eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Di, 09:33 Uhr
01.09.2015
Abhängen für Toleranz und Offenheit

Cornern gegen Fremdenhass

Die Flüchtlings- und Asyldiskussion ist derzeit landesweit präsent. Entgegen negativer Beispiele zeigen Jugendliche beim Cornern – dem gemeinsamen Abhängen an den angesagtesten Locations der Stadt – wie Offenheit und Toleranz heutzutage wirklich gelebt werden...


Hier ist jeder eingeladen mitzumachen und wird mit offenen Armen aufgenommen. Eine Umfrage des Webportals cornern.com (www.cornern.com) hat ergeben, dass 90 Prozent der Mitglieder der Jugendszene Flüchtlinge ausdrücklich willkommen heißen.

Anzeige symplr (1)
Cornern ist das neue, urbane Hobby der Jugend. Man trifft sich gemeinsam mit anderen Jugendlichen an den coolsten öffentlichen Locations der Stadt wie Parks, Brücken oder Shoppingmeilen. Es gibt weder einen Dresscode, noch einen festen Ablauf: Je nach Belieben startet man eine spontane Gitarren-Session, ein Rap Battle oder philosophiert bis in die Morgenstunden. Beim Cornern geht es nicht darum, sich nur mit seinen eigenen Freunden zu treffen.

Da die Locations auf cornern.com öffentlich zugänglich sind, kann und soll grundsätzlich jeder kommen. Kein Wunder, dass die jugendlichen Cornerer so weltoffen sind. Es bietet ihnen die optimale Gelegenheit, mit Menschen aus anderen Ländern und auch mit Flüchtlingen in Kontakt zu kommen und so von den persönlichen Schicksalen zu erfahren und selbst in Aktion zu treten.

Cornern.com ruft zum vorurteilsfreien Treffen auf

Aufgrund der zunehmenden Ablehnung gegenüber Flüchtlingen und Asylsuchenden in der Gesellschaft ruft cornern.com unter dem Motto „Treffen-Kennenlernen-Vorurteilsfrei“ dazu auf, diese gezielt zum gemeinsamen Cornern einzuladen.

„Das Cornern ist eine der demokratischsten Jugendphänomene der letzten Jahre. Hautfarbe, Religion, sexuelle Orientierung oder Herkunft sind dabei völlig egal. Beim Cornern geht es darum, Menschen kennenzulernen und mit ihnen Spaß zu haben – ganz vorurteilsfrei“, erklärt Rainer Brosy von cornern.com.

Ebenso sieht es Katrin M. aus Frankfurt, die bei der Umfrage sagte: „Integration kann nicht eingefordert werden, wenn die Bevölkerung selbst nicht bereit ist, den Vertriebenen zu helfen und sich auf eine Integration einzulassen. Ich habe letzte Woche einen Syrer mit zum Friedberger Platz genommen und gemeinsam haben wir gecornert. Das ist gelebte Integration.“

Über cornern.com: cornern.com ist die erste Anlaufstelle für Fans des neuen, urbanen Jugendtrends „Cornern“. Die Webseite ermöglicht es ihnen, die angesagtesten Plätze zum gemeinsamen Abhängen im Freien anzulegen – egal ob Park, Partybrücke oder belebte Straßen. So kann jeder, der Lust hat, dazustoßen und neue Leute kennenlernen. Clubbing war gestern, heute wird gecornert.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Leser X
01.09.2015, 09:42 Uhr
Amüsantes Denglisch
Corner ist Englisch und heißt Ecke. Cornern auf Deutsch würde dann also Eckenen heißen? Oder wie?

Es lebe die vergnügliche Verhunzung und Vermischung von Deutsch und Englisch. Also Denglisch::))
Paulinchen
01.09.2015, 11:41 Uhr
Wie intelligent sind da die Franzosen
Dort ist die Verwendung von engl. Begriffen nur dann gestattet, wenn es dafür kein französisches Wort gibt. Das nenne ich Pflege der Sprachkultur und Erhaltung des Nationalstolzes.

