Di, 00:48 Uhr
08.09.2015
Erfolgreicher Rückblick
40 Jahre Kleingartenverein Glückauf – ein Rückblick. Wie es in Sondershausen begann und wie es heute ist, erfahren Sie hier...
Die Fürsten von Schwarzburg ließen um 1836 unterhalb des Schlosses auf der südlichen Flussseite einen Park anlegen. Im Wald am nördlichen Flussufer entstand ein Gehege zur Zucht von Fasanen, die Fasanerie.
In der Wirtschaftkrise nach 1929 wurden viele Gartenanlagen gegründet.
So wurden 1937 auf dem Territorium der ehemaligen Fasanerie die Waldbäume gerodet, um eine Gartenanlage für das Personal des Schlosses errichten. Diese Gartenanlage erhielt später den Namen Fasanerie. Die Gärten der Fasanerie und von Glückauf bilden heute zusammen mit dem Schlosspark eine große grüne Insel im Norden der Stadt. Im Jahre 1975 wurde die Sparte Fasanerie in zwei selbstständige Sparten geteilt.
Der östliche Teil wurde als Fasanerie weitergeführt und der westliche Teil wurde als Kleingartensparte Glückauf durch die Kleingärtner Fritz Heckert und Wolfgang Emmelmann in der Gaststätte Stille Liebe gegründet. Damals bildete der sozialistische Wettbewerb, Wettbewerbsprogramme jedes Jahr die Grundlage dieser Arbeit. Es wurden sehr hohe Ziele gesteckt und auch erbracht. Von der Kreisorganisation des VKSK (Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter) wurde der Gartenverein Glückauf für hervorragende Leistungen im sozialistischen Wettbewerb vielfach ausgezeichnet. Selbst der Titel Staatlich anerkanntes Naherholungsgebiet konnte erfolgreich verteidigt werden.
Am 17.06.90 erfolgte die Gründung des Kreisverbandes Kyffhäuserkreis der Gartenfreunde e.V. Sondershausen mit dem Ziel, das Kleingartenwesen, auch nach dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland kontinuierlich weiter zu entwickeln.
Bei den 17 Gründungssparten, war auch Glückauf von Anfang an mit dabei. Etliche Gartenfreunde aus Glückauf waren und sind seither auch ehrenamtlich im Kreisvorstand und seinem Beirat tätig.
Eine kritische Situation – die Wende – durchlebte auch unser Gartenverein. Der damalige Vorstand legte seine Ämter nieder. Der Verein war führungslos. Die Gartenfreunde Siegfried Schiebel und Herbert Schammler übernahen die Initiative und die Verantwortung und führten den Verein. Neuwahlen standen an, sowie die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Sondershausen. Die Beantragung der Gemeinnützigkeit beim Landratsamt Sondershausen und die Steuerliche Gemeinnützigkeit beim Finanzamt Mühlhausen folgten. Im Bebauungsplan der Stad Sondershausen wurde die Gartenanlage festgeschrieben.
Vieles wurde seit dem Bestehen der Anlage vollbracht.
1982 - Anlegen eines Kinderspielplatzes und Verlegung einer Stromleitung
1996 - Sanierung des Mittelweges, Bau des Pavillons und eines ortsfesten Grills
1995-97 - Tiefbauarbeiten, die Hospitalstraße wurde erneuert und verbreitert, die Gartenanlage hat sich auf 58 168 m/2 verringert. Es wurde ein neuer Pachtvertrag der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen abgeschlossen.
1999 - In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und der FAU erfolgte die Erneuerung des Parkplatzes an der Wipperbrücke, die Sanierung des Spielplatzes und der Bau von Umzäunungen.
2002 - Fertigstellung der E-Anlage, Erdkabel ersetzte nun die alten Freileitungen, Elektro-Verteilungen nach den neuen DIN/VDE Normen versorgen die Kleingärten mit Strom.
