. Die Chancen für Jugendliche eine Ausbildung im gewerblichen Bereich zu bekommen sind im Norden Thüringens sehr hoch, denn es gibt mehr Stellen als Bewerber. Wir sind bereits eine Industrieregion, so Froböse weil bereits über 50 Prozent der Arbeitnehmer im gewerblichen Bereich beschäftigt sind.
Beim Gespräch waren Auszubildende dabei, die als Quereinsteiger sogar aus medizinischen Berufen kamen, und die besseren Bedingungen im verarbeitenden Gewerbe nutzen wollen. Schwerpunkt die Metall- und Elektroberufe.
Froböse räumte auch mit einem Vorurteil auf, die Arbeitslosigkeit sinke nur wegen der vielen Wegzüge aus der Region. Die Beschäftigungszahlen der sozialversicherungspflichtige Beschäftigten sind sogar gestiegen.
Froböse machte aber auf ein anderes Problem aufmerksam. in den nächsten 10 Jahren werden rund 4.700 Personen die älter als 55 jahre sind in Rente gehen. Hier wird sich ein Loch in den Beschäftigtenzahlen auftun. Hier muss unbedingt gegen gesteuert werden. Als Schwerpunkte nannte er:
Man muss den Jugendlichen noch besser vermittelt, dass sie hier in der Region eine gute Zukunft haben. Hier hängt das schlechte Image früherer Jahre noch immer in den Köpfen, so Froböse.
Das mit den Menschen zurückholen klappt auch teilweise schon recht gut. Kauschat bestätigte, dass im Unternehmen eine ganze Reihe Arbeitnehmer dem Westen wieder den Rücken gekehrt haben und zurück gekommen sind, wie jüngst er ein Schweißfacharbeiter aus Frankfurt am Main. Man darf nicht nur einseitig, nach dem Bruttogehalt schielen, so Froböse, sondern muss das verfügbare Einkommen sehen, weil in der Region die Kosten vielfach niedriger sind, als in vielen Ballungsgebieten. Bei Ausschreibung von Stellen durch Isoplus kämen oft sogar 50 bis 60 Prozent aus den alten Bundesländern.
Das Landratsamt Kyffhäuserkreis hat ja zur Zeit eine Imagekampagne, um Erwerbstätige wieder zurück in den Kyffhäuserkreis zu holen.
Beim Thema Qualifizierung gab es aber auch seitens von Kauschat Kritik an die Regierenden. Eine Woche Bildungsurlaub, wie jetzt in einem Gesetzentwurf steht, belastet die Unternehmen enorm.
Migranten willkommen heißen, dass sei das Gebot der Stunde, so Froböse bei deutschlandweit sinkenden Erwerbsfähigen müssen wird die Arbeitskräfte auf diesem Weg absichern, sagte er weiter.
Seitens Isoplus kam die Kritik am Gesetzgeber, dass die bürokratischen Hürden für Migranten aus Nicht-EU-Ländern einfach zu hoch sind, um sie einstellen zu können. Das träfe erst recht auf Flüchtlinge zu, wie ein Versuch zeigt, als nach einem Praktikum eine Einstellung angestrebt wurde.
Autor: khhEs ist Tradition das die Arbeitsagentur zur Verkündung der Arbeitsmarktdaten jeden Monat in einem anderen Unternehmen von Nordthüringen weilt. Heute war man beim Unternehmen Isoplus, einem bedeutenden Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, über den kn bereits oft berichtete und bekannt ist, für die Herstellung von isolierten Fernwärmerohren, die europaweit ausgeliefert werden.
Über die aktuellen Eckdaten der Arbeitsagentur, die Arbeitslosigkeit im Kyffhäuserkreis beträgt aktell nur noch 11,8 Prozent (so niedrig wie noch nie), hatte kn bereits berichtet (ARBEITSLOSIGKEIT GEHT ERNEUT ZURÜCK). Froböse verwies aber besonders auf die gute Entwicklung bei den Jugendlichen:
Hier hat sich die Jugendarbeitslosigkeit in den letzten Jahren halbiert. Das sei auf die im Kyffhäuserkreis enge Zusammenarbeit von Arbeitsagentur, Jobcenter, Jugendamt und Schulbehörden zurück zu führen, so Froböse. Es liegt aber auch an der gute Ausbildung in der Region. So wurde erst Isoplus im letzten Jahr von der IHK als vorbildlicher Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet.
