Mo, 14:34 Uhr
07.09.2015
Ein Blick in die Statistik
Immer weniger Thüringer
Die Erfurter Statistiker blicken heute in die Zukunft. Laut Bevölkerungsprognose wird Thüringen bis zum Jahr 2035 weiter stark an Einwohnern verlieren und deutlich unter die zwei Millionen Marke rutschen. Wenn die Annahmen auch eintreffen...
Das Thüringer Landesamt für Statistik veröffentlicht heute die Ergebnisse der 1. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung (1. rBv).
Regionalisiert bedeutet, dass zunächst die Berechnungen für die kreisfreien Städte und Landkreise durchgeführt wurden und sich das Ergebnis für Thüringen aus der Summe dieser ergibt. Die Annahmen für die 1. rBv wurden zwischen dem Bund und den Ländern abgestimmt. Die Vorausberechnungen basieren auf dem fortgeschriebenen Bevölkerungsstand zum 31.12. und reichen bis zum Jahr 2035. Die Ergebnisse für Deutschland wurden am 28. April dieses Jahres als 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung von Destatis veröffentlicht und können unter www.destatis.de eingesehen werden.
Nach den Ergebnissen der 1. rBv wird sich die Thüringer Bevölkerung weiter stark reduzieren. Lebten Ende 2014 rund 2.156.800 Personen in Thüringen, werden es im Jahr 2035 noch 1.875.100 Personen sein. Bezüglich der Gesamtentwicklung gibt es zwischen den 21 Jahren des Prognosezeitraums große Unterschiede. So schwankt die jährliche Reduzierung von -8.254 Personen im Jahr 2015 (Minimum) bis -15.302 Personen im Jahr 2029 (Maximum).
Hauptursache für den Bevölkerungsrückgang ist der anhaltende Sterbefallüberschuss. Sollten die Annahmen so eintreffen, werden bis zum Jahr 2035 im Durchschnitt jährlich ca. 15.000 Kinder weniger geboren als Menschen sterben. Der durchschnittliche jährliche Wanderungsgewinn von rund 1.800 Personen im betrachteten Zeitraum kann die Lücke zwischen der Zahl der Geborenen und Gestorbenen nicht schließen, so der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, Günter Krombholz.
Die Bevölkerung Thüringens wird sich nicht nur weiter verringern, sondern zudem immer älter werden. Ende 2014 betrug der Anteil der Personen ab 65 Jahre an der Gesamtbevölkerung 24,0 Prozent. Im Jahr 2035 werden bereits 34,4 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre und älter sein.
Erfreulich ist, dass der Anteil der jungen Menschen unter 20 Jahren an der Gesamtbevölkerung im gleichen Zeitraum von 15,5 Prozent auf 16,4 Prozent ansteigen wird, sofern die Annahmen eintreten.
Die entgegengesetzte Entwicklungsrichtung zeigt die Bevölkerung der 20- bis unter 65-Jährigen, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung von 60,4 Prozent um 11,2 Prozentpunkte bis zum Jahr 2035 sinken wird.
Das Durchschnittsalter der Thüringer lag Ende 2014 bei 46,9 Jahren und wird demnach bis zum Jahr 2035 auf 49,9 Jahre ansteigen.
Nach vorliegenden Ergebnissen führte der Minister für Inneres und Kommunales, Dr. Holger Poppenhäger, wie folgt aus: Die wichtigste Erkenntnis der vorliegenden Erhebung ist zweifellos, dass sich der bislang prognostizierte Bevölkerungsrückgang nur leicht abschwächen wird. Dieser Trend über- rascht nicht. Die Landesregierung muss reagieren, damit Thüringen attraktiv und lebenswert bleibt und die Abwanderung sich verlangsamt. Die anstehende Verwaltungs-, Funktional- und Gebietsreform gibt Thüringen die Möglichkeit, fit für die Zukunft zu werden.
Autor: redDas Thüringer Landesamt für Statistik veröffentlicht heute die Ergebnisse der 1. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung (1. rBv).
Regionalisiert bedeutet, dass zunächst die Berechnungen für die kreisfreien Städte und Landkreise durchgeführt wurden und sich das Ergebnis für Thüringen aus der Summe dieser ergibt. Die Annahmen für die 1. rBv wurden zwischen dem Bund und den Ländern abgestimmt. Die Vorausberechnungen basieren auf dem fortgeschriebenen Bevölkerungsstand zum 31.12. und reichen bis zum Jahr 2035. Die Ergebnisse für Deutschland wurden am 28. April dieses Jahres als 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung von Destatis veröffentlicht und können unter www.destatis.de eingesehen werden.
Nach den Ergebnissen der 1. rBv wird sich die Thüringer Bevölkerung weiter stark reduzieren. Lebten Ende 2014 rund 2.156.800 Personen in Thüringen, werden es im Jahr 2035 noch 1.875.100 Personen sein. Bezüglich der Gesamtentwicklung gibt es zwischen den 21 Jahren des Prognosezeitraums große Unterschiede. So schwankt die jährliche Reduzierung von -8.254 Personen im Jahr 2015 (Minimum) bis -15.302 Personen im Jahr 2029 (Maximum).
Hauptursache für den Bevölkerungsrückgang ist der anhaltende Sterbefallüberschuss. Sollten die Annahmen so eintreffen, werden bis zum Jahr 2035 im Durchschnitt jährlich ca. 15.000 Kinder weniger geboren als Menschen sterben. Der durchschnittliche jährliche Wanderungsgewinn von rund 1.800 Personen im betrachteten Zeitraum kann die Lücke zwischen der Zahl der Geborenen und Gestorbenen nicht schließen, so der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, Günter Krombholz.
Die Bevölkerung Thüringens wird sich nicht nur weiter verringern, sondern zudem immer älter werden. Ende 2014 betrug der Anteil der Personen ab 65 Jahre an der Gesamtbevölkerung 24,0 Prozent. Im Jahr 2035 werden bereits 34,4 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre und älter sein.
Erfreulich ist, dass der Anteil der jungen Menschen unter 20 Jahren an der Gesamtbevölkerung im gleichen Zeitraum von 15,5 Prozent auf 16,4 Prozent ansteigen wird, sofern die Annahmen eintreten.
Die entgegengesetzte Entwicklungsrichtung zeigt die Bevölkerung der 20- bis unter 65-Jährigen, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung von 60,4 Prozent um 11,2 Prozentpunkte bis zum Jahr 2035 sinken wird.
Das Durchschnittsalter der Thüringer lag Ende 2014 bei 46,9 Jahren und wird demnach bis zum Jahr 2035 auf 49,9 Jahre ansteigen.
Nach vorliegenden Ergebnissen führte der Minister für Inneres und Kommunales, Dr. Holger Poppenhäger, wie folgt aus: Die wichtigste Erkenntnis der vorliegenden Erhebung ist zweifellos, dass sich der bislang prognostizierte Bevölkerungsrückgang nur leicht abschwächen wird. Dieser Trend über- rascht nicht. Die Landesregierung muss reagieren, damit Thüringen attraktiv und lebenswert bleibt und die Abwanderung sich verlangsamt. Die anstehende Verwaltungs-, Funktional- und Gebietsreform gibt Thüringen die Möglichkeit, fit für die Zukunft zu werden.