Der Gartenverein beteiligte sich maßgeblich und regelmäßig auch im Kreisverband an der Kernobstschau, Rosenschau, Lehrvorführungen im Obstbaumschnitt, Schulungen Gemüseanbau, Pflanzenbasar, Lehrgänge über Pflanzenschutz wurden durchgeführt. In unserem Versuchsgarten wurden folgenden Kulturen und Sorten angebaut und getestet für unsere regionalen Boden- und Wuchsverhältnisse und Schulungen dazu durchgeführt. Das waren Erdbeeranbau, Tomatenanbau, Beerenobstanbau und Rosenanbau mit entsprechenden Seminaren und Eignungsempfehlungen für unsere Region.
Unsere Vereinsmitglieder nahmen regelmäßig an Veranstaltungen zum Tag der offenen Tür in der Landesversuchsanstalt für Gartenbau (LVG) in Erfurt teil und initiierten 2010 in der Anlage Glückauf einen eigenen Wettbewerb bester Garten des Jahres. Im Jahr 2011 nahm der Gartenverein Glückauf als einziger Verein im Kreisgebiet am Landeswettbewerb Thüringen der Gartenfreunde teil und belegte den 9. Platz. Für einen Verein mit 157 Parzellen und den allgemeinen Problemen aller Gartenvereine in einer ländlichen Region mit zunehmender Überalterung, fehlendem Nachwuchs und dem Kampf mit leer stehenden Parzellen trotzdem ein beachtliches und gutes Ergebnis.
Aber auch Unangenehmes mussten unsere Gartenfreunde in Kauf nehmen. So die Naturgewalten in Form von Hochwasser, wie im Frühjahr 1970, das Hochwasser im Juni 1981 und im Mai 1983. Unsere Anlage war ein großer See. Von Beeten und Anbau sowie den Lauben war nichts mehr zu sehen. Es stand alles unter Wasser. Grauenvoll!
Im Januar 2003 lag der Wasserspiegel eine Woche über der Geländeoberfläche unserer Gartenanlage. Das Grundwasser stieg auf und überflutete unsere Gärten. Der neu errichtete Wipperdamm konnte dies zwar nicht verhindern, aber ohne ihn wäre das Ausmaß des Schadens in der Fläche noch viel größer gewesen.
Leider haben wir auch mit Vandalismus zu kämpfen, Einbrüchen oder Diebstahl.
Seit dem 15. 9. 2010 gibt es eine Patenschaft des Gartenvereines Glückauf e. V. mit der Kita Arche Noah in Stockhausen. Die Kinder haben in der Gartenanlage einen eigenen großen Paten-Garten, in dem wir neben Laube, Geräteschuppen, einem überdachten Freisitz und natürlich auch für den naturkundlichen Anschauungsunterricht ein größeres Insektenhotel aufgebaut haben. Unsere Kleingärtner unterstützen die Kinder tatkräftig und mit viel Engagement.
Im Jahr 2014 wurde ein Projekt des CSC GmbH mit Unterstützung durch den Kreisverband der Gartenfreunde, der Zwergengarten, in der Gartenanlage im Mittelweg offiziell eröffnet, wo auch die Landrätin Frau Antje Hochwind gemeinsam mit den Kindern eine Baum pflanzte.
Der Vereinsvorstand und die Gartenfreunde waren stets bestrebt den Verein und die Anlage weiter zu entwickeln. Den neuen Gegebenheiten sich nur anzupassen reichte uns nicht. Neue Ideen und Konzepte waren gefragt, galt es doch in unserer ländlichen Region das Kleingartenwesen nicht nur zu erhalten sondern durch junge Nachwuchsgärtner den Fortbestand der Anlage und des Vereines langfristig zu sichern. Auch im Vereinsvorstand waren wir stets bemüht junge Vereinsfreunde an eine ehrenamtliche Tätigkeit heranzuführen und damit die Vereinsführung kontinuierlich zu verjüngen.
Das gestaltet sich aber nicht immer einfach. Wer jung ist und Arbeit hat, dem fehlt dann auch oft die ausreichende Zeit für ein anspruchsvolles Ehrenamt. Also war man doch froh, dass man die Alten noch hatte, die im Vorruhestand oder bereits in Rente verantwortungsvolle Aufgaben im Verein übernommen haben und als langjährige Kleingärtner in der Anlage nicht nur ihr Wissen und die Erfahrungen einbringen und weiter geben konnten.
