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Fr, 22:54 Uhr
18.09.2015
Asylpolitik

Flüchtlinge unter uns

Unter dieser Überschrift wendet sich der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bad Frankenhausen - Sondershausen, Kristóf Bálint, mit diesem Vorabdruck der Kanzelabkündigung (für diesen Sonntag in allen Kirchen des Kirchenkreises) an die Leserinnen und Leser...

Sehr geehrte Einwohner des Kyffhäuserkreises,
in diesen Tagen erleben wir eine beispielarme Situation. Tausende Menschen kommen zu uns und suchen nach Asyl. Sie fliehen vor Krieg und Tod, nehmen größte Entbehrungen auf sich und scheuen auch nicht den Tod auf dem Mittelmeer oder in den Wüsten des Orients oder Afrikas. Dabei werden in uns Bilder wieder wach, die wir 1989 im Fernsehen sahen, als viele Ostdeutsche in den bundesdeutschen Botschaften von Ungarn und der CSSR Zuflucht suchten und ebenso im Freien kampierten. Auch nach dem zweiten Weltkrieg gab es vergleichbare Bilder, die aber nur die Älteren unter uns persönlich erlebten.

Viele fragen sich, was sie angesichts dieser Menschenmassen tun können? Manch einer resigniert und legt lieber die Hände in den Schoß als etwas falsch zu machen.

Folgende Dinge können wir mit unseren bescheidenen Mitteln tun:
Wenn irgendwo ein Gebäude als Unterkunft für Asylbewerber im Gespräch ist – aufmerksam sein und mit Sorge dafür tragen, dass dieser Ort nicht Opfer von Mutwill und Hass und wohlmöglich angezündet wird. Unser Menschsein wird maßgeblich mit dadurch bestimmt, wie wir mit den Schwächsten umgehen und ihnen Schutzraum  gewähren. Als Christen glauben wir, dass jeder Mensch Ebenbild G'TTes ist. Die Bibel spricht vom Menschen und nicht von einer bestimmten Hautfarbe, Religion oder Überzeugung. Das ist mitunter schwer auszuhalten, aber es ist die Botschaft des G'TTes, der Himmel und Erde gemacht hat.
 
Wenn irgendwo Menschen demonstrieren und hasserfüllt über die Schwächsten der Gesellschaft, seien es Behinderte, Kranke, Asylanten, Alte oder Sterbende, herziehen, dann stellt euch dazu und bekennt Euch zu den Schwächsten. Niemand hat das Recht einem anderen das Lebensrecht abzusprechen. Niemand ist besser als der andere.

Wir leben G'TT sei Dank in einer Gesellschaft, in der alle ein Recht auf Persönlichkeitsentfaltung haben. Menschen, die nach Prüfung ein Bleiberecht hier erhalten, müssen auch unbedrängt hier leben können. Organisiert Begegnung und Nachbarschaftshilfe, sucht das Gespräch und lernt einander kennen, lasst euch davon überzeugen, dass Vorurteile uns nur im Weg stehen, dass wir sie miteinander überwinden können.

Wenn Sie helfen möchten, mit Kleidung, Geldspenden, Zeit und Kraft, Deutschunterricht, gemeinsamen Festen oder Begegnungen und/oder sinnvollen Beschäftigungen, dann suchen Sie den Kontakt zum Mitarbeiter der Kreisdiakoniestelle in Sondershausen, Herrn Göpfert oder Sie finden im Landratsamt Sondershausen kompetente Gesprächspartner, die Ihnen helfen, Ideen zu entwickeln und umzusetzen, wie Sie konkret helfen können.

Bitte helfen Sie, wo Sie es vermögen und treten Sie der erlebten Unsicherheit der Menschen, die sich in Hass äußert, entschieden entgegen.  Ich danke Ihnen für Ihr Engagement.

Ihr Superintendent Kristóf Bálint
Autor: khh

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