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Fr, 08:22 Uhr
19.06.2015

Diätenautomatismus endlich abschaffen

Abermals spricht sich der Bund der Steuerzahler (BdSt) Thüringen gegen die Indexierung der Abgeordnetendiäten aus. Justus Kehrl, der Vorstandsvorsitzende der Steuerzahlerorganisation, hat sich zu der am Donnerstag ergangenen Information aus dem Thüringer Landtag klar positioniert...


„Der im Freistaat bestehende Automatismus der Erhöhung der Abgeordnetenentschädigung nach der Einkommens- und Preisentwicklung gehört abgeschafft. Unser Verband sieht die Zukunft der Abgeordnetenbezahlung in einem vollständigen Wechsel des Vergütungssystems, wie er in Nordrhein-Westfalen bereits 2005 vollzogen wurde und durch uns unterstützt wird.“

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Der Vorsitzende erklärt: „Aus einer erhöhten steuerpflichtigen Grundentschädigung sollen alle mandatsbedingten Aufwendungen mit der Steuererklärung geltend gemacht werden. Die überdimensionierte und vollständig aus Steuermitteln finanzierte Altersversorgung ist zu streichen. Für ihre Rente haben die Abgeordneten selbst zu sorgen.“

Die Grundentschädigung der Thüringer Abgeordneten von bisher monatlich 5.030,24 Euro erhöht sich rückwirkend zum 01.01.2015 um 3,3 Prozent auf 5.196,24 Euro. Um 0,8 Prozent steigen die dreigeteilten nicht steuerpflichtigen Aufwandsentschädigungen. Dabei erhöht sich die Allgemeine Kostenpauschale auf monatlich 1.266,87 Euro. Die sogenannten Mehraufwendungen am Sitz des Landtags betragen jetzt 395,91 Euro pro Monat. Und die nach Entfernung zwischen Wohnsitz bzw. Abgeordnetenbüro und Landtag gestaffelte monatliche Pauschale zur Abgeltung der Fahrten in Ausübung des Mandats wird auf mindestens 237,54 Euro (bis zu 20 km) und maximal 989,77 Euro (ab 120 km) erhöht.

„Hingegen kann ein Arbeitnehmer für sich lediglich eine jährliche Werbungskostenpauschale von zur Zeit 1000 Euro reklamieren“, erinnert Justus Kehrl. „Sofern die Aufwendungen über diesen Pauschbetrag hinausgehen, sind alle Aufwendungen penibel gegenüber dem Finanzamt nachzuweisen. Von solch großzügigen Pauschalen, wie sie die Abgeordneten ausgezahlt bekommen, können Arbeitnehmer nur träumen“, kritisiert der Vereinsvorsitzende die Regelungen.
Autor: red

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Kommentare
H.Buntfuß
19.06.2015, 09:37 Uhr
Schau an
Nun wissen sie warum sich die Politiker/Innen danach drängeln nach Erfurt zu kommen. Für bis zu 20 Km bekommt man schon 237,54 Euro und wer über 120 Km zu fahren hat bekommt maximal 989,77 Euro. Wenn das nicht eine stramme Aufwandsentschädigung ist, was dann?
Andere müssen dafür einen Monat arbeiten, wohl gemerkt arbeiten und nicht nur zur einer Sitzung fahren, an der man womöglich nicht einmal teilnimmt, könnte man in der Zeit nicht auch einkaufen gehen?
Brüssel macht es doch vor, man unterschreibt die Anwesenheitsliste und schwupp ist man schon wieder weg, das war so in diversen Medien zu lesen und zu sehen.
Eckenblitz
19.06.2015, 10:01 Uhr
Die Armen
Ja viele politiker/innen fühlen sich ja auch noch unterbezahlt, für die viele und schwere arbeitsstunden die sie absitzen. wenn ein normaler arbeitnehmer/in so viel pfusch anrichten würde, dann bekäme er keinen lohn. im gegenteil man würde ihn zur verantwortung ziehen und wenn sein muss vor gericht stellen.
was haben die politiker/innen zu befürchten, sie werden im besten fall strafversetzt und am besten auch noch auf einen besseren posten, oder? so ist das leben der eine macht mist und der andere muss dafür gerade stehen, indem er immer höhere steuern und gebühren zahlen muss, oder? ist das wirklich demokratie oder ist das verblödung?
Gehard Gösebrecht
19.06.2015, 10:39 Uhr
Alles wird teuerer
und da kann es nicht sein, daß die Thüringer Politelite außen vor bleibt.
Es muss doch schließlich noch der Kredit für das Haus abbezahlt werden und in den Urlaub will man doch auch noch fahren, um das politische Sommerloch zu überbrücken.
Wer soll denn mit 5000,- Euro noch den Oberklassewagen bezahlen?
Das Leben ist wirklich die Hölle!
Leser X
19.06.2015, 11:24 Uhr
Schonkost?
Interessant in dem Zusammenhang ist die bewusste Manipulation mittels Sprache. Denn bei Diät handelt es sich um Schonkost. Hier aber steht es für Fettlebe und Völlerei.

