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So, 13:43 Uhr
04.10.2015
kn-Forum

Der Apfel verfault nicht weit vom Stamm

An unseren Wiesen und Wegen stehen Apfelbäume. Sie hängen voller Früchte. Niemand kümmert sich. Niemand pflückt. Der Apfel verfault nicht weit vom Stamm. Dazu erreichte kn folgender Leserbrief...

Derweil fährt der gutgelaunte Verwertungsbürger im 25. Jahr der Reinheit im SUV die wenigen Meter zum Discounter, um dort vielleicht den Apfel aus Neuseeland zu kaufen. Der heimische Garten tut nur so. Er ist hinter Zypressen tot und mit bunten Steinen klinisch rein gelegt. Der Rasen stammt aus einem Schnittmusterbogen. Im Todesstreifen vor den gutgedämmten Wänden verläuft sich kein Käfer mehr. Fehlt nur noch der Mähroboter, der den Halm auch an langen Tagen schön kurz hält.

Der Apfel verfault nicht weit vom Stamm (Foto: Andreas Zeidler) Der Apfel verfault nicht weit vom Stamm (Foto: Andreas Zeidler) Ab 2016 soll nun endgültig die Welt gerettet werden. In Thüringen wird es keine Brenntage mehr geben. Der Kleingärtner, der sich noch so nennen darf, soll gefälligst seinen Biomüll als „Beitrag zur Erhöhung der Ressourceneffizienz“ abliefern, so medieninformiert unsere Landesregierung.

Wenn er Glück hat, darf er dafür dann noch Geld bezahlen. Da spielt es keine Roll, dass das Kompostieren und Verbrennen natürlich eine Symbiose sein kann, die schon Jahrhunderte so funktioniert(e). Damals wurde noch nach Wetterlage und nicht nach Terminlage verbrannt.

Schwarze Schafe brauchen keine Brenntage. Die werfen doch jetzt schon ihren Müll an unsere Wiesen und Wege und verpacken ihr Tun noch in blaue Plastiksäcke.

Bleibt die Frage, was verfaulende Äpfel mit Brenntagen zu tun haben? Man pflücke den Apfel nicht weit vom Stamm und leiste damit einen Beitrag zur Erhöhung der Ressourceneffizient. Eimer gibt es ja genug.

Andreas Zeidler
Bad Frankenhausen
Autor: khh

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