Fr, 17:59 Uhr
24.07.2015
Lokaltermin in der Unterkirche
Schaut man in ein Nachschlagewerk, so wird das Wort so erklärt: Lokaltermin – gerichtliche Verhandlung außerhalb des Gerichtsgebäudes, z. B. zur Besichtigung eines Tatortes oder von Sachen. Was das mit der Unterkirche Bad Frankenhausen zu tun hat, erfahren Sie hier...
Ähnliches konnte man Mitte Juli in der Unterkirche Bad Frankenhausen erleben. Das Integrative Kinder- und Jugendhaus Ilmenau hatte in die Wasserburg Heldrungen eingeladen und rund 100 Kinder und Jugendliche aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kamen für eine Woche zusammen, um unter Leitung von Steffen Rieche das Musical Lokaltermin von Gertrud und Dirk Schmalenbach einzustudieren. Es wurden Kostüme genäht, Kulissen und Requisiten hergestellt, Dialoge und musikalische Nummern auswendig gelernt. Die zusammengekommenen Choristen und Instrumentalisten übten fleißig ihre Partien. Schließlich sollte am Ende alles aus einem Guß erlebbar werden.
Die Geschichte erzählt von einem Familienvater, der auf einem Autorastplatz zusammengeschlagen wird, viele Menschen – Erwachsenen und Jugendliche – sind anwesend, aber – angeblich – war es keiner gewesen, keiner hat etwas gesehen und (k)einer hilft.
In einer modernen Version des biblischen Gleichnisses vom barmherzigen Samariter werden Fragen nach Ursachen und Formen von Gewalt gestellt und es wird zu zivilcouragiertem Eingreifen ermutigt. Schnelle Vorurteile werden ebenso hinterfragt wie platte Propaganda. Es werden verschiedene Jugendszenen vorgestellt und die Problemkreise Gewalt und Toleranz thematisiert.
Am 18. Juli war es dann soweit. Angehörige und Freunde der Mitwirkenden kamen aus den verschiedenen Gegenden Mitteldeutschlands, aber auch aus unserer Region erschienen die Besucher in die Unterkirche, um sich ein Bild von der Arbeit der Singewoche zu machen. Sie erlebten ein Stück mit vielen aktuellen Bezügen und einem Mix von besinnlichen Balladen, rockigen Songs und textbetonten Rap. Im Epilog des Stückes Lokaltermin heißt es: Es lassen sich nicht alle Konflikte lösen – auch in diesem Stück nicht. Auch hier bleibt vieles ungeklärt: Wie geht es weiter mit den rechten und den linken Jugendlichen? Wer hat den Mann niedergeschlagen?....
Es lassen sich nicht alle Verbrechen aufklären oder gar verhindern. So scheinen unsere Bemühungen oft aussichtslos….Doch wenn es keinen gäbe, der die erste Kerze entzündet; wenn es keine gäbe, der das erste Fünkchen Hoffnung entflammt; wenn alle nur resignierten….? Das möchten wir uns nicht ausmalen! Wir möchten ein Anstoß sein – damit in den Herzen der Menschen auf dieser, unserer Erde die kleine Pflanze Hoffnung zu großer Pracht erwachsen kann!
Diese Singewoche fand erstmals 1990 statt, in Bad Frankenhausen erfolgte die erste Aufführung 1999 mit dem Stück Mirjams Mose. Nachdem das Organisationsteam den idealen Übungsort Wasserburg Heldrungen erkannte, fanden seit 2004 die Aufführungen immer in Bad Frankenhausen in der Unterkirche statt, zumal diese ideale räumliche wie akustische Bedingungen bietet. Die Wasserburg Heldrungen ist schon für Jahre hinaus für die erste Ferienwoche gebucht. Und Frankenhausen freut sich schon auf die 15. Auflage des Singewochenergebnisses im nächsten Jahr 2016.
Text: Peter Zimmer
Foto: Privat/Johannes Völker
Autor: khhÄhnliches konnte man Mitte Juli in der Unterkirche Bad Frankenhausen erleben. Das Integrative Kinder- und Jugendhaus Ilmenau hatte in die Wasserburg Heldrungen eingeladen und rund 100 Kinder und Jugendliche aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kamen für eine Woche zusammen, um unter Leitung von Steffen Rieche das Musical Lokaltermin von Gertrud und Dirk Schmalenbach einzustudieren. Es wurden Kostüme genäht, Kulissen und Requisiten hergestellt, Dialoge und musikalische Nummern auswendig gelernt. Die zusammengekommenen Choristen und Instrumentalisten übten fleißig ihre Partien. Schließlich sollte am Ende alles aus einem Guß erlebbar werden.
Die Geschichte erzählt von einem Familienvater, der auf einem Autorastplatz zusammengeschlagen wird, viele Menschen – Erwachsenen und Jugendliche – sind anwesend, aber – angeblich – war es keiner gewesen, keiner hat etwas gesehen und (k)einer hilft.
In einer modernen Version des biblischen Gleichnisses vom barmherzigen Samariter werden Fragen nach Ursachen und Formen von Gewalt gestellt und es wird zu zivilcouragiertem Eingreifen ermutigt. Schnelle Vorurteile werden ebenso hinterfragt wie platte Propaganda. Es werden verschiedene Jugendszenen vorgestellt und die Problemkreise Gewalt und Toleranz thematisiert.
Am 18. Juli war es dann soweit. Angehörige und Freunde der Mitwirkenden kamen aus den verschiedenen Gegenden Mitteldeutschlands, aber auch aus unserer Region erschienen die Besucher in die Unterkirche, um sich ein Bild von der Arbeit der Singewoche zu machen. Sie erlebten ein Stück mit vielen aktuellen Bezügen und einem Mix von besinnlichen Balladen, rockigen Songs und textbetonten Rap. Im Epilog des Stückes Lokaltermin heißt es: Es lassen sich nicht alle Konflikte lösen – auch in diesem Stück nicht. Auch hier bleibt vieles ungeklärt: Wie geht es weiter mit den rechten und den linken Jugendlichen? Wer hat den Mann niedergeschlagen?....
Es lassen sich nicht alle Verbrechen aufklären oder gar verhindern. So scheinen unsere Bemühungen oft aussichtslos….Doch wenn es keinen gäbe, der die erste Kerze entzündet; wenn es keine gäbe, der das erste Fünkchen Hoffnung entflammt; wenn alle nur resignierten….? Das möchten wir uns nicht ausmalen! Wir möchten ein Anstoß sein – damit in den Herzen der Menschen auf dieser, unserer Erde die kleine Pflanze Hoffnung zu großer Pracht erwachsen kann!
Diese Singewoche fand erstmals 1990 statt, in Bad Frankenhausen erfolgte die erste Aufführung 1999 mit dem Stück Mirjams Mose. Nachdem das Organisationsteam den idealen Übungsort Wasserburg Heldrungen erkannte, fanden seit 2004 die Aufführungen immer in Bad Frankenhausen in der Unterkirche statt, zumal diese ideale räumliche wie akustische Bedingungen bietet. Die Wasserburg Heldrungen ist schon für Jahre hinaus für die erste Ferienwoche gebucht. Und Frankenhausen freut sich schon auf die 15. Auflage des Singewochenergebnisses im nächsten Jahr 2016.
Text: Peter Zimmer
Foto: Privat/Johannes Völker