Ähnlich auch die geistige Manipulation bei Arbeitgeber. Wer gibt hier und wer nimmt hier eigentlich?

Sprache ist verräterisch, ihr Mißbrauch aber auch...
Mister X
22.06.2015, 13:43 Uhr
Abgeordnetendiäten
Abgeordnete bekommen 237 € wenn sie unter 20 Km fahren über 120 bekommen sie 989 €. Ein normaler Arbeiter bekommt für 20 Km keinen Cent. Wenn das Demokratie ist dann kann man gutem Gewissens auf die Demokratie verzichten. Ich frage mich, was für ein Demokratieverständnis unsere Politiker/innen überhaupt haben.? Haben sie überhaupt verstanden, was Demokratie heißt?
Gehard Gösebrecht
22.06.2015, 14:14 Uhr
Aber sicher doch!
Taschen vollmachen und vorsorgen bis zum Tag X. Denn irgendwann wird das Herz vom Fett abgedrückt und die Zunge hängt zum Munde heraus.
altmeister
22.06.2015, 15:35 Uhr
Unvollständig
Wenn ich immer höre, wie schlecht es den Abgeordneten doch geht und dass in der freien Wirtschaft ja viel mehr Geld verdient werden kann, da könnte mir der Kragen platzen!
Erst einmal ist es jedem Abgeordneten freigestellt, sich in der freien Wirtschaft seine Brötchen zu verdienen, dann aber auch mit den entsprechenden Risiken.

Weiter ist immer wieder festzustellen, dass nur das offensichtliche Einkommen dargestellt wird. Zuschläge, Entschädigungen, Honorare, kostenloser Eintritt bei allen möglichen Veranstaltungen, wo der Normalbürger viel Eintritt bezahlen muss, das wird gern vergessen.
Transparenz sieht anders aus!
altmeister
22.06.2015, 16:01 Uhr
Noch vergessen...
habe ich zu bemerken, dass sich sehr schnell sehr hohe Pensionsansprüche ergeben!
Das ist ein Aspekt, welcher mal für einen einfachen Arbeiter durchgerechnet werden könnte. Wie lange müsste der dafür arbeiten?
Peppone
22.06.2015, 16:38 Uhr
"Der Trog ist derselbe,
nur die Schweine haben gewechselt."

Ich kann mich noch sehr gut an die vollmundige Kritik von Die LINKE und B90/Grüne am damals beschlossenen Diätenautomatismus erinnern. Damals war man in der Opposition und wollte nur unser Bestes.

Heute soll es angeblich eine Rot-Rot-Grüne Regierung in Erfurt geben, welche Gesetze verabschieden darf. Nur leider hört man nichts von dieser Regierung. Man macht genau da weiter, wo Schwarz-Rot aufgehört hat. Man hat jetzt unser Bestes.
Georg
22.06.2015, 19:57 Uhr
Wir wollen mal nicht...
vergessen wer die automatische Diätenerhöhung der Bevölkerung im ersten Überschwang untergejubelt hat. Die Partei " Die Linke" ist die einzige Partei, welche die Erhöhungsbeträge regelmäßig für gemeinnützige Zwecke spendet. Das erwarte ich aber von den anderen im Landtag vertretenen Parteien wohl vergeblich. Angesichts der finanziellen Situation in vielen sozialen Bereichen und der Jugendbetreuung könnte man das Geld dort gut gebrauchen.
Zukunft
22.06.2015, 20:19 Uhr
Egal
Unterschiede zwischen den Parteien sind, wenn sie an der Macht sind , nicht mehr zu erkennen. Als Opposition kann die Regierungsarbeit kritisiert werden. Ist man dann selbst in der Verantwortung hat man schnell vergessen , was einst kritisiert wurde. Wenn keine Unterschiede zwischen den Parteien mehr zu erkennen sind, warum soll der Bürger dann wählen gehen?
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