Mo, 17:13 Uhr
05.10.2015
kn-Forum
Brenntage nicht generell abschaffen
Unserer Leser Thomas Leipold beschäftigt sich in seiner Leserzuschrift mit dem Thema Abschaffung der Brenntage...
Die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Christina Tasch, kündigte an, dass sich die CDU-Fraktion für eine bürgerfreundliche Anschlussregelung bei der Beseitigung von Pflanzenresten einsetzen werde... so habe ich heute eine entsprechende Verlautbarung gelesen.
Ich bin auch gegen die Abschaffung der Brenntage und das nicht nur privat, sondern auch als Kleingärtner und als Vorstandsmitglied eines betroffenen Kleingartenvereines. Ich teile die Meinung der Frau Tasch, insbesondere zu den holzhaltigen Abfällen.
Von der Stadt Sondershausen ist sicher keine Unterstützung oder Hilfe bei der Beseitigung der Abfälle zu erwarten. Der Verweis auf die kostenpflichtige Entsorgung bei der SAK oder die Kompostierungsanlage kann den Gärtner, insbesondere den nicht mehr mobilen oder älteren, nicht befriedigen, mich übrigens auch nicht.
Das kann und darf also nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Auch die Gärtner sind Bürger und vor allem auch Steuerzahler ihrer Kommune und Wähler im eigenen Land. Da nach der Wende sehr viele Gebäude dann nicht mehr über eigene Feuerstätten verfügten (Gas- oder Ölheizung waren ja komfortabler und pflegeleichter) kann man also auch den nicht belasteten und trockenen Holzabfall gar nicht mehr selbst verbrennen.
Das wird demnächst dazu führen, dass dann auch mehr Flächen nicht mehr bewirtschaftet werden und brach liegen, nicht nur in den Kleingärten. Bäume, insbesondere Obstbäume, sind aber laut Bundeskleingartengesetz neben dem Gemüseanbau eine Voraussetzung für die Bewirtschaftung des Gartens nach diesem Gesetz. Ja, was nun?! Soll man alle Obstbäume, Sträucher und Ziergehölze abholzen solange es noch geht und damit die Natur ihrer Arten- und Sortenvielfalt berauben?! Das kann auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Alles wird nur auf die private Verantwortung des Kleingärtners abgewälzt. Dass dieser aber die grünen Lungen der Kommunen mit pflegt und erhält, scheint dabei überhaupt keine Rolle mehr zu spielen - leider. Hier wird der Gärtner sprichwörtlich im Regen stehen gelassen, so kann und darf das aber nicht so sein. Auch die Kommune muss sich hier ihrer Verantwortung stellen und dann, ähnlich den Laubsäcken, den Gärtnern auch kostenlose Möglichkeiten und Sammelbehältnisse zur Entsorgung zur Verfügung stellen. In anderen Landkreisen und anderen Bundesländern funktioniert dies übrigens seit Jahren gut und reibungslos.
Man darf und sollte also nicht nur mit dem erhobenen Zeigefinger sagen: "Das darfst du nicht mehr." Man sollte auch praktisch machbare Lösungen im Interesse aller, auch der Älteren Gärtner und der nicht mehr mobilen Gärtner, anbieten. Und das anhand der regionalen Gegebenheiten, angefangen mit der Größe der "Grünen Flächen" bis hin zur Würdigung der urbanen und Altersstruktur. Auch im Kyffhäuserkreis ist das "Älter Werden" ein zentrales Thema, nicht nur in den Hochglanzbroschüren und den Plätzen der Pflegeheime.
Ältere Menschen, die soweit noch rüstig sind möchten sich sicher auch sinnvoll betätigen, vielleicht auch ehrenamtlich oder in einem kleinen Gärtchen - Stichwort Seniorengärten. Aber wenn dann seitens der Politik auch solche sinnvollen Ansätze der Seniorengärten oder ähnliche Projekte durch diese zum Beispiel Verbrennverbote quasi von selbst ins abseits gesteuert werden, weil sie dann die Senioren ebenfalls in die missliche Lage bringen, was wird mit dem Holz?! Hier fehlt sicher doch zumindest die Nähe zum Bürger und Steuerzahler.
Schließlich werden die Verwaltungen auch von unseren Geldern finanziert. Dann sollte die Verwaltung aber auch bitte schön für den Bürger da sein und nicht gegen ihn. Eine Symbiose des achtungsvollen und gegenseitigen Umgangs miteinander und ein Aufzeigen von praktischen und für alle machbare Lösungen wären hier sicher sinnvoller. Sicher täte es auch unseren Verwaltungen gut hier das Gespräch mit den Gärtnern und anderen Interessensgruppen zu suchen.
