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Mo, 14:58 Uhr
10.08.2015
Landespolitik

Grüne: CDU hat Sommerloch gefunden

Die Thüringer CDU-Landtagsfraktion hat bekannt gegeben, dass sie am heutigen Tag eine Sondersitzung des Thüringer Landtages zur aktuellen Situation in der Asyl- und Flüchtlingspolitik beantragt hat. Für die grüne Landtagsfraktion ist das Schaufensterpolitik...


In ihrem Antrag fordert die CDU-Fraktion neben einem Berichtsersuchen zur aktuellen Situation unter anderem auch die Rückkehr zu Sachleistungen für Asylsuchende und den Einsatz Thüringens auf Bundesebene zur Einstufung des Kosovo, Albaniens und Montenegros als sichere Herkunftsstaaten (wir berichteten).

Dazu erklärt Dirk Adams, Fraktionsvorsitzender der Thüringer Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Gerade jetzt kommt es darauf an, vor Ort praktische Hilfe zu leisten und pragmatische Lösungen zu entwickeln. Eine vorgezogene Landtagssitzung, die lediglich Aktionismus demonstriert, wird an den Herausforderungen in den Landkreisen und Kommunen nichts ändern. Die CDU hat ihr ‚Sommerlochthema‘ entdeckt und versucht gezielt, von ihrer eigenen Verantwortung im Bund abzulenken.“

„Sämtliche Bundesländer und Kommunen stehen derzeit vor immensen Herausforderungen zur Unterbringung und Versorgung der immer größer werdenden Zahl von Asylsuchenden. Dies ist keineswegs eine Sachlage, die nur Thüringen betrifft. Platte Schuldzuweisungen, wie von der CDU vorgetragen, helfen hier nicht. Stattdessen braucht es ein gemeinsames und verantwortungsvolles Handeln im Sinne der hilfsbedürftigen Menschen“, fährt Adams fort.

Astrid Rothe-Beinlich, flüchtlingspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, ergänzt: „Vor allem die CDU unter ihrer Kanzlerin Angela Merkel trägt die Verantwortung dafür, dass den Bundesländern noch immer keine strukturelle und dauerhafte finanzielle Beteiligung des Bundes an den Kosten der Unterbringung und Versorgung der Asylsuchenden zur Verfügung steht. Die Länder fordern dies seit langem. Schließlich sind die bisherigen finanziellen Hilfen des Bundes viel zu wenig. Auch die Abarbeitung von zigtausenden liegen gebliebenen Asylanträgen ist in erster Linie eine Aufgabe des Bundes und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Die Bundesländer für diese Situation verantwortlich zu machen, ist einfach nur verantwortungslos.“

Zudem lehnt die grüne Flüchtlingspolitikerin die Forderung zur Rückkehr zu Sachleistungen klar ab: „Wir sind froh, dass diese populistische und diskriminierende Praxis endlich ein Ende hat. Auch die Einstufung von weiteren Balkan-Ländern als sichere Herkunftsstaaten lehnen wir aus prinzipiellen Erwägungen ab. Einen weiteren Eingriff in das Grundrecht auf Asyl werden wir auf keinen Fall unterstützen. Im Übrigen hat die Einstufung von Serbien, Mazedonien und Bosnien weder zur Verkürzung der Verfahren beigetragen, noch ist ein Abschreckungseffekt zu beobachten. Hier wird wieder einmal von der CDU billiger Populismus auf dem Rücken der Asylsuchenden betrieben.“
Autor: red

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Kommentare
NDHler
10.08.2015, 15:22 Uhr
Das ist kein Sommerloch,
dass Thema ist so aktuell wie kein anderes! Und wenn in Deutschland nicht bald das Asylrecht rigoros Anwendung findet, wird es in diesem Land einen Rechtsruck geben davon träumt Herr Adams noch nicht mal von! 50 - 60% der Flüchtlinge die nach Deutschland kommen stammen aus dem Balkan und gehören zeitnah nach Hause geschickt.

Erst dann kann man sich in Deutschland mit den zur Verfügung stehenden Mitteln um die Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien, Afghanistan usw. kümmern! Und viel Zeit bleibt nicht mehr, dann ist es nicht mehr so warm und trocken. Dann beginnt das Chaos mit der Unterbringung erst richtig. So langsam sollten das auch die Grünen und die Linken begreifen! Innerhalb der SPD scheint man da schon einen Schritt weiter wenn ich Herrn Bausewein richtig verstanden habe.
altmeister
10.08.2015, 15:26 Uhr
Warum nicht?
Sehr geehrter Herr Adams,
dem interessierten Leser ist allerdings bekannt, dass durch die Landesregierung Bundesmittel nicht an die Kommunen weitergegeben wurden.
Es ist somit vielleicht doch angebracht, wenn eine Sitzung statt findet, um dieses anzusprechen.
Auch sollte gerade im Interesse der Hilfsbedürftigen eine klare Aussage möglich sein, wer Asyl benötigt und wer nicht verfolgt ist. Es ist nicht gut, wenn nur aus lauter Gutmütigkeit erklärt wird, dass Unterstützung und Asyl für Alle gelten.
Dadurch wird notwendige Hilfe erschwert für jene, die verfolgt sind und leiden müssen!
Wollen Sie das?
Ickarus
10.08.2015, 16:39 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
Bodo Schwarzberg
10.08.2015, 17:24 Uhr
CDU und Grüne: gegenseitiges Augenzukleistern
Da sieht man mal wieder, wie austauschbar die politischen Farben heute im Interesse der Macht geworden sind: Statt über die Ursachen, also die gesellschaftlichen Wurzeln der vielen Zuwanderer zu reden, unterhalten sich zwei Parteien ausschließlich über die Bewältigung der Folgen eines Weltversagens.

