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Di, 17:10 Uhr
02.06.2015

Konfirmation in der Unterkirche

Am Pfingstsonntag wurde in der Unterkirche Konfirmation gefeiert. Von der feierliche Zeremonie erreicht kn folgender Bericht...

Mit diesem festlichen Gottesdienst, an dem die Eltern und Paten der Konfirmanden Jörg Elbern, Elias Bernhardt, Janik Richter und Patricia Rupprecht, auswärtige Gäste und hiesige Gemeinde teilnahmen, endete für die Konfirmanden die zweijährige Vorbereitungszeit, in der sie über den Glauben nachgedacht, aber auch ihre Zweifel und Fragen eingebracht haben.
Glaube ist nicht erlernbar, aber zum Glauben kann man hingeführt werden.
Unter Glockengeläut und schwungvoller Orgelmusik zogen die Konfirmanden zusammen mit den Kirchenältesten und Pfarrerin Seifert in die Kirche ein.

Konfirmation in der Unterkirche (Foto: Fotohaus Goebel – Bark / BFH) Konfirmation in der Unterkirche (Foto: Fotohaus Goebel – Bark / BFH)

Im ersten Teil gestalteten die Konfirmanden einen Rückblick auf ihre Konfirmandenzeit und berichteten von der Brotbachaktion im Advent 2014 und die gemeinsame Konfirmandenrüstzeit mit den andren Konfirmanden des Kirchenkreises in Volkenroda.
In ihrer Predigt nahm Pfarrerin Magdalena Seifert auf diese Erlebnisse Bezug und führte aus:
„Liebe Festgemeinde heute am Tag der Konfirmation, vor allem aber liebe Konfirmanden, ich will anknüpfen an das letzte Foto, das wir eben gesehen haben –
einen Ballon am leuchtenden Abendhimmel über der Klosterkirche von Volkenroda.
Es ist ein Foto, das mich begeistert.

Man braucht einen Blick dafür und den passenden Moment. Und dann wird so ein Foto zu einer ganz besonderen Aussage – es kann sogar zu einer richtigen Predigt werden. Das will ich nicht ganz so halten.
Aber ich meine doch – der Ballon über der alten Klosterkirche – er hat viel mit dem heutigen Festtag zu tun. Und zwar mit beidem – mit dem Fest eurer Konfirmation und mit dem Pfingstfest, das wir heute feiern. Ich freue mich, dass beide Feste in diesem Jahr wieder zusammen fallen. Das ist vor allem gut für das Pfingstfest. Denn ansonsten hat es Pfingsten schwer, als kirchliches Fest wahrgenommen zu werden.
Was soll denn das sein – Geburtstag der Kirche? fragen die einen. Und die anderen wundern sich über das Fest des Heiligen Geistes. Ein Geist ist doch kaum zu beschreiben, selbst wenn er heilig ist. Also was feiern wir da eigentlich?

Ein Blick in die Bibel hilft uns hier weiter. Da wird in der Apostelgeschichte vom ersten Pfingstfest in Jerusalem erzählt. Und wir hören ganz erstaunliche Dinge. Wie plötzlich mitten am Tage im bunten Treiben der Stadt ein heftiger Wind über die Plätze und durch die Gassen weht. Wie dieser Wind sogar Türen öffnet. Hinter einer dieser Türen hatten sich die Jünger versteckt, weil sie immer noch ganz mutlos waren nach dem Tod von Jesus. Sie hatten auf keinen Fall Lust, unter die Leute zu gehen und womöglich noch deren spöttische Bemerkungen anhören zu müssen. Doch dann wird gerade diese Tür durch das brausen des Windes aufgerissen. Und den Jüngern bleibt gar nichts anderes übrig, als nun doch herauszugehen mitten unter die Menschen. Am Anfang schlottern ihnen noch die Knie vor Furcht. Doch dann fühlen sie sich plötzlich wie empor gehoben. Als ob ihnen jemand unter die Arme greift. Als ob ihnen jemand den Rücken stärkt. Und da beginnen sie auch schon zu reden. Sie können gar nicht anders. Sie stellen sich mitten auf den Marktplatz von Jerusalem und reden laut und ohne Furcht von Jesus Christus.
Wie das wohl wäre, wenn sich jemand hier in Bad Frankenhausen mitten auf den Marktplatz stellen würde und laut und ohne Furcht von Jesus Christus reden würde?
Würde ihm jemand zuhören? Und wenn ja, würden sich die meisten nicht wundern?
Was der sich traut!
In Jerusalem jedenfalls hat sich genau das ereignet – die Jünger haben sich etwas getraut. Sie sind tatsächlich mitten unter die Menschen gegangen und haben von ihrem Glauben an Jesus Christus gesprochen. Man kann auch sagen – die Jünger sind in diesem Moment erwachsen geworden. Sie haben gespürt: jetzt kommt es auf UNS an.

