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Sa, 08:27 Uhr
27.06.2015

Mobbingopfer Waschbär

Seit 80 jahren verbreitet er sich in Deutschland und ist streift seitdem Nacht um Nacht durch Wald, Wiese und wohl auch die Vorstadt - die Rede ist von Waschbären. Die Tiere sehen zwar putzig aus, genießen aber dennoch nicht den besten Ruf. Schuld daran sei vor allem "breit angelegtes Mobbing", meint der Verein Wildtierschutz Deutschland...

„Die Einbürgerung des Waschbären ist erfolgreich verlaufen und nicht mehr rückgängig zu machen, wir sollten deshalb lernen, mit ihm leben zu müssen“ konstatierte bereits 1981 Dr. Walburga Lutz, eine Pionierin der deutschen Waschbärenforschung.

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Die erste erfolgreiche und dokumentierte Aussetzung der possierlich anmutenden Kleinbären erfolgte mit Erlaubnis des Preußischen Landesjagdamtes 1934 in Nordhessen. Heute kommt der Waschbär in unterschiedlichen Bestandsdichten in ganz Deutschland vor. Vor drei Jahren wurde der Bestand noch mit mindestens 500.000 beziffert, inzwischen dürften etwa 600.000 bis 800.000 Waschbären des Nachts durch Wald und Flur ziehen.

Das Tierchen mit der Zorro-Maske ist ein Allesfresser, ein sogenannter Nahrungsopportunist: Was er leicht bekommen kann, holt er sich. Er ernährt sich liebend gerne von Obst – und frisst im Verbund auch schon einmal ganze Obstbäume leer – er verschmäht Insekten nicht, räumt aber auch mal Vogelgelege aus und verwertet menschliche Nahrungsabfälle.

Schätzungen zu Folge streifen bis zu 800.000 Waschbären durch Deutschlands Nächte (Foto: www.andersfotografiert.com   ) Schätzungen zu Folge streifen bis zu 800.000 Waschbären durch Deutschlands Nächte (Foto: www.andersfotografiert.com )

Lokale Berichte über negative ökologische Auswirkungen von Waschbären liest man in den letzten Jahren immer wieder. Gleichwohl hat bis dato keine wissenschaftliche Untersuchung dieser nach dem Bundesnaturschutzgesetz heimischen Tierart den ernsthaften Druck auf andere Tierarten nachgewiesen, unterstreicht der Verein Wildtierschutz Deutschland.

Für den Deutschen Jagdverband sei das allerdings kein Grund, diese Tiere nicht zu verunglimpfen. Seit Jahren verbreitete die Jägerorganisation immer wieder die gleichen vagen Behauptungen. So sollen die überwiegend nachtaktiven Räuber auch für den Bestandsrückgang der europäischen Sumpfschildkröte verantwortlich sein (aktueller Bestand in Brandenburg etwa 70 bis 100 Stück) und auch Graureiherkolonien dezimiert haben. Wissenschaftler konnten sich vor Ort ein Bild machen und widersprechen diesen Darstellungen, meinen die Tierschützer.

In der Folge des von den Jägern ausgehenden Waschbären-Mobbings lese man in Print- und in Onlinemedien Headlines wie „Der maskierte Jäger erobert das Land“, „Terror-Waschbär macht Regierungsviertel unsicher“, „Aggressive Waschbären killen Jagdhunde“ oder „Waschbären für Artensterben verantwortlich“. Die Intention dieses breitangelegten Mobbings würde dabei meist mitgeliefert: „Wir brauchen weiterhin die Fallenjagd.“

Der Waschbärenforscher Frank Michler wirft dem Deutschen Jagdverband in diesem Zusammenhang eine tendenziöse Argumentation vor. Der Jagdverband verbreite ein undifferenziertes und vorgefertigtes Meinungsbild und Daten, die nicht der Faktenlage entsprechen. Man könnte meinen, hier handele es sich um einen vorsätzlichen Täuschungsversuch der Öffentlichkeit.

Im Jagdjahr 2012/2013 wurden über 104.000 Waschbären in Deutschland getötet. Die Bestandsentwicklung würde dadurch nicht einmal aufgehalten, ein messbarer Beitrag zum Artenschutz sei ebenfalls nicht zu erkennen. Es werde deshalb Zeit, dass die zuständigen Politiker in Bund, Ländern und Kommunen aufwachten, und das Jägerlatein nicht ungeprüft zur Vorlage von Gesetzen und Verordnungen machten, die der Allgemeinheit nicht nutzen und den Tieren erhebliches Leid zufügten, argumentieren die Wildschützer.
Autor: red

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Kommentare
HausH
27.06.2015, 12:31 Uhr
Wer schreibt denn so einen Bums zusammen???
Ich vermisse den Autor dieses fachlich soo fundierten Beitrages. Wir haben hier in der Gegend massive Probleme mit diesen Tieren. Gern würde ich dem Autor die hier ansässigen Waschbären zu Forschungszwecken privat bei ihm zu Hause überlassen.

Wasch(bär) mich aber mach mich nicht nass...

Vielen Dank den Jägern, die sich den bei uns in den Fallen gefangenen Waschbären freiwillig annehmen.

Schönes Wochenende
Der Echte
29.06.2015, 09:11 Uhr
Unser schönes Allgäu
Wieder mal soetwas was wir ohne die Amerikaner nicht hätten.... den der Waschbär kam nicht als Kosmonaut nach Mittelerde.
Ich kann mich meinem Vorgänger nur anschließen! Wer schreibt sowas?
Und über mobbing kann man ja wohl kaum sprechen.
Ulrich Herrmann
30.06.2015, 08:31 Uhr
Und noch interessanter...
... wieso setzt die nnz / PSG diesen "Erguss" kommentarlos (!) rein?

Der Waschbär ist in Mitteleuropa ein Neozoon, also ein nicht ursprünglich beheimatetes Tier. Ob sie nun im letzten Jahrhundert (nach vorherigem Import aus Nordamerika) von einem hessischen Förster gezielt ausgewildert wurden, aus Pelztierfarmen ausgebüxt oder von amerikanischen Soldaten ausgesetzt worden sind, sei mal dahingestellt.

Es ist eine bewiesene Tatsache, dass der Räuber die heimische (sprich mitteleuropäische) Flora und Fauna massiv schädigt. Das bestätigen sogar Untersuchungen des WWF (und die gelten ja nun nicht gerade als "Jäger-freundlich"...).

Interessant an der ganzen Sache (sprich dem Artikel), dass der "Verein Wildtierschutz Deutschland eV" aus dem schönen Gau-Algesheim in Rheinland-Pfalz kommt. Einer Gegend, in welcher bisher (glücklicherweise?!) noch nicht von einer starken Waschbär-Population gesprochen werden kann. Im Gegensatz zu Hessen, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Aber das nur am Rande...

Insgesamt besteht der Artikel aus ziemlich viel Unsinn...
Peppone
30.06.2015, 10:11 Uhr
Anti-Jagd Spamschleuder
Hinter diesem hanebüchenen Unsinn verbirgt sich ein gewisser Lovis Kauertz. Er betreibt ungefähr 10 Anti-Jagd Blogs, deren Namen er ständig ändert. An den Wochenenden, wenn gern Meldungen aus Tickern in den Online-Zeitungen erscheinen, spammt er seine Elaborate in die Welt.

Hier erfährt man mehr über diesen "Wildexperten": http://www.antiveganforum.com/wiki/JagdAberfair
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