Do, 22:09 Uhr
07.05.2015
kn-Forum: Ein Waldspaziergang
An einem sehr schönen Tag Ende April beschloss ich, eine Wanderung von Bad Frankenhausen auf den Kyffhäuser zu unternehmen. Aber so richtig Freude wollte da nicht bei einem Leser aufkommen, wie er in kn schildert...
Mit großer Euphorie begann ich die Wanderung in Richtung Kyffhäuser. Meine Wanderlust wurde jedoch gleich am Waldrand Tilledaer Tor jäh getrübt.
Holzernte! Nach langer Zeit bin ich diesem Weg wieder einmal gegangen. Ich kannte ihn als einen schönen Wanderweg, doch jetzt ist das alles nur noch Erinnerung. Der Weg ist kaputt gefahren und an den Rändern stapeln sich die Baumstämme. Ohne Rücksicht auf die Tiere am Boden, die Pilzkulturen oder die vielen Waldblumen - wo doch im Kyffhäusergebirge seltene Orchideen wachsen – wird um des Profits Willen Raubbau an der Natur betrieben.
Im Naturschutzgebiet wird Holz eingeschlagen. Da, wo man keine Pflanzen entnehmen, Tiere nicht beunruhigen, Motoren von Geräten nicht betreiben darf. Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen?
Ein ausschreitender Schritt ist nicht so recht möglich. Ständig muß man Fahrgleisen ausweichen, welche durch die LKW´s und Holzerntemaschinen entstanden sind. Die starken Äste liegen kreuz und quer im Wald teilweise auf den Wegen.
Nach dem Passieren des Holzeinschlaggebietes hoffte ich, dass der Zustand der Wege sich verbessern würde. Aber nein, es waren fast alle mit Schotter befestigt, so dass man auch auf der Kyffhäuserstraße wandern könnte.
Auf dem Rückweg wurde ich im Bereich Schwarzer Weg – Weiße Küche umgeleitet, weil dort auch Bäume gefällt wurden. Der Weg, den ich nehmen musste, war so gut wie gar nicht passierbar, Baumstämme, Äste, nichts war geräumt. Vielleicht sollte man erst einen Weg räumen, ehe man einen anderen absperrt.
Das Problem ist sicherlich allen Verantwortlichen bestens bekannt ist. Immerhin handelt es sich um den Naturpark Kyffhäuser. Welche Rolle spielen dabei eigentlich die Naturpark-Verwaltung und die NABU? Sie schweigen und sitzen aus!
Es werden neue Tourismusverbände gegründet. Es sitzen Kommunalpolitiker zusammen schmieden hochtrabende Pläne und beraten, wie die Übernachtungszahlen gesteigert werden können. Aber keiner kümmert sich um den Zustand unseres Waldes und seiner Wanderwege. Vielleicht sollten diese Leute zu einer Tagung auf den Kyffhäuser wandern, um zu sehen, wie der Zustand der Wege ist.
Es gilt, unser größtes Pfund für den Tourismus, den Natur- und Geopark Kyffhäuser zu schützen und zu pflegen. Ist erst alles abgeholzt und kaputt gefahren, kommt kein Tourist mehr in unsere Gegend.
Sollen sich doch einmal alle Bürgermeister der Städte und Gemeinden rund um den Kyffhäuser an einen Tisch setzen und versuchen, dem industriellen Abholzen der schönen Buchenwälder Einhalt zu gebieten. Dazu braucht man keinen TVSK. Die Hainich- und Schmückegemeinden zeigen, wie es besser geht!
Lutz Kersching
Pro Frankenhausen
Autor: khhMit großer Euphorie begann ich die Wanderung in Richtung Kyffhäuser. Meine Wanderlust wurde jedoch gleich am Waldrand Tilledaer Tor jäh getrübt.
Holzernte! Nach langer Zeit bin ich diesem Weg wieder einmal gegangen. Ich kannte ihn als einen schönen Wanderweg, doch jetzt ist das alles nur noch Erinnerung. Der Weg ist kaputt gefahren und an den Rändern stapeln sich die Baumstämme. Ohne Rücksicht auf die Tiere am Boden, die Pilzkulturen oder die vielen Waldblumen - wo doch im Kyffhäusergebirge seltene Orchideen wachsen – wird um des Profits Willen Raubbau an der Natur betrieben.
Im Naturschutzgebiet wird Holz eingeschlagen. Da, wo man keine Pflanzen entnehmen, Tiere nicht beunruhigen, Motoren von Geräten nicht betreiben darf. Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen?
Ein ausschreitender Schritt ist nicht so recht möglich. Ständig muß man Fahrgleisen ausweichen, welche durch die LKW´s und Holzerntemaschinen entstanden sind. Die starken Äste liegen kreuz und quer im Wald teilweise auf den Wegen.
Nach dem Passieren des Holzeinschlaggebietes hoffte ich, dass der Zustand der Wege sich verbessern würde. Aber nein, es waren fast alle mit Schotter befestigt, so dass man auch auf der Kyffhäuserstraße wandern könnte.
Auf dem Rückweg wurde ich im Bereich Schwarzer Weg – Weiße Küche umgeleitet, weil dort auch Bäume gefällt wurden. Der Weg, den ich nehmen musste, war so gut wie gar nicht passierbar, Baumstämme, Äste, nichts war geräumt. Vielleicht sollte man erst einen Weg räumen, ehe man einen anderen absperrt.
Das Problem ist sicherlich allen Verantwortlichen bestens bekannt ist. Immerhin handelt es sich um den Naturpark Kyffhäuser. Welche Rolle spielen dabei eigentlich die Naturpark-Verwaltung und die NABU? Sie schweigen und sitzen aus!
Es werden neue Tourismusverbände gegründet. Es sitzen Kommunalpolitiker zusammen schmieden hochtrabende Pläne und beraten, wie die Übernachtungszahlen gesteigert werden können. Aber keiner kümmert sich um den Zustand unseres Waldes und seiner Wanderwege. Vielleicht sollten diese Leute zu einer Tagung auf den Kyffhäuser wandern, um zu sehen, wie der Zustand der Wege ist.
Es gilt, unser größtes Pfund für den Tourismus, den Natur- und Geopark Kyffhäuser zu schützen und zu pflegen. Ist erst alles abgeholzt und kaputt gefahren, kommt kein Tourist mehr in unsere Gegend.
Sollen sich doch einmal alle Bürgermeister der Städte und Gemeinden rund um den Kyffhäuser an einen Tisch setzen und versuchen, dem industriellen Abholzen der schönen Buchenwälder Einhalt zu gebieten. Dazu braucht man keinen TVSK. Die Hainich- und Schmückegemeinden zeigen, wie es besser geht!
Lutz Kersching
Pro Frankenhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.