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Mo, 16:41 Uhr
29.06.2015

Hilfen für klamme Heilbäderkommunen?

Zum Thüringer Bädertag hatte Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) ins Sole-Heilbad Bad Frankenhausen eingeladen. Thüringens Minister für Inneres und Kommunales hat bei der Tagung möglich Hilfen für finanzschwache Heilbäderkommunen in Aussicht gestellt. Bäderchef Schönau forderte die Einführung des Bäderpfennigs nach hessischem Vorbild. Ihre Nordthüringer Online-Zeitungen waren in Bad Frankenhausen vor Ort...


Auf dem Treffen des Heilbäderverbandes heute im Hotel "Residenz" oberhalb des höchsten schiefen Turms der Welt) sollte es dabei nicht nur um das kühle Nass und kurmedizinische Kompetenz, sondern auch um Tourismus und Wirtschaft gehen, so der Verband schon vorab.

Der alljährlich stattfindende Branchentreff des Thüringer Heilbäderverbandes führt traditionsgemäß Bürgermeister, Kurdirektoren und Tourismusakteure, Gäste aus Politik und Wirtschaft zusammen, um in den Erfahrungsaustausch zu treten und über weitere Aufgaben und Ziele des Gesundheitstourismus in Thüringen und des Verbandes zu beraten und zu diskutieren, ob im großen Rahmen oder in Gespräch, wie zwischen Bürgermeisterin Gabriele Klotz aus Bad Klosterlausnitz und Sozialministerin Werner (Bildergalerie 3). Auch aus den Landkreisen Unstrut-Hainich, Eichsfeldkreis und Nordhausen (Neustadt) waren Teilnehmer dabei.

Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

"Neben dem Erfahrungsaustausch und der Netzwerkbildung nutzen wir die Plattform auch, um uns in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen“, erklärt Verbandspräsident Bernhard Schönau. Denn Thüringens Heilbäder und Kurorte zeichnen sich nicht nur durch ihre kurmedizinische Kompetenz aus, sondern sind auch für den Tourismus wirtschaftlich von großer Bedeutung. Das müsse in der Politik und Öffentlichkeit viel mehr Anerkennung finden, macht er schon bei der Eröffnung deutlich.
Schönau forderte die Einführung des Bäderpfennigs nach hessischem Vorbild.

Weiter sagte er, die medizinische Kompetenz sollten wir uns nicht absprechen lassen. Er verwies in seiner Rede auf die rund 12.000 Arbeitskräfte die im Kurwesen tätig sind und in den Kurorten für rund 3,1 Millionen Übernachtungen sorgen.
Schönau zeigte sich beeindruckt, was einige der Teilnehmer bereits gestern bei einem Stadtrundgang durch Bad Frankenhausen erlebt haben, so auch die neue Salzgrotte. Bad Frankenhausen hat sich in den letzten Jahren sehr zum Positiven entwickelt, stellte Schönau fest.

Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Gastgeber Bürgermeister Strejc verwies auf die fast 200 - jährige Kurtradition in Bad Frankenhausen, denn 1818 war das erste Kurmittelhaus entstanden. Mit zwei großen Reha-Kliniken und 200.000 Übernachtungen (rund die Hälfte im Kurbetrieb). Bei rund 9.000 Einwohner stehen zurzeit 950 Betten im Übernachtungsbetrieb bereit, die zum Jahresende auf 1.000 steigen werden. Im Gegensatz zu anderen Kommunen verwies Strejc auf steigende Einwohnerzahlen.

Wir wollen uns als Sole-Heilbad profilieren und verwies auf das im nächsten Jahr zu eröffnende Solewasser-Vitalbad, mit seiner 3,5 prozentigen natürlich Sole (eigene Quelle) und die biologische Reinigung. Der schiefe Turm von Pisa ist 3,92 m außer Lot, der von Bad Frankenhausen 4,60 m. Strejc hofft, dass nach der vollen Sanierung des Schiefen rund eine halbe Million Besucher kommen werden.

Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Die Linke) verwies in ihren Grußworten, dass die Kur untrennbar mit der Medizingeschichte verbunden ist. Sie verwies aber auch auf die neueren Herausforderungen, die durch den globalen Wettbewerb auf die Kurorte zukommen.
Stabilität, Solidität und Nachhaltigkeit sind Pflicht in unseren Heilkurorten, betonte sie. Thüringens Heilbäder setzen auf Vielfältigkeit und das lohnt sich. Sie verwies auf drei Millionen Euro Kurtaxe zum Nutzen der Kommunen und stellte abschließend fest, in Thüringen sind wir auf dem richtigen Weg.

Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Thüringens Minister für Inneres und Kommunales, Dr. Holger Poppenhäger (SPD), verwies darauf, dass ein Drittel der Übernachtungen Thüringens in den Heilbäder generiert wird. Gastgewerbe und Einzelhandel profitieren davon und das Kurwesen ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Moderne Bäder haben sich in Thüringen etabliert und er verwies darauf, dass seit 1994 eine halbe Milliarde Euro in die Infrastruktur des Kurwesens geflossen sei.

Angedacht sei ein sogenannter Sonderlastenausgleich ür Kur- und Heilbäder. Es käme darauf an eine bedarfsgerechte Ausschüttung der Mittel zu erreichen. In der Haushaltskonsolidierung befindliche Kommunen der Heil- und Kurbäder sollen so ausgestattet werden, dass sich in das Kurwesen investieren können. Er stellte dafür 10 Millionen Euro in Aussicht, betonte aber, dass müsse im September erst im Kabinett beschlossen werden. Sonderbedarf der Kommunen soll ausreichend berücksichtigt werden, sagte er abschließend.

Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Landrätin des Kyffhäuserkreises Antje Hochwind (SPD) stellte fest, dass sie Bad Frankenhausen besser in den letzten Jahre entwickelt hat, als der Landkreis insgesamt. Sie verwies auch darauf, dass 33 Prozent der Übernachtungen aus den Heilbädern in Thüringen stammen. Sie hofft mit dem neuen Tourismusverband auf einen Ausbau des Tourismus in der Region.

Die Referatsleiterin beim Thüringer Wirtschaftsministerium Kerstin Friese (Bildergalerie 1) überbrachte die Grüße von Wirtschaftsminister Tiefensee und Staatsekretär Hoppe, die heute andere Termine haben. Sie verwies darauf, dass viele Kurorte wieder ihre Anerkennung als solche erneuern müssen. Sie relativierte die Übernachtungszahlen dahingehend, dass es 2013 einen deutlich Abfall gab, der 2014 noch nicht aufgeholt wurde. Dazu hat es Untersuchungen geben. Als Problemkreise wurden erkannt:
Mehr Kooperation, ortsgebundene Heilmittel besser in Marketing einbinden, Alleinstellungsmerkmale besser herausstellen, Profilierung der Gesundheitskompetenz. Sie stellte fest, bei Privatfinanzierungen gibt es noch Nachholbedarf, ebenso beim Hotel- und Gastgewerbe!

Ronald Gundlach von Hessischer Heilbäderverband (Bildergalerie 2) sagte in seinen Grußworten, Thüringen ist auf dem Richtigen Weg, wenn man sich dem hessischen Modell des Bäderpfennigs anschließen wolle, wie es Bernhard Schönau in seiner Rede gefordert hatte.. Gundlach übte aber auch scharfe Kritik am zentralen Heilbäderverband der sich hauptsächlich lange Zeit nur mit sich selbst beschäftigte. Er kündigte an, dass sechs ausgetretene Landesverbände sich zu einer Tagung treffen wollen.

Das Tagungsprogramm wird heute mit Themen gefüllt, die interessant und aktuell sind. Wie funktioniert eine Badekur heute und gibt es für jeden Geschmack eine Kur? Fragen, denen der Geschäftsführer der Tourismusberatung PROJEKT M, Cornelius Obier, auf den Grund geht und über die er mit Praktikern im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörtern wird. Außerdem stehen auf dem Programm ein Vortrag über allergikerfreundliche Kommunen und deren Zielgruppen, Werbestrategien im wettbewerblichen Fokus und die Profilierung der Marke “Waldwellness in Thüringen“. Ein Überraschungsgast wird gib sich nach der Mittagspause die Ehre und berichtet über Bad Frankenhausens Sole-Heilquelle.
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Hilfen für klamme Heilbäderkommunen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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