Jesus ist nicht mehr auf dieser Erde. Gott hat ihn emporgehoben in den Himmel – das haben wir erlebt zu Christi Himmelfahrt. Doch das Reich Gottes, das auf unserer Erde mit Jesus seinen Anfang genommen hat, das soll ja weitergehen und es soll weiterwachsen.
Und da sind nun WIR gefragt. Da liegt es nun an uns, von Jesus zu reden. Wir spüren seine Kraft. Wir merken, wie wir selbständig werden und erwachsen genug, um die gute Nachricht von Jesus Christus weiter zu tragen.

Um das erwachsen werden geht es auch bei der Konfirmation.
Ja, eigentlich kann man sagen: nur darum gibt es die Konfirmation, weil ihr, liebe Konfirmanden, nun erwachsen werdet. Und weil es jetzt an der Zeit ist, dass ihr genauso wie die Jünger damals in Jerusalem spürt: nun kommt es auch auf UNS an. Nun müssen wir entscheiden, ob auch wir die gute Nachricht von Jesus Christus weiter tragen wollen.
Und ob wir dabei bleiben wollen in der Gemeinschaft der Gottesfamilie. Dass ihr schon dabei SEID – in der Gemeinschaft der Gottesfamilie – das verdankt ihr euren Eltern und Paten. Sie haben euch zur Heiligen Taufe gebracht und sie haben so für euch „Ja“ gesagt: Ja, unser Kind soll zu Gott und zu Jesus Christus gehören.

Dass ihr dabei BLEIBT – das entscheidet ihr nun mit eurem „Ja“. Das ist eine von den Entscheidungen, die ihr auf eurem Weg ins Leben zu treffen habt. Andere werden folgen.
Zum. Beispiel: Welche Ausbildung will ich beginnen, was interessiert mich und welchen Beruf stelle ich mir vor? Wie soll mein Leben sein? Was ist mir wichtig und WER ist mir wichtig, wer sind meine Vorbilder? Aber auch – worauf will ich verzichten? Was will ich anders machen als es üblich ist.

Dass es für alle Entscheidungen immer mehrere Möglichkeiten gibt und dass an jedem Tag viele Stimmen auf uns einreden – das erleben wir alle. Wir erleben auch, wie uns viele dieser Stimmen auf ihre Seite ziehen wollen – und leider meinen es nicht alle diese Stimmen wirklich gut mit uns.

Wie wichtig ist es deshalb, die Stimmen zu unterscheiden und gute Ratgeber an der Seite zu haben. Zu wissen: an wen kann ich mich wenden? Wen frage ich um Rat?
Umfragen unter Jugendlichen sagen immer wieder, dass ihr zuerst auf eure Eltern und eure Familie hört. Das mag uns überraschen, liebe Eltern – denn eigentlich erleben wir unsere Kinder in diesen Jahren des Erwachsenwerdens weniger in Übereinstimmung mit uns als vielmehr im Widerspruch.

Und doch – unsere Kinder, sei hören zuerst auf uns. Das ist doch ein großes Zeichen an Vertrauen! Und zugleich ist es eine große Aufgabe. Denn es bleibt ja wichtig, dass unsere Kinder in uns Menschen haben, an die sie sich wenden können. Dass wir ihnen gute Ratgeber sind. Dass wir ihnen das weitergeben, was unser Leben trägt. Das weitergeben, was uns trägt.
Da sind wir wieder bei dem Pfingstfest und bei der Erinnerung daran, wie damals in Jerusalem Menschen zum Glauben an Jesus gekommen sind, weil die Jünger die gute Nachricht von Jesus Christus weiter getragen haben. Das war die Geburtsstunde der christlichen Gemeinde. Der Heilige Geist, der wie ein Wind die Jünger in Bewegung gebracht hat, der hat seitdem immer wieder Menschen begeistert für Jesus Christus und hat die christliche Gemeinde am Leben gehalten.

So dass auch wir heute unseren Konfirmationsgottesdienst in einer Kirche feiern können, in der schon seit vielen Generationen Gottesdienst gefeiert wird. 800 Jahre Kirche an diesem Platz – das feiern wir in diesem Jahr. Ihr wart beim Festgottesdienst vor drei Wochen mit dabei. Dieser Blick in die Geschichte kann uns einiges erzählen. Denn 800 Jahre Kirche an diesem Platz bedeutet, dass den Menschen hier in unserer Stadt ihre Kirche immer wichtig war. Und wenn sie zerstört worden war wie im Bauernkrieg oder abgebrannt ist wie im September 1689, dann haben die Bewohner unserer Stadt ihr Gotteshaus doch bald darauf wieder aufgebaut. Warum? Weil sie einen Ort brauchten für ihre Gottesdienste und ihre Gebete und ihre Lieder. Und weil sie gespürt haben – dieser besondere Ort trägt uns.
Er gibt uns eine große innere Kraft. Ein Kirchengebäude kann uns auf diese Weise viel erzählen über unser Lebensfundament.
Und nun komme ich noch einmal zu dem Foto der Klosterkirche in Volkenroda und dem Ballon am leuchtenden Abendhimmel. Wir hatten ja gehört – die Kirche in Volkenroda ist schon 900 Jahre alt. Auch sie ist auf diese Weise ein Zeichen für eine lange Glaubenstradition und ein festes Fundament.

