Mi, 06:40 Uhr
16.09.2015
Forum
Schönfärberei und Hilflosigkeit?
Dass die Politik bezogen auf die Flüchtlingsproblematik ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat, dass sie uns vorgaukelt, wider aller Realität alles im Griff zu haben, sehen wir täglich - so beginnt ein Leserstatement in den Nordthüringer Online-Zeitungen...
Weder gehen die Volksvertreter auf die Ursachen der dramatischen Flüchtlingsströme ein, noch auf die Verantwortung der reichen Länder für diese Ursachen.
Es sind dies die von ihnen mit erzeugten wirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen Nord und Süd, die Umsetzung geopolitischer Macht- und Wirtschaftsinteressen und nicht zuletzt die Folgen zu geringer Entwicklungshilfe sowie zunehmend des von ihnen verursachten Klimawandels.
Die Kurzsichtigkeit von Jahrzehnten fällt uns nun auf die Füße, das Sich selbst in die Tasche lügen, nach dem Motto Wir haben doch alles im Griff, Probleme sind lösbar und werden gelöst.
In der DDR wurde prinzipiell ähnlich argumentiert: Erinnern Sie sich? Auf Grund des angeblich besseren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systems würden wir siegreich aus dem Kampf mit dem Kapitalismus hervorgehen. Die Realität holte uns vor 25 Jahren ein.
Die darauf basierende Arroganz westlicher Politiker bezüglich des Sieges der alles überstrahlenden Freiheit über die Diktatur hören wir zu verschiedenen Jahrestagen. Nun wird die siegreiche Gesellschaft an ihre eigene Fehlbarkeit erinnert. Eingeständnisse grundlegend verkehrter Politik im internationalen Maßstab: Fehlanzeige.
Wir werden daran erinnert, dass wir in EINER Welt leben, dass das, was wir oder unsere Verbündeten politisch und wirtschaftlich entscheiden, globale Auswirkungen hat und auf uns selbst rückwirkt. Apropos Verbündete: Nicht einmal das viel gepriesene Europa scheint momentan zu funktionieren: Ungarn macht seine Grenzen dicht. Kommt vielleicht der Schießbefehl auf Flüchtlinge in dem EU-Land? Die Slowakei will keine Moslems hereinlassen und Luxemburg lehnt den deutschen Vorschlag eines Krisengipfels der EU-Staatschefs ab. Jeder macht was er will. Vor allem in der Not. Kein gemeinsames europäisches Haus, keine gemeinsame Sprache, kein gemeinsames Handeln. Stattdessen Schuldzuweisungen und im wahrsten Wortsinne Abgrenzung.
Angst und Bange kann einem da werden. Werden wir tatsächlich von hilflosen Politikern regiert? Müssen wir wieder Zeuge des Versagens der Mächtigen werden? Wie geht das aus? Was ist, wenn wir statt einer Million, zwei oder drei Millionen Flüchtlinge in den kommenden 12 Monaten aufnehmen müssen? Was geschieht mit dem Arbeitsmarkt, mit den Sozialsystemen, was bei den nächsten Wahlen? Was erst kommt auf uns zu, wenn die ersten Millionenstädte wegen des steigenden Meeresspiegels auswandern?
Wie können wir den unzähligen Hilfsbedürftigen dann noch helfen? Wäre eine vorausschauende Politik in den vergangenen Jahrzehnten nicht hilfreicher für alle gewesen? Einen Vorgeschmack auf das, was uns dann blühen könnte, ist unter dem folgenden Link schonungslos lesbar: Kommunalverantwortliche aus NRW äußern sich auf einer SPD-Konferenz nur über die DERZEITIGE Situation:
http://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/dramatischer-hilferuf-bei-spd-tagung-in-berlin/ar-AAejR6U?li=AAaxdRI&ocid=ieslice http://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/dramatischer-hilferuf-bei-spd-tagung-in-berlin/ar-AAejR6U?li=AAaxdRI&ocid=ieslice
Bodo Schwarzberg
Kommentare bitte nur mit Klarnamen
Autor: redWeder gehen die Volksvertreter auf die Ursachen der dramatischen Flüchtlingsströme ein, noch auf die Verantwortung der reichen Länder für diese Ursachen.
Es sind dies die von ihnen mit erzeugten wirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen Nord und Süd, die Umsetzung geopolitischer Macht- und Wirtschaftsinteressen und nicht zuletzt die Folgen zu geringer Entwicklungshilfe sowie zunehmend des von ihnen verursachten Klimawandels.
Die Kurzsichtigkeit von Jahrzehnten fällt uns nun auf die Füße, das Sich selbst in die Tasche lügen, nach dem Motto Wir haben doch alles im Griff, Probleme sind lösbar und werden gelöst.
In der DDR wurde prinzipiell ähnlich argumentiert: Erinnern Sie sich? Auf Grund des angeblich besseren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systems würden wir siegreich aus dem Kampf mit dem Kapitalismus hervorgehen. Die Realität holte uns vor 25 Jahren ein.
Die darauf basierende Arroganz westlicher Politiker bezüglich des Sieges der alles überstrahlenden Freiheit über die Diktatur hören wir zu verschiedenen Jahrestagen. Nun wird die siegreiche Gesellschaft an ihre eigene Fehlbarkeit erinnert. Eingeständnisse grundlegend verkehrter Politik im internationalen Maßstab: Fehlanzeige.
Wir werden daran erinnert, dass wir in EINER Welt leben, dass das, was wir oder unsere Verbündeten politisch und wirtschaftlich entscheiden, globale Auswirkungen hat und auf uns selbst rückwirkt. Apropos Verbündete: Nicht einmal das viel gepriesene Europa scheint momentan zu funktionieren: Ungarn macht seine Grenzen dicht. Kommt vielleicht der Schießbefehl auf Flüchtlinge in dem EU-Land? Die Slowakei will keine Moslems hereinlassen und Luxemburg lehnt den deutschen Vorschlag eines Krisengipfels der EU-Staatschefs ab. Jeder macht was er will. Vor allem in der Not. Kein gemeinsames europäisches Haus, keine gemeinsame Sprache, kein gemeinsames Handeln. Stattdessen Schuldzuweisungen und im wahrsten Wortsinne Abgrenzung.
Angst und Bange kann einem da werden. Werden wir tatsächlich von hilflosen Politikern regiert? Müssen wir wieder Zeuge des Versagens der Mächtigen werden? Wie geht das aus? Was ist, wenn wir statt einer Million, zwei oder drei Millionen Flüchtlinge in den kommenden 12 Monaten aufnehmen müssen? Was geschieht mit dem Arbeitsmarkt, mit den Sozialsystemen, was bei den nächsten Wahlen? Was erst kommt auf uns zu, wenn die ersten Millionenstädte wegen des steigenden Meeresspiegels auswandern?
Wie können wir den unzähligen Hilfsbedürftigen dann noch helfen? Wäre eine vorausschauende Politik in den vergangenen Jahrzehnten nicht hilfreicher für alle gewesen? Einen Vorgeschmack auf das, was uns dann blühen könnte, ist unter dem folgenden Link schonungslos lesbar: Kommunalverantwortliche aus NRW äußern sich auf einer SPD-Konferenz nur über die DERZEITIGE Situation:
http://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/dramatischer-hilferuf-bei-spd-tagung-in-berlin/ar-AAejR6U?li=AAaxdRI&ocid=ieslice http://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/dramatischer-hilferuf-bei-spd-tagung-in-berlin/ar-AAejR6U?li=AAaxdRI&ocid=ieslice
Bodo Schwarzberg
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Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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