T. Leipold
Autor: khhDie umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Christina Tasch, kündigte an, dass sich die CDU-Fraktion für eine bürgerfreundliche Anschlussregelung bei der Beseitigung von Pflanzenresten einsetzen werde... so habe ich heute eine entsprechende Verlautbarung gelesen.
Ich bin auch gegen die Abschaffung der Brenntage und das nicht nur privat, sondern auch als Kleingärtner und als Vorstandsmitglied eines betroffenen Kleingartenvereines. Ich teile die Meinung der Frau Tasch, insbesondere zu den holzhaltigen Abfällen.
Von der Stadt Sondershausen ist sicher keine Unterstützung oder Hilfe bei der Beseitigung der Abfälle zu erwarten. Der Verweis auf die kostenpflichtige Entsorgung bei der SAK oder die Kompostierungsanlage kann den Gärtner, insbesondere den nicht mehr mobilen oder älteren, nicht befriedigen, mich übrigens auch nicht.
Das kann und darf also nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Auch die Gärtner sind Bürger und vor allem auch Steuerzahler ihrer Kommune und Wähler im eigenen Land. Da nach der Wende sehr viele Gebäude dann nicht mehr über eigene Feuerstätten verfügten (Gas- oder Ölheizung waren ja komfortabler und pflegeleichter) kann man also auch den nicht belasteten und trockenen Holzabfall gar nicht mehr selbst verbrennen.
Das wird demnächst dazu führen, dass dann auch mehr Flächen nicht mehr bewirtschaftet werden und brach liegen, nicht nur in den Kleingärten. Bäume, insbesondere Obstbäume, sind aber laut Bundeskleingartengesetz neben dem Gemüseanbau eine Voraussetzung für die Bewirtschaftung des Gartens nach diesem Gesetz. Ja, was nun?! Soll man alle Obstbäume, Sträucher und Ziergehölze abholzen solange es noch geht und damit die Natur ihrer Arten- und Sortenvielfalt berauben?! Das kann auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Alles wird nur auf die private Verantwortung des Kleingärtners abgewälzt. Dass dieser aber die grünen Lungen der Kommunen mit pflegt und erhält, scheint dabei überhaupt keine Rolle mehr zu spielen - leider. Hier wird der Gärtner sprichwörtlich im Regen stehen gelassen, so kann und darf das aber nicht so sein. Auch die Kommune muss sich hier ihrer Verantwortung stellen und dann, ähnlich den Laubsäcken, den Gärtnern auch kostenlose Möglichkeiten und Sammelbehältnisse zur Entsorgung zur Verfügung stellen. In anderen Landkreisen und anderen Bundesländern funktioniert dies übrigens seit Jahren gut und reibungslos.
Man darf und sollte also nicht nur mit dem erhobenen Zeigefinger sagen: "Das darfst du nicht mehr." Man sollte auch praktisch machbare Lösungen im Interesse aller, auch der Älteren Gärtner und der nicht mehr mobilen Gärtner, anbieten. Und das anhand der regionalen Gegebenheiten, angefangen mit der Größe der "Grünen Flächen" bis hin zur Würdigung der urbanen und Altersstruktur. Auch im Kyffhäuserkreis ist das "Älter Werden" ein zentrales Thema, nicht nur in den Hochglanzbroschüren und den Plätzen der Pflegeheime.
Ältere Menschen, die soweit noch rüstig sind möchten sich sicher auch sinnvoll betätigen, vielleicht auch ehrenamtlich oder in einem kleinen Gärtchen - Stichwort Seniorengärten. Aber wenn dann seitens der Politik auch solche sinnvollen Ansätze der Seniorengärten oder ähnliche Projekte durch diese zum Beispiel Verbrennverbote quasi von selbst ins abseits gesteuert werden, weil sie dann die Senioren ebenfalls in die missliche Lage bringen, was wird mit dem Holz?! Hier fehlt sicher doch zumindest die Nähe zum Bürger und Steuerzahler.
Schließlich werden die Verwaltungen auch von unseren Geldern finanziert. Dann sollte die Verwaltung aber auch bitte schön für den Bürger da sein und nicht gegen ihn. Eine Symbiose des achtungsvollen und gegenseitigen Umgangs miteinander und ein Aufzeigen von praktischen und für alle machbare Lösungen wären hier sicher sinnvoller. Sicher täte es auch unseren Verwaltungen gut hier das Gespräch mit den Gärtnern und anderen Interessensgruppen zu suchen.
T. Leipold
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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