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Fr, 08:32 Uhr
18.09.2015
Forum

Das Bauernheer auf Abwegen

Wir leben in bewegten Zeiten. Die Politik kann da nicht mehr folgen, sie scheint Entscheidungen nur noch aus einem Fastfood-Menü zu treffen, re(a)giert auf Sicht. Da wird das Licht am Ende des Tunnels zum „Wir schaffen das!“...


Wie würde das vielbeschworene westliche Wertesystem heute aussehen, hier und nebenan, wenn nicht die vielen Ehrenamtlichen ihr Tun dafür hergeben, dass Ankommende Frau Merkel danken?

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Wenn ein Land wie Kroatien binnen von 24 Stunden seine Grenzhaltung völlig umkehrt, letztendlich die Grenzen schließt, so zeigt das, wie (un)informiert die Regierenden über die wirkliche Lage sind. Schlussfolgerungen? Fehlanzeige! Vielleicht einige Milliarden mehr, die man in die Länder der Not und des Krieges stecken will.

Und da kommen (nur) jene zu uns, die Tausende von Dollar an Schlepper und Schleuser zahlen konnten. Und wir haben noch die Kaltschnäuzigkeit, unsere demografische Schieflage damit mildern zu wollen. Jene, die verarmt in den Flüchtlingscamps im Libanon, Jordanien oder im Sonstwo vegetieren, werden nie ein Willkommensfest erleben. Wir müssten das dann schon vor Ort organisieren.

Also kümmert euch endlich darum, der Welt weniger Waffen zu liefern, macht aus Soldaten Katastrophenhelfer, aus Truppentransportern Löschflugzeuge, treibt fairen Handel mit diesen Ländern, nehmt ihnen nicht die Gebildeten, die Lehrer, Ingenieure und Künstler, flutet die dortigen Läden nicht mit euren Produkten, achtet die Region und versiegelt sie nicht und erklärt eure Demokratie nicht zum ewigen Frühling.

Diese Länder könnten mehr für uns bedeuten, wenn wir nicht im dauernden Allinklusive vergessen, was sich hinter der Hotelmauer tut.

Manch Journalist hat eingebettet die Orientierung verloren. Meinte er doch, er könne nah am Pulverdampf so zwischen Kimme und Korn die ganz großen Stories des Krieges schreiben.

Wenn der Frankenhäuser Bauernmarkt sich bei der örtlichen Bundeswehr zum „Tag der offenen Tür“ am Sonnabend einbettet, so geht auch die Orientierung verloren. Im Pendel zwischen Kaserne und Bauernmarkt kann man dann über (un)zeitgemäße Synergien nachdenken. „Handwaffenschießen“, „Umgang mit Demonstrationen im Einsatz“, „Panzertruppen im Gefecht“ … ist doch genau das, was notwendig ist in diesen bewegten Zeiten. Oder etwa nicht? „Wir wünschen Ihnen einen tollen Tag!“
Andreas Zeidler, Bad Frankenhausen
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
henyklein
18.09.2015, 08:39 Uhr
Danke Andreas ...
.. für diesen Kommentar.

Henry Klein
Leser X
18.09.2015, 10:09 Uhr
Ach tut das gut...
Danke dem Autor für diesen Beitrag. So liest sich ein Freidenker!
Addi 70
18.09.2015, 13:36 Uhr
Danke Andreas,
seit gefühlter Ewigkeit endlich mal was geistreiches zum Thema. Das tut gut.
tuco
18.09.2015, 15:12 Uhr
Wer A sagt...
Wenn diesen Ländern wirklich geholfen werden soll, und man
fairen Handel mit ihnen treiben, eine funktionierende Infrstruktur schaffen, ordentliche soziale Verhältnisse schaffen würde - sprich dafür zu sorgen, dass diese Menschen auch von ihren Einkünften leben und somit ihr Land auf Vordermann bringen, dann bedeutet dies aber auch, die Aufgabe unseres jetzigen Lebensstandards. Unser "Wohlstand" stützt sich zu einem nicht unerheblichen Teil auf solche armen Länder - egal ob Vorderasien, Afrika etc.
Aber es macht sich eben gut, und manch einer kann sich bei dieser Sache fein profilieren:
Erst richten wir die Länder zu Grunde (wirtschaftlich, finanziell), wenn das nicht hilft, wird gebombt. Und wenn diese Länder dann am Boden liegen und nach Hilfe hächeln, reichen wir Ihnen die Hand und stellen uns als großer Gönner hin. Wie krank ist der Mensch eigentlich?!
Also, wenn man wirklich helfen will, dann werden wir Federn lassen müssen. Und das wird einigen Zeitgenossen nicht schmecken.
Und eins ist gewiss: Wir werden Federn lassen!
Ob es aber den armen Ländern zugute kommt ist wieder eine andere Geschichte.
Venzeremos.
I.H.
18.09.2015, 15:31 Uhr
Was ist das hier für ein Club?
Fairer Handel mit Assad und dem IS? Was wollt ihr Experten denn da handeln? Fassbomben und Maschinengewehre? Tut mal was Vernünftiges. Geht auf den Bauermarkt und kauft euch fair eine ordentliche Vitaminbombe. Das hilft.
Free Willy.
heringer
18.09.2015, 16:25 Uhr
Nochmals Dank an Andreas
Endlich ein Kommentar der dann mal schreibt was los ist.
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