Kritisch für den Verein wurde es nochmal 2008, als der damalige Vereinsvorsitzende und sein Stellvertreter das Amt niederlegten. Hier nahmen Rosemarie Treuse als Vorsitzende und Thomas Leipold als Stellvertreter das Zepter in die Hand und führten den Verein in insgesamt 6 Jahren Amtszeit zu einer neuen Blüte, Bekanntheit und Ansehen, auch weit über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus. Auch das Kita-Projekt in Glückauf fand große Beachtung und machte bis zum Bundesverband Deutscher Gärten (BDG) Schule.
Auch durch eine gute Pressearbeit ist der Verein nicht nur regional bekannt und es konnten auch dadurch neue Vereinsmitglieder und Pächter gewonnen werden. Auch in der Garten Flora als Fachzeitschrift für das Kleingartenwesen wird durch Thomas Leipold immer wieder von der Gartenanlage, den Projekten und anderen Höhepunkten berichtet. Rückschläge gab es aber auch in den letzten 2 Wahlperioden. Jüngere Vorstandsmitglieder legten ihr Amt nieder und es blieben wieder nur die Alten übrig. Auch nach der letzten Wahl im November 2014 wurde der neue Vorstand kräftig verjüngt. T. Leipold schied aus gesundheitlichen Gründen aus dem kleinen Vorstand aus, bleibt aber im erweiterten Vorstand und auch beratend weiter tätig.
Rosemarie Treuse übernahm als einzige Alte im neuen Vorstand jetzt das Amt als Schriftführerin. Ihr Wissen und der Erfahrungsschatz in der Vereinsführung, in den Vereinsfinanzen, in allen Rechtsfragen zum Vereinsleben, der Mitgliedschaft und zu Pacht- und Nutzungsfragen sollen auch dem neuen Vorstand zu Gute kommen und sehr hilfreich sein. Nun sind die Jungen Wilden am Zuge das Erreichte fortzusetzen, weiter zu führen und vielleicht auch besser zu machen. Die Alten sollen ja alle weg, sagte jemand auf der letzten Vorstandssitzung im August. In der Politik zieht man gewöhnlich nach 100 Tagen im Amt das erste Resümee.
In einem Verein, wie auch einem Gartenverein, müssen die Aufgaben und Probleme hier und jetzt gelöst werden, da soll und kann man nicht 100 Tage warten. Ob das gelungen ist wird sich auf der nächsten Mitgliederversammlung, nun nach 40 Jahren des Bestehens der Gartenanlage, erweisen müssen. Dann haben die Vorstandsmitglieder gemäß der Satzung Bericht gegenüber den Mitgliedern über ihre Arbeit abzugeben. Und schon wieder waren vorher Amtsniederlegungen, auch der Jungen Wilden zu verzeichnen. Bleiben doch wieder die Alten, die es dann wieder richten müssen? Sicher ist man gut beraten in den Vorstand Gartenfreunde zu berufen, die zumindest das Ansehen und das Vertrauen der Mehrheit der Kleingärtner in der Anlage bereits genießen oder erwerben können und neben Sachverstand und Rechtskenntnissen das Bundeskleingartengesetz in der Anlage weiter umsetzen und auf dessen Einhaltung achten werden. Auch gute Führungsqualitäten und ein guter Umgang mit Menschen, ihren Problemen, Sorgen, Ideen und Hinweisen sind gefragt. Was wäre noch wünschenswert?
Die eigene Vereinssatzung und die eigene Gartenordnung sollte man kennen und nicht nur einmal gelesen haben, das setze sicher nicht nur ich einfach voraus. Für bestimmte Aufgaben, wie z. B. Finanzen sollte man möglichst auf Fachleute zurückgreifen, die mit Finanzen, insbesondere und speziell auch Vereinsfinanzen mit all den Besonderheiten, Buchungen und dem Finanzrecht über gute und vor allem auch hoffentlich längere praktische Erfahrungen verfügen. Sind doch die Finanzen das Rückgrat des Vereines. Auch solche Fachleute gibt es bei uns im Verein, die sind aber meist schon Älter und rechnen sich sicher nicht mehr zu den Jungen Wilden.