Kaum jemand scheint es so deutlich zu sagen, wie die früheren DDR-Bürgerrechtler in ihrem von der "Lügenpresse" kaum veröffentlichen Weihnachtsbrief an Pegida, da sie wie schon 1989 einzig das Versagen unseres Systems als Grundlage des Desasters ausmachen: die reichen Länder, die sich wie in Libyen und Syrien, im Irak, Kosovo und sonstwo auch militärisch einmischen, und so Instabilitäten, ja die IS und eben Flüchtlinge mit erzeugen. Warum sagt der Grüne Adams nichts über die von den reichen Ländern und ihren Großkonzernen wesentlich verursachte weltweite Umweltzerstörung, die als Fluchtgrund nach wie vor bei der UNO kaum benannt wird.

Zu heiß sind diese Eisen, da es ja die Grundlagen des Systems berührt, weil es die Hilflosigkeit unserer Politiker entlarvt, die Wirtschaft und den militärischindustriellen Komplex zu zügeln, der hinter vielem steht und weil es ihre eigene Macht gefährden könnte. Eben, wenn die Bevölkerung aus der von Peter Scholl-Latour angeprangerten Massenverblödung endlich erwacht.

Wenn fast täglich hunderte Menschen im Mittelmeer ertrinken, und unsere politischen Krawattenträger trotzdem ganz schnell wieder zur Tagesordnung übergehen, zeigt sich, dass wir es in Europa mit Menschenrechten erster und zweiter Klasse zu tun haben und was für Leuten wir regiert werden. Herr Adams und seine Kollegen von der CDU sollten sich schämen.

Jede Diskussion über den Kleinkram des Umgangs mit Flüchtlingen hier, verlängert das Leiden von Millionen Flüchtlingen, die noch kommen möchten und mit Sicherheit kommen werden. Denn nicht einmal in einem Sommerloch trauen sich die von uns gewählten Volksvertreter, uns reinen Wein einzuschenken. Das, was wir gegenwärtig erleben, ist nur der Anfang. Diese Leute tragen eine Mitschuld daran, wenn die Probleme unserer Welt von Stunde zu Stunde weiter wachsen, statt kleiner werden.
Real Human
10.08.2015, 18:41 Uhr
„Kruzifix no amoi!“
Das Flüchtlings-“Problem“ ist ein globales Problem und am CDU-Stammtisch wird es bestimmt nicht gelöst werden, auch nicht im Bundeskanzleramt und wohl auch nicht in Brüssel. Weltweit besitzt 1 Prozent der Weltbevölkerung etwa so viel Vermögen, wie die restlichen 99 Prozent zusammen (http://www.spiegel.de/wirtschaft/ungleichheit-superreiche-besitzen-mehr-als-die-anderen-99-prozent-a-1013655.html)

Erinnern wir uns an die armen und unterdrückten Brüder und Schwestern in der „Soffjet-zone“ (Adenauer). Auch sie scheuten oft keine noch so große Gefahr, um in den „Goldenen Westen“ zu gelangen. Waren sie alle politische Flüchtlinge? Darf man „Äpfel mit Birnen vergleichen“? Ich glaube schon, denn beide wachsen auf verwandten Baumarten. Einen schönen Vergleich findet man auf https://www.youtube.com/watch?v=e8kIZtCXV4E ! (Leider merkt man dem Darsteller des Grenzoffiziers an, dass er offensichtlich keine Ahnung von der NVA-Kleiderordnung hat. Schauen Sie sich mal mal an, wie seine Uniformhose in den Stiefeln steckt! Das jammert ja den Hund! Wegtreten!)

Doch wie gehen wir mit unseren armen Brüdern und Schwestern vom unruhigen Balkan um oder gar mit „unseren Glaubensbrüdern“? Dazu ein Satireklassiker aus den 1990ern, den ich endlich wiedergefunden habe: https://www.youtube.com/watch?v=gU_ToeVtCpo

Wer an dieser Situation etwas ändern will, muss schon sehr dicke Bretter bohren! Schloss Elmau scheint da wohl der falsche Ort zu sein.
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