Fr, 18:19 Uhr
16.10.2015
Aus der Kulturszene
Abschlußkonzert in Bad Frankenhausen
Mit einem festlichen Konzert in der Unterkirche Bad Frankenhausen fand der Abschluß des Veranstaltungsreigens 800 Jahre Kirche an diesem Platz sein klanvolles Ende...
Anfang März wandte sich Kantorin Laura Schildmann in der Öffentlichkeit an Musikinteressenten für ein Konzert im Oktober. Die Kantoreien Bad Frankenhausen und Oldisleben sollten verstärkt werden. Und tatsächlich – es fanden sich etwas 15 Sängerinnen und Sänger aus den unterschiedlichsten Bereichen, die zum Teil erstmalig an solch einem Projekt mitmachen wollten. Woche für Woche wurde nun fleißig unter Leitung von Kantorin Schildmann und ihrer Assistentin Frau Dietrich geprobt.
Einstudiert wurde von Ludwig van Beethoven die Messe in C-Dur für Soli, Chor und Orchester. Beethoven komponierte 1807 die Messe als Auftragswerk für Fürst Esterházy. Diese C-Dur Messe ist in der Entwicklungsgeschichte der Kirchenmusik ein ausgesprochen modernes, zukunftsweisendes Werk (Zitat: Ernst Herttrich) und ist für Laien sehr anspruchsvoll. Trotz mancher schwieriger Passsage der Komposition gelang es Kantorin Schildmann immer wieder, den Chor bei Laune zu halten.
Durch ihre muntere Art wurde die Angst vor den nicht immer einfachen musikalischen Wendungen und Tempi genommen, so daß alle bis zum Schluß dran blieben. Zweimal wurde auch mal an einem Sonnabend mehrere Stunden geprobt, also auch viel Freizeit investiert. Der Aufführungstermin rückte immer näher. Drei Tage vor dem Konzert traf man sich im Haus der Kunst Sondershausen zur Generalprobe. Damit war Gelegenheit gegeben, daß alle Mitwirkenden, also Solisten, Chor und Lohorchester sich miteinander verständigen konnten.
Für die Sängerinnen und Sänger bedeutete die Generalprobe eine besondere Herausforderung, hörten sie doch erstmals die Orchestermusik des Werkes. In den Proben konnten sie sich nur an der Klavierbegleitung orientieren. Selbst Generalmusikdirektor Markus L. Frank vom Lohorchester ließ es nicht nehmen, die Probe mit der Partitur in der Hand zu verfolgen. Es kommt schließlich nicht so häufig vor, daß Kantoren große Werke einstudieren, obwohl sie es von ihrer Ausbildung her können. Ohne große Bauchschmerzen ging`s nach der Generalprobe wieder nach Hause.
Am 4. Oktober war es dann soweit. Nach einer kurzen Anspielprobe mit allen Beteiligten strömten die Besucher in die Unterkirche.
Da die Beethovenmesse nicht abendfüllend ist, spielt das Lohorchester unter Leitung von Kantorin Schildmann den 3. und 4. Satz der 1. Sinfonie von Charles Gounod (1818 – 1893), einem Vertreter der französischen Romantik.
Endlich war es soweit! Der Chor nahm Aufstellung hinter dem Orchester. Solisten waren Alena-Maria Stolle (Sopran), Anna Puppe (Alt), André Khamasmie (Tenor) und Laurence Meikle (Baß). Dann trat Kantorin Laura Schildmann an das Pult, hob den Taktstock und die ersten Takte mit dem Kyrie eleison (Herr, erbarme dich) erfüllten den Raum der Unterkirche mit seiner ausgezeichneten Akustik.
Am Ende dankte das Publikum mit reichlichem Beifall und hätte sich gerne noch eine Zugabe gewünscht, aber das verbietet sich bei einer Messe! So ist man schon gespannt, was die Konzertbesucher im Jahr 2016 in der Unterkirche Bad Frankenhausen an musikalischen Höhepunkten erwarten dürfen.
Natürlich wird Kantorin Schildmann wieder für ein Projekt werben. Mal sehen, wer sich wieder aus Spaß an der musikalischen Freude in die Pflicht nehmen lässt!