T. Leipold
Gartenverein Glückauf
Autor: khhDie Fürsten von Schwarzburg ließen um 1836 unterhalb des Schlosses auf der südlichen Flussseite einen Park anlegen. Im Wald am nördlichen Flussufer entstand ein Gehege zur Zucht von Fasanen, die Fasanerie.
In der Wirtschaftkrise nach 1929 wurden viele Gartenanlagen gegründet.
So wurden 1937 auf dem Territorium der ehemaligen Fasanerie die Waldbäume gerodet, um eine Gartenanlage für das Personal des Schlosses errichten. Diese Gartenanlage erhielt später den Namen Fasanerie. Die Gärten der Fasanerie und von Glückauf bilden heute zusammen mit dem Schlosspark eine große grüne Insel im Norden der Stadt. Im Jahre 1975 wurde die Sparte Fasanerie in zwei selbstständige Sparten geteilt.
Der östliche Teil wurde als Fasanerie weitergeführt und der westliche Teil wurde als Kleingartensparte Glückauf durch die Kleingärtner Fritz Heckert und Wolfgang Emmelmann in der Gaststätte Stille Liebe gegründet. Damals bildete der sozialistische Wettbewerb, Wettbewerbsprogramme jedes Jahr die Grundlage dieser Arbeit. Es wurden sehr hohe Ziele gesteckt und auch erbracht. Von der Kreisorganisation des VKSK (Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter) wurde der Gartenverein Glückauf für hervorragende Leistungen im sozialistischen Wettbewerb vielfach ausgezeichnet. Selbst der Titel Staatlich anerkanntes Naherholungsgebiet konnte erfolgreich verteidigt werden.
Am 17.06.90 erfolgte die Gründung des Kreisverbandes Kyffhäuserkreis der Gartenfreunde e.V. Sondershausen mit dem Ziel, das Kleingartenwesen, auch nach dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland kontinuierlich weiter zu entwickeln.
Bei den 17 Gründungssparten, war auch Glückauf von Anfang an mit dabei. Etliche Gartenfreunde aus Glückauf waren und sind seither auch ehrenamtlich im Kreisvorstand und seinem Beirat tätig.
Eine kritische Situation – die Wende – durchlebte auch unser Gartenverein. Der damalige Vorstand legte seine Ämter nieder. Der Verein war führungslos. Die Gartenfreunde Siegfried Schiebel und Herbert Schammler übernahen die Initiative und die Verantwortung und führten den Verein. Neuwahlen standen an, sowie die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Sondershausen. Die Beantragung der Gemeinnützigkeit beim Landratsamt Sondershausen und die Steuerliche Gemeinnützigkeit beim Finanzamt Mühlhausen folgten. Im Bebauungsplan der Stad Sondershausen wurde die Gartenanlage festgeschrieben.
Vieles wurde seit dem Bestehen der Anlage vollbracht.
1982 - Anlegen eines Kinderspielplatzes und Verlegung einer Stromleitung
1996 - Sanierung des Mittelweges, Bau des Pavillons und eines ortsfesten Grills
1995-97 - Tiefbauarbeiten, die Hospitalstraße wurde erneuert und verbreitert, die Gartenanlage hat sich auf 58 168 m/2 verringert. Es wurde ein neuer Pachtvertrag der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen abgeschlossen.
1999 - In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und der FAU erfolgte die Erneuerung des Parkplatzes an der Wipperbrücke, die Sanierung des Spielplatzes und der Bau von Umzäunungen.
2002 - Fertigstellung der E-Anlage, Erdkabel ersetzte nun die alten Freileitungen, Elektro-Verteilungen nach den neuen DIN/VDE Normen versorgen die Kleingärten mit Strom.
Der Gartenverein beteiligte sich maßgeblich und regelmäßig auch im Kreisverband an der Kernobstschau, Rosenschau, Lehrvorführungen im Obstbaumschnitt, Schulungen Gemüseanbau, Pflanzenbasar, Lehrgänge über Pflanzenschutz wurden durchgeführt. In unserem Versuchsgarten wurden folgenden Kulturen und Sorten angebaut und getestet für unsere regionalen Boden- und Wuchsverhältnisse und Schulungen dazu durchgeführt. Das waren Erdbeeranbau, Tomatenanbau, Beerenobstanbau und Rosenanbau mit entsprechenden Seminaren und Eignungsempfehlungen für unsere Region.