Geschäftsführer Jörg Kauschat berichtete, dass aktuell in Sondershausen 21 Azubis in der Ausbildung sind, davon vier Neue. Trotzdem gab es einen "Wermutstropfen". Sowohl Kauschat als auch Froböse wünschten sich, dass mehr junge Damen den Weg der gewerblichen Ausbildung nehmen würden, und nicht nur in den Kaufmännischen Betrieben.
Bei uns in der metallverarbeitende Industrie ist die körperliche Belastung bei weitem nicht mehr so hoch, wie das sich im Volksmund so hält. Von den weiblichen Azubis sind drei im kaufmännischen Bereich und nur eine im gewerblichen Bereich in Ausbildung. Die Chancen für Jugendliche eine Ausbildung im gewerblichen Bereich zu bekommen sind im Norden Thüringens sehr hoch, denn es gibt mehr Stellen als Bewerber. Wir sind bereits eine Industrieregion, so Froböse weil bereits über 50 Prozent der Arbeitnehmer im gewerblichen Bereich beschäftigt sind.
Beim Gespräch waren Auszubildende dabei, die als Quereinsteiger sogar aus medizinischen Berufen kamen, und die besseren Bedingungen im verarbeitenden Gewerbe nutzen wollen. Schwerpunkt die Metall- und Elektroberufe.
Froböse räumte auch mit einem Vorurteil auf, die Arbeitslosigkeit sinke nur wegen der vielen Wegzüge aus der Region. Die Beschäftigungszahlen der sozialversicherungspflichtige Beschäftigten sind sogar gestiegen.
Froböse machte aber auf ein anderes Problem aufmerksam. in den nächsten 10 Jahren werden rund 4.700 Personen die älter als 55 jahre sind in Rente gehen. Hier wird sich ein Loch in den Beschäftigtenzahlen auftun. Hier muss unbedingt gegen gesteuert werden. Als Schwerpunkte nannte er:
Man muss den Jugendlichen noch besser vermittelt, dass sie hier in der Region eine gute Zukunft haben. Hier hängt das schlechte Image früherer Jahre noch immer in den Köpfen, so Froböse.
Das mit den Menschen zurückholen klappt auch teilweise schon recht gut. Kauschat bestätigte, dass im Unternehmen eine ganze Reihe Arbeitnehmer dem Westen wieder den Rücken gekehrt haben und zurück gekommen sind, wie jüngst er ein Schweißfacharbeiter aus Frankfurt am Main. Man darf nicht nur einseitig, nach dem Bruttogehalt schielen, so Froböse, sondern muss das verfügbare Einkommen sehen, weil in der Region die Kosten vielfach niedriger sind, als in vielen Ballungsgebieten. Bei Ausschreibung von Stellen durch Isoplus kämen oft sogar 50 bis 60 Prozent aus den alten Bundesländern.
Das Landratsamt Kyffhäuserkreis hat ja zur Zeit eine Imagekampagne, um Erwerbstätige wieder zurück in den Kyffhäuserkreis zu holen.
Beim Thema Qualifizierung gab es aber auch seitens von Kauschat Kritik an die Regierenden. Eine Woche Bildungsurlaub, wie jetzt in einem Gesetzentwurf steht, belastet die Unternehmen enorm.
Migranten willkommen heißen, dass sei das Gebot der Stunde, so Froböse bei deutschlandweit sinkenden Erwerbsfähigen müssen wird die Arbeitskräfte auf diesem Weg absichern, sagte er weiter.
Seitens Isoplus kam die Kritik am Gesetzgeber, dass die bürokratischen Hürden für Migranten aus Nicht-EU-Ländern einfach zu hoch sind, um sie einstellen zu können. Das träfe erst recht auf Flüchtlinge zu, wie ein Versuch zeigt, als nach einem Praktikum eine Einstellung angestrebt wurde.






