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Di, 10:27 Uhr
06.10.2015
Asylpolitik

Warum wir so viele?

In einer Sondersitzung hatte der Kreisausschuss vor gut einer Woche Empfehlungen zur Aufnahme von Flüchtlingen im Kyffhäuserkreis gegeben. Aus Gölligen kam eine Anfrage, warum bekommen wir mehr als andere Orte?

Über das Ergebnis der Kreisausschusssitzung am 25.9. hatte kn ausführlich berichtet (So könnten Flüchtlinge auf Kommunen aufgeteilt werden).
Die Betonung liegt auf "könnte". Landrätin Antje Hochwind (SPD) hatte aber auch klar gemacht, wir als Landkreis sind gesetzlich verpflichtet, die zugewiesenen Flüchtlinge im Landkreis unterzubringen. Auf der anderen Seite darf der Landkreis die Kommunen im Kreis nicht mit Auflagen über die Unterbringung zu belegen.

Der bei der Beratung beschlossene Unterbringungsschlüssel (Empfohlener Unterbringungsschlüssel), der anschließenden den Bürgermeistern übergeben wurde, hat einen emphlenden Charakter und soll an die Solidarität der Kommunen appellieren. Die in den Zahlenmaterial genannten Flüchtlingszahlen beruhten auf Prognosen und die wurden prozentual (rund 5 Prozent) auf die Kommunen umgerechnet.

Unabhängig von den Empfehlungen kann es aber zu deutlichen Abweichungen kommen. Bei der Unterbringung wird der Landkreis bevorzugt auf Gebäude zurückgreifen, die im Besitz des Landkreises sind. Hier muss der Landkreis nicht extra auch noch Mietkosten aufwenden, so Verwaltungsleiter Dr. Heinz Ulrich Thiele in einem Gespräch mit kn. Im Visier deshalb immer wieder leerstehende Schulen, die im Bestand des Landkreises sind.

Warum wir so viele (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis) Warum wir so viele (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis)

Unter diesem Aspekt wurde auch die ehemalige Schule Göllingen ausgewählt, für die nach ersten Schätzungen 120 Flüchtlinge untergebracht werden können. Werden solche Gebäude genutzt, kommt es natürlich bei voller Kapazitätsauslastung zu erhöhten prozentualen Anteilen im Vergleich zur Bevölkerungszahl.

Im Falle der ehemaligen Schule Göllingen sagte Dr. Thiele, die ehemalige Schule Göllingen soll in mehreren zeitlich getrennten Stufen belegt werden. Angedacht sind Zahlen von rund 30 Personen pro Stufe.

Ähnliche Probleme kann es in anderen Gemeinden kommen, wenn leerstehende Schulen, oder auch Kindereinrichtungen (meist im Besitz der Kommunen) genutzt werden sollen.
Autor: khh

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Kommentare
bmu
07.10.2015, 12:23 Uhr
warum so viele ?
Werte Landrätin , werter Herr Thiele ,
da Sie mir zur Einwohnerversammlung in Göllingen auf meine Frage keine Antwort geben konnten oder wollten , möchte ich Ihnen auf diesem Weg noch einmal die Möglichkeit geben Ungereimtheiten auszuräumen .

Laut " Königsteiner Schlüssel " werden bei zu erwarteten
1.000.000 Flüchtlingen ca.27.500 in Thüringen erwartet .
Der Kyffhäuserkreis wird davon 3,6% aufnehmen .Das
sind 990 Asylbewerber. Wenn davon lt. Kreisschlüssel 50 (entspricht 5% )die Gemeinde Kyffhäuserland aufnimmt, würden wir als Gemeinde Göllingen 10-15 aufnehmen müssen. Diese könnten in gemeindeeigenen Wohnungen menschenwürdig untergebracht und integriert werden .

Nun meine eigentliche Frage : Wieso gehen Sie bei Ihren Zahlen von 4-5 Millionen Flüchtlingen für Deutschland aus? Hat da jemand seine Hausaufgaben nicht richtig gemacht,
oder setzen sie die Zahlen extra so hoch an, um die überproportionale Verteilung auf Gemeinden wie Schernberg , Reinsdorf oder Göllingen schönzureden. 100 oder mehr Flüchtlinge in Orten mit schlechter Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr und ohne Einkaufsmöglichkeiten sprengen den Rahmen der Aufnahmefähigkeit.

Übrigens hat eine große Boulevardzeitung eine Rüffel bekommmen weil sie von 1,5 Millionen Flüchtlingen gesprochen hat . Über eine Inhaltliche Antwort würde ich mich freuen und verbleibe mit freundlichen Grüßen
bmu
Joerg Esser
07.10.2015, 16:13 Uhr
Die Welt endet nicht am 31.12.2015
Ich sehe die angegebenen Größenordnungen auch als etwas zu hoch angesetzt, das kann sich aber in 4 Wochen schon geändert haben, wie wir in den vergangenen Wochen sehen konnten.

Aber mal zurück zum eigentlichen Thema. Die prognostizierte 1 Mio, welche jetzt schon teilweise auf 1,5 Mio angehoben wurde, ist auf das Jahr 2015 gerechnet.
Die im Artikel des Landratsamtes gehen die Berechnungen aber bis April 2016, also über den 31.12. hinaus.

Vor dem 1. Januar 2015 wurden auch schon Flüchtlinge hier untergebracht. Es geht also am Ende um die Gesamtzahl. Die schon untergebrachten Menschen fliegen ja nicht nach einem Jahr aus den Wohnungen oder der GU, wenn das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.

Momentan werden dem Landkreis pro Woche etwa 120 Flüchtlinge zugewiesen. Mal 4 Wochen, mal 7 Monate, macht 3360 Flüchtlinge. Falls die Zahlen so bleiben. Dazu kommen die 700 Flüchtlinge, die schon da sind, dann haben Sie die Antwort auf ihre Frage.
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