Unsere Vereinsmitglieder nahmen regelmäßig an Veranstaltungen zum Tag der offenen Tür in der Landesversuchsanstalt für Gartenbau (LVG) in Erfurt teil und initiierten 2010 in der Anlage Glückauf einen eigenen Wettbewerb bester Garten des Jahres. Im Jahr 2011 nahm der Gartenverein Glückauf als einziger Verein im Kreisgebiet am Landeswettbewerb Thüringen der Gartenfreunde teil und belegte den 9. Platz. Für einen Verein mit 157 Parzellen und den allgemeinen Problemen aller Gartenvereine in einer ländlichen Region mit zunehmender Überalterung, fehlendem Nachwuchs und dem Kampf mit leer stehenden Parzellen trotzdem ein beachtliches und gutes Ergebnis.
Aber auch Unangenehmes mussten unsere Gartenfreunde in Kauf nehmen. So die Naturgewalten in Form von Hochwasser, wie im Frühjahr 1970, das Hochwasser im Juni 1981 und im Mai 1983. Unsere Anlage war ein großer See. Von Beeten und Anbau sowie den Lauben war nichts mehr zu sehen. Es stand alles unter Wasser. Grauenvoll!
Im Januar 2003 lag der Wasserspiegel eine Woche über der Geländeoberfläche unserer Gartenanlage. Das Grundwasser stieg auf und überflutete unsere Gärten. Der neu errichtete Wipperdamm konnte dies zwar nicht verhindern, aber ohne ihn wäre das Ausmaß des Schadens in der Fläche noch viel größer gewesen.
Leider haben wir auch mit Vandalismus zu kämpfen, Einbrüchen oder Diebstahl.
Seit dem 15. 9. 2010 gibt es eine Patenschaft des Gartenvereines Glückauf e. V. mit der Kita Arche Noah in Stockhausen. Die Kinder haben in der Gartenanlage einen eigenen großen Paten-Garten, in dem wir neben Laube, Geräteschuppen, einem überdachten Freisitz und natürlich auch für den naturkundlichen Anschauungsunterricht ein größeres Insektenhotel aufgebaut haben. Unsere Kleingärtner unterstützen die Kinder tatkräftig und mit viel Engagement.
Im Jahr 2014 wurde ein Projekt des CSC GmbH mit Unterstützung durch den Kreisverband der Gartenfreunde, der Zwergengarten, in der Gartenanlage im Mittelweg offiziell eröffnet, wo auch die Landrätin Frau Antje Hochwind gemeinsam mit den Kindern eine Baum pflanzte.
Der Vereinsvorstand und die Gartenfreunde waren stets bestrebt den Verein und die Anlage weiter zu entwickeln. Den neuen Gegebenheiten sich nur anzupassen reichte uns nicht. Neue Ideen und Konzepte waren gefragt, galt es doch in unserer ländlichen Region das Kleingartenwesen nicht nur zu erhalten sondern durch junge Nachwuchsgärtner den Fortbestand der Anlage und des Vereines langfristig zu sichern. Auch im Vereinsvorstand waren wir stets bemüht junge Vereinsfreunde an eine ehrenamtliche Tätigkeit heranzuführen und damit die Vereinsführung kontinuierlich zu verjüngen.
Das gestaltet sich aber nicht immer einfach. Wer jung ist und Arbeit hat, dem fehlt dann auch oft die ausreichende Zeit für ein anspruchsvolles Ehrenamt. Also war man doch froh, dass man die Alten noch hatte, die im Vorruhestand oder bereits in Rente verantwortungsvolle Aufgaben im Verein übernommen haben und als langjährige Kleingärtner in der Anlage nicht nur ihr Wissen und die Erfahrungen einbringen und weiter geben konnten.