Text: P. Zimmer
Fotos: Dr. R. Härtel
Autor: khhAnfang März wandte sich Kantorin Laura Schildmann in der Öffentlichkeit an Musikinteressenten für ein Konzert im Oktober. Die Kantoreien Bad Frankenhausen und Oldisleben sollten verstärkt werden. Und tatsächlich – es fanden sich etwas 15 Sängerinnen und Sänger aus den unterschiedlichsten Bereichen, die zum Teil erstmalig an solch einem Projekt mitmachen wollten. Woche für Woche wurde nun fleißig unter Leitung von Kantorin Schildmann und ihrer Assistentin Frau Dietrich geprobt.
Einstudiert wurde von Ludwig van Beethoven die Messe in C-Dur für Soli, Chor und Orchester. Beethoven komponierte 1807 die Messe als Auftragswerk für Fürst Esterházy. Diese C-Dur Messe ist in der Entwicklungsgeschichte der Kirchenmusik ein ausgesprochen modernes, zukunftsweisendes Werk (Zitat: Ernst Herttrich) und ist für Laien sehr anspruchsvoll. Trotz mancher schwieriger Passsage der Komposition gelang es Kantorin Schildmann immer wieder, den Chor bei Laune zu halten.
Durch ihre muntere Art wurde die Angst vor den nicht immer einfachen musikalischen Wendungen und Tempi genommen, so daß alle bis zum Schluß dran blieben. Zweimal wurde auch mal an einem Sonnabend mehrere Stunden geprobt, also auch viel Freizeit investiert. Der Aufführungstermin rückte immer näher. Drei Tage vor dem Konzert traf man sich im Haus der Kunst Sondershausen zur Generalprobe. Damit war Gelegenheit gegeben, daß alle Mitwirkenden, also Solisten, Chor und Lohorchester sich miteinander verständigen konnten.
Für die Sängerinnen und Sänger bedeutete die Generalprobe eine besondere Herausforderung, hörten sie doch erstmals die Orchestermusik des Werkes. In den Proben konnten sie sich nur an der Klavierbegleitung orientieren. Selbst Generalmusikdirektor Markus L. Frank vom Lohorchester ließ es nicht nehmen, die Probe mit der Partitur in der Hand zu verfolgen. Es kommt schließlich nicht so häufig vor, daß Kantoren große Werke einstudieren, obwohl sie es von ihrer Ausbildung her können. Ohne große Bauchschmerzen ging`s nach der Generalprobe wieder nach Hause.
Am 4. Oktober war es dann soweit. Nach einer kurzen Anspielprobe mit allen Beteiligten strömten die Besucher in die Unterkirche.
Da die Beethovenmesse nicht abendfüllend ist, spielt das Lohorchester unter Leitung von Kantorin Schildmann den 3. und 4. Satz der 1. Sinfonie von Charles Gounod (1818 – 1893), einem Vertreter der französischen Romantik.
Endlich war es soweit! Der Chor nahm Aufstellung hinter dem Orchester. Solisten waren Alena-Maria Stolle (Sopran), Anna Puppe (Alt), André Khamasmie (Tenor) und Laurence Meikle (Baß). Dann trat Kantorin Laura Schildmann an das Pult, hob den Taktstock und die ersten Takte mit dem Kyrie eleison (Herr, erbarme dich) erfüllten den Raum der Unterkirche mit seiner ausgezeichneten Akustik.
Am Ende dankte das Publikum mit reichlichem Beifall und hätte sich gerne noch eine Zugabe gewünscht, aber das verbietet sich bei einer Messe! So ist man schon gespannt, was die Konzertbesucher im Jahr 2016 in der Unterkirche Bad Frankenhausen an musikalischen Höhepunkten erwarten dürfen.
Natürlich wird Kantorin Schildmann wieder für ein Projekt werben. Mal sehen, wer sich wieder aus Spaß an der musikalischen Freude in die Pflicht nehmen lässt!
Text: P. Zimmer
Fotos: Dr. R. Härtel




