Di, 07:09 Uhr
20.10.2015
kn-Forum
Forum Geolift
Der Kreistag tagt schon am Mittwoch, ich möchte deshalb nochmals an die Verantwortung der Kreistagsmitglieder appellieren, so unser Leser Bernd Otto in seinem Schreiben an kn...
Obwohl die ursprünglich geschätzten Kosten für den Geolift von 2,0 Mio € auf das Doppelte, nämlich auf 4,22 Mio € nach oben offen, angestiegen sind, empfahl der Kreisausschuss in seiner Sitzung am 07. Oktober 2015 dem Kreistag einstimmig, die Kreisverwaltung mit der Durchführung des Bauvorhabens Geolift auf dem Kyffhäuser zu beauftragen.
Weil dazu noch viele Fragen offen stehen und einige Begründungen unzureichend sind (siehe Artikel von R. Scheerschmidt in kn vom 18.10.15.), halte ich das Verhalten der Ausschussmitglieder für unverantwortlich. Ob sie wohl so entschieden hätten, wenn sie die Kosten aus eigener Tasche tragen müssten? Aber es sind ja nur unsere Steuergelder!!
In ihrer Begründung verweist die Landrätin Antje Hochwind darauf, dass mit dem Geolift die touristische Leistungsfähigkeit des Kyffhäuserdenkmals und die wirtschaftliche Entwicklung des Burghofs spürbar verbessert wird.
Was wird aber aus den anderen Gewerbetreibenden am Kyffhäuser? Ein Schalk, wer anders denkt!
Die barrierefreie Erreichbarkeit des Denkmals soll erheblich erleichtert werden.
Fakt ist, dass der Lift nur bis auf das Plateau vor dem Denkmal fährt und der Besucher trotzdem alle Stufen des Denkmals bewältigen muss. Lohnt sich deshalb der Aufwand?
Durch multimediale Effekte soll die Fahrt durch den Berg zu einem nachhaltig wirkenden Erlebnis mit Bezug zur Geologie und Archäologie werden.
Spannende Worte, aber wie soll das praktisch geschehen?
Bisher wurde das Projekt nicht öffentlich vorgestellt und diskutiert.
Wie will die Kur-& Tourismus GmbH Bad Frankenhausen den erhöhten Eigenanteil in Höhe von 422 T€ stemmen?
Hinzu kommen neben Unvorhergesehenen noch die nicht förderfähigen Kosten, Personal- und Betriebskosten.
Diese Beträge können nicht durch die 1,50 € Eintrittspreiserhöhung abgedeckt werden.
Auch wenn man die Besucherzahlen schön redet, wird der Geolift eine fragwürdige Investition und ein Zuschussgeschäft bleiben, an dem die Kur-& Tourismus GmbH jahrelang zu knabbern hat und viele andere Dinge im Umfeld des Denkmals liegen bleiben müssen.
Die Kur-& Tourismus GmbH ist eine Tochter der Stadt Bad Frankenhausen. Deshalb darf die Entscheidung über den 422 T€ Eigenanteil nicht über die Köpfe der Stadträte hinweg fallen, sondern muss im Stadtrat beraten und beschlossen werden.
Genauso ist das Bauvorhaben europaweit auszuschreiben.
Deswegen bleibt wohl die Fertigstellung im Frühjahr 2017 reines Wunschdenken.
Es ist kaum zu erwarten, dass langfristig der Touristenstrom zum Kyffhäuser wegen des Geolifts boomt.
Deshalb sollten auch vor einer Beschlussfassung preiswertere Alternativen unter Einbeziehung aller Gewerbetreibenden im Umfeld des Denkmals diskutiert werden.
Bevor der Kreistag am 21.10.2015 über den Bau des Geolifts abstimmt, sollte jeder Abgeordnete genau nachdenken und verantwortungsbewusst handeln.
Das ist er seinen Wählern schuldig.
Bernd Otto
Autor: khhObwohl die ursprünglich geschätzten Kosten für den Geolift von 2,0 Mio € auf das Doppelte, nämlich auf 4,22 Mio € nach oben offen, angestiegen sind, empfahl der Kreisausschuss in seiner Sitzung am 