Kritisch für den Verein wurde es nochmal 2008, als der damalige Vereinsvorsitzende und sein Stellvertreter das Amt niederlegten. Hier nahmen Rosemarie Treuse als Vorsitzende und Thomas Leipold als Stellvertreter das Zepter in die Hand und führten den Verein in insgesamt 6 Jahren Amtszeit zu einer neuen Blüte, Bekanntheit und Ansehen, auch weit über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus. Auch das Kita-Projekt in Glückauf fand große Beachtung und machte bis zum Bundesverband Deutscher Gärten (BDG) Schule.
Auch durch eine gute Pressearbeit ist der Verein nicht nur regional bekannt und es konnten auch dadurch neue Vereinsmitglieder und Pächter gewonnen werden. Auch in der Garten Flora als Fachzeitschrift für das Kleingartenwesen wird durch Thomas Leipold immer wieder von der Gartenanlage, den Projekten und anderen Höhepunkten berichtet. Rückschläge gab es aber auch in den letzten 2 Wahlperioden. Jüngere Vorstandsmitglieder legten ihr Amt nieder und es blieben wieder nur die Alten übrig. Auch nach der letzten Wahl im November 2014 wurde der neue Vorstand kräftig verjüngt. T. Leipold schied aus gesundheitlichen Gründen aus dem kleinen Vorstand aus, bleibt aber im erweiterten Vorstand und auch beratend weiter tätig.
Rosemarie Treuse übernahm als einzige Alte im neuen Vorstand jetzt das Amt als Schriftführerin. Ihr Wissen und der Erfahrungsschatz in der Vereinsführung, in den Vereinsfinanzen, in allen Rechtsfragen zum Vereinsleben, der Mitgliedschaft und zu Pacht- und Nutzungsfragen sollen auch dem neuen Vorstand zu Gute kommen und sehr hilfreich sein. Nun sind die Jungen Wilden am Zuge das Erreichte fortzusetzen, weiter zu führen und vielleicht auch besser zu machen. Die Alten sollen ja alle weg, sagte jemand auf der letzten Vorstandssitzung im August. In der Politik zieht man gewöhnlich nach 100 Tagen im Amt das erste Resümee.
In einem Verein, wie auch einem Gartenverein, müssen die Aufgaben und Probleme hier und jetzt gelöst werden, da soll und kann man nicht 100 Tage warten. Ob das gelungen ist wird sich auf der nächsten Mitgliederversammlung, nun nach 40 Jahren des Bestehens der Gartenanlage, erweisen müssen. Dann haben die Vorstandsmitglieder gemäß der Satzung Bericht gegenüber den Mitgliedern über ihre Arbeit abzugeben. Und schon wieder waren vorher Amtsniederlegungen, auch der Jungen Wilden zu verzeichnen. Bleiben doch wieder die Alten, die es dann wieder richten müssen? Sicher ist man gut beraten in den Vorstand Gartenfreunde zu berufen, die zumindest das Ansehen und das Vertrauen der Mehrheit der Kleingärtner in der Anlage bereits genießen oder erwerben können und neben Sachverstand und Rechtskenntnissen das Bundeskleingartengesetz in der Anlage weiter umsetzen und auf dessen Einhaltung achten werden. Auch gute Führungsqualitäten und ein guter Umgang mit Menschen, ihren Problemen, Sorgen, Ideen und Hinweisen sind gefragt. Was wäre noch wünschenswert?
Die eigene Vereinssatzung und die eigene Gartenordnung sollte man kennen und nicht nur einmal gelesen haben, das setze sicher nicht nur ich einfach voraus. Für bestimmte Aufgaben, wie z. B. Finanzen sollte man möglichst auf Fachleute zurückgreifen, die mit Finanzen, insbesondere und speziell auch Vereinsfinanzen mit all den Besonderheiten, Buchungen und dem Finanzrecht über gute und vor allem auch hoffentlich längere praktische Erfahrungen verfügen. Sind doch die Finanzen das Rückgrat des Vereines. Auch solche Fachleute gibt es bei uns im Verein, die sind aber meist schon Älter und rechnen sich sicher nicht mehr zu den Jungen Wilden.
T. Leipold
Gartenverein Glückauf