Der Ballon aber über der Kirche – der ist ein wunderbares Zeichen für Bewegung.
Allerdings – und das weiß jeder, der schon einmal im Ballon unterwegs war: für eine gelungene Fahrt braucht es einen guten Wind. Der Wind muß wehen, wenn es vorwärts gehen soll. So wie es auch in Jerusalem einen kräftigen Wind gebraucht hat, damit die gute Nachricht von Jesus Christus weitergesagt worden ist.
In der Bibel ist an dieser Stelle immer vom Geist Gottes die Rede.
Es ist Gottes Heiliger Geist, der Menschen bewegt und der Menschen begeistert.
Dieser Geist bringt auch einmal frischen Wind in alte Kirchenmauern.
Er läßt uns auch einmal über den eigenen Tellerrand schauen - sozusagen auf die Teller der anderen.

Auch das haben wir in unserer Konfirmandengruppe miteinander erlebt – als wir Brote gebacken haben für die Aktion „Konfis backen Brot für die Welt“. Und so mitgeholfen haben, dass Jugendlichen in Ghana und Kolumbien und Bangladesch, die uns von ihrem Mangel erzählt haben, ihr Teller gedeckt werden kann.
Dieser Geist Gottes ist ein Geist des Lebens. Er ist sehr lebendig und er ist mit uns unterwegs auf unserem Weg. Genauso wie den Jüngern in Jerusalem stärkt er auch uns den Rücken und greift er uns unter die Arme. So dass wir manchmal spüren können, wie man Flügel kriegt.
Wenn wir euch, liebe Konfirmanden, heute zum Tag eurer Konfirmation eure Konfirmationsbibel überreichen, dann werdet ihr auf dem Einband einen Ballon am Himmel sehen. Er mag euch an das Foto heute und an euren Konfirmationsgottesdienst erinnern. Denn er ist ein schönes Zeichen für das, was wir heute feiern – zum Fest eurer Konfirmation am Pfingstsonntag
Wenn wir dankbar sind für die lange Glaubenstradition, die wir haben und wenn wir den Geist Gottes loben. Beides kommt heute in unserem Gottesdienst vor.
Die alten Worte der Bibel, aus denen ihr euch einen Konfirmationsspruch ausgewählt habt, die alten Worte des Glaubensbekenntnisses, das uns mit Christen in der ganzen Welt verbindet Und ebenso die neuen Lieder, die ihr euch für eure Konfirmation ausgewählt habt. Das zeigt uns, wie lebendig die Worte der Bibel sind. Wie sie uns in Bewegung halten und wie sie uns mitnehmen auf einen Weg.

Als Kirchgemeinde wünschen wir uns, dass wir diesen Weg auch weiterhin gemeinsam mit euch gehen können, und wir wünschen euch dazu den Segen unseres Gottes.
Er sagt euch mit den Worten, die euch dann am Altar zugesprochen werden:
Schutz und Schirm vor allem Bösen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, dass ihr bewahrt bleibt zum ewigen Leben. Amen.“
Nach der Predigt erfolgten die Einsegnung und damit die Einsetzung der Konfirmanden als vollständige Gemeindeglieder mit allen Rechten und Pflichten.

Anschließend übereichten die Kirchenältesten den Konfirmanden die Bibel, Urkunde und Blumen.


Am Ende der Konfirmationshandlung übereichte Pfarrerin Seifert den Konfirmanden eine Kerze, die an die Taufe und Konfirmation erinnern soll.

Als Überraschung überreichten die Konfirmanden ihren Eltern eine Rose als Dank für die bisherige Lebensbegleitung.
Musikalisch wurde der Gottesdienst durch die Kantorei gestaltet. Wie von den Konfirmanden gewünscht wurden zwei moderne Rhythmen gesungen: „Jesus be a Fence“ (bei Jesus sind die Sieger) und „Rock my Soul“ (Wiege meine Seele in Abrahams Schoß).
Am Ende des Gottesdienstes – nach dem feierliche Auszug - gab es vor der Kirche ein Gruppenfoto.

Nach diesem festlich- fröhlichen Gottesdienst gab es die fröhlichen Feste in den Familien.


Text: Peter Zimmer / BFH
Fotos: Fotohaus Goebel – Bark / BFH
Konfirmation in der Unterkirche (Foto: Fotohaus Goebel – Bark / BFH)
Konfirmation in der Unterkirche (Foto: Fotohaus Goebel – Bark / BFH)
Konfirmation in der Unterkirche (Foto: Fotohaus Goebel – Bark / BFH)
Konfirmation in der Unterkirche (Foto: Fotohaus Goebel – Bark / BFH)
Konfirmation in der Unterkirche (Foto: Fotohaus Goebel – Bark / BFH)
Autor: khh

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