Ich mache jetzt den cut, damit meine lieben User nicht daraus noch ein Meeting machen. ;-)
Real Human
02.09.2015, 14:02 Uhr
@ Paulinchen: Mit Esperanto wäre Vieles anders!
Da freue ich mich aber, „Paulinchen“! Wie tief sind „wir Deutschen“ doch gesunken, dass wir einen wichtigen Teil unserer nationalen Identität – nämlich unsere Sprache – im angloamerikanischen Trendymüll verkommen lassen. Nationalstolz, wie die Franzosen? I wo! Nur wegen eines Österreichers aus Braunau schämen wir uns so sehr Deutsche zu sein, dass wir sogar unsere Sprache verkommen lassen! (Denglisch zu spieken ist ja auch nicht ehrenrührig, ist doch Englisch eigentlich no more than a Low German dialect! Wohlgemerkt: Niederes Deutsch! Außerdem, schämen sich die Franzosen für ihren gescheiterten Napoleon? – Das in den Klammern war selbstverständlich größtenteils Comedy/Polemik ;–)

Aber ich argumentiere hier nicht für die AfD oder gar die NPD! Ich will nur thematisieren, dass es für politische Flüchtlinge nicht leicht werden könnte, in einem Land Aufnahme zu finden, dessen Bevölkerung mit sich selbst nicht im Reinen ist, das eine tiefgründig gestörte Identität hat.

Als was fühlen Sie sich? In erster Linie als Weltbürger oder als Europäer oder Deutscher oder Thüringer (oder Südharzer Jodler ;–)? Der ethnischen Dimension muss man aber mindestens auch noch die Dimension der (oft) eingebildeten Klassenzugehörigkeit hinzufügen. Vielleicht gibt es noch weitere Dimensionen mit denen mensch (um man/frau zu vermeiden) sich verorten kann.

Gerade die „Flüchtlingskrise“ zeigt, wie bedeutsam es ist, als was mensch sich fühlt. Für einen multilingualen Großkapitalisten vom Tegernsee ist es eigentlich keine „Krise“, sondern eine willkommene Bereicherung mit neuen „Gastarbeitern“ oder neuen menschlichen Robotern. Der nicht mal richtig alphabetisierte Bauhelfer aus Heidenau fürchtet jetzt vielleicht einen strebsamen syrischen Zahnarzt als neuen „Kollegen“, der sein deutsches Ego kränkt, weil er z.B. bestimmte Feinheiten der deutschen Sprache nach einem Jahr vielleicht besser beherrscht als er, der echte Sachse.

Esperanto („Ist das dieser neue Tanz, den Papst Franziskus aus Argentinien mitgebracht hat?“ ;–) war einmal als eine leicht erlernbare Sprache für alle Menschen auf der Welt angedacht. Dabei sollten möglichst viele international bekannte Wortwurzeln und eine völlig regelmäßige Grammatik zur Anwendung kommen. Besonders genial finde ich die sog. Zamenhof-Tabelle (Siehe z.B.:https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachaufbau_des_Esperanto#Die_Tabellw.C3.B6rter !)

Dabei ist Esperanto nicht das einzige mehr oder weniger ausgebaute Projekt einer Plansprache, aber dasjenige, das sich am weitesten verbreiten konnte. Sein Autor Ludwik Lejzer Zamenhof (Pseudonym „Dr. Esperanto“ = „Der Hoffende“) entwarf auch den sog. „Homaranismus“ mit dem er der Mentalität seiner in engstirnigen Nationalismen und religiösen Fundamentalismen befangenen Zeitgenossen weit voraus war. (https://de.wikipedia.org/wiki/Homaranismo). Als Kind seiner Zeit konnte er sich allerdings – ähnlich wie Robespierre – nicht vom Kult um ein „Höchstes Wesen“ befreien. Auch war er wohl tief im Patriarchalismus befangen. („Mutter“ heißt auf Esperanto „patrino“ und ist von Vater = „patro“ abgeleitet.)

Trotzdem wäre das heute auch im Bildungsbürgertum oft nur noch schemenhaft bekannte Esperanto ein wunderbarer Ansatz für ein Weltbürger-Bewusstsein gewesen. Stattdessen kämpfen jetzt atomar bewaffnete Großmächte nicht nur um Absatzmärkte und die letzten Rohstoffvorräte, sondern auch um eine kulturelle Dominanz.

Wenn es nicht weltweit zu einem grundlegenden Bewusstseinswandel kommt, wird die Menschheit mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wohl nicht fertig werden?!

Wer sich näher für Esperanto interessieren sollte, der sei z.B. auf die Esperanto-Stadt Herzberg (http://www.herzberg.de/staticsite/staticsite.php?menuid=311&topmenu=311&keepmenu=inactive), ganz in unserer Nähe verwiesen. Dort gibt es eine sehr aktive Esperanto-Gruppe.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)