Di, 14:31 Uhr
07.07.2015
Mehr Qualität statt beitragsfreies Kita-Jahr?
Das aus der Streichung des Landeserziehungsgeldes freiwerdende Geld sollte in einen zielgerichteten qualitativen Ausbau der Kitas in Thüringen gesteckt werden...
Die Qualitätssteigerung muss Vorrang haben vor einem beitragsfreien Kita-Jahr, sagt Steffen Richter, beim PARITÄTISCHEN zuständig für den Bereich Kinder- und Jugendarbeit.
Erst wenn die Rahmenbedingungen landesweit stimmten, könne über eine beitragsfreie Kita-Zeit nachgedacht werden, so Richter zu der aktuellen landespolitischen Debatte. Der grüne Fraktionschef Dirk Adams hatte die Einführung eines beitragsfreien Kita-Jahres ab 2017, wie von der rot-rot-grünen Koalition geplant, in Frage gestellt.
Durch die Streichung des Landeserziehungsgeldes würden in Thüringen etwa 19 Millionen Euro pro Jahr frei. Das Geld könnte nach Einschätzung von Steffen Richter vor allem in drei Bereichen eingesetzt werden:
Richter verweist darauf, dass Thüringen nach den Ergebnissen der jüngsten Berteismann-Studie vom Juli 2014 erheblichen Nachholbedarf habe. Als ungünstig hatte die Stiftung die Betreuungsverhältnisse für Kinder ab drei Jahren bezeichnet. In dieser Altersgruppe ist nach der jüngsten Erhebung eine Erzieherin durchschnittlich für 11,2 Kinder zuständig. Thüringen liege damit schlechter als der gesamtdeutsche Durchschnitt mit 1:9,1. Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt für die Kinder ab drei Jahren einen Betreuungsschlüssel von 1:7,5, bei den unter Dreijährigen einen Schlüssel von 1:3.
Legt man diese Empfehlungen zugrunde, fehlen nach den Berechnungen der Stiftung 7850 zusätzliche Vollzeitkräfte in Thürignen – 4500 für unter Dreijährige und 3350 für Kinder ab drei Jahren. Die zusätzlichen Personalkosten beziffert die Stiftung auf 346 Millionen Euro pro Jahr. Das entspräche einem Anstieg der derzeitigen Personalkosten von 487 Millionen um über 70 Prozent.
Autor: redDie Qualitätssteigerung muss Vorrang haben vor einem beitragsfreien Kita-Jahr, sagt Steffen Richter, beim PARITÄTISCHEN zuständig für den Bereich Kinder- und Jugendarbeit.
Erst wenn die Rahmenbedingungen landesweit stimmten, könne über eine beitragsfreie Kita-Zeit nachgedacht werden, so Richter zu der aktuellen landespolitischen Debatte. Der grüne Fraktionschef Dirk Adams hatte die Einführung eines beitragsfreien Kita-Jahres ab 2017, wie von der rot-rot-grünen Koalition geplant, in Frage gestellt.
Durch die Streichung des Landeserziehungsgeldes würden in Thüringen etwa 19 Millionen Euro pro Jahr frei. Das Geld könnte nach Einschätzung von Steffen Richter vor allem in drei Bereichen eingesetzt werden:
- Bei der Verbesserung des Personalschlüssels für die Kinder ab drei Jahren. Diese Gruppe ging bei der letzten Kita-Novelle 2010 bei der Verbesserung des Betreuungsschlüssels leer aus, so Richter.
- Bei der Aufhebung der Kappungsgrenze für Leitungskräfte. Bisher gibt es maximal eine freigestellte Leitungskraft pro Einrichtung, egal, wie groß die Kita ist.
- Bei den kleinen Kitas im ländlichen Raum: Hier sollten mindestens zwei Vollzeitkräfte beschäftigt werden.
Richter verweist darauf, dass Thüringen nach den Ergebnissen der jüngsten Berteismann-Studie vom Juli 2014 erheblichen Nachholbedarf habe. Als ungünstig hatte die Stiftung die Betreuungsverhältnisse für Kinder ab drei Jahren bezeichnet. In dieser Altersgruppe ist nach der jüngsten Erhebung eine Erzieherin durchschnittlich für 11,2 Kinder zuständig. Thüringen liege damit schlechter als der gesamtdeutsche Durchschnitt mit 1:9,1. Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt für die Kinder ab drei Jahren einen Betreuungsschlüssel von 1:7,5, bei den unter Dreijährigen einen Schlüssel von 1:3.
Legt man diese Empfehlungen zugrunde, fehlen nach den Berechnungen der Stiftung 7850 zusätzliche Vollzeitkräfte in Thürignen – 4500 für unter Dreijährige und 3350 für Kinder ab drei Jahren. Die zusätzlichen Personalkosten beziffert die Stiftung auf 346 Millionen Euro pro Jahr. Das entspräche einem Anstieg der derzeitigen Personalkosten von 487 Millionen um über 70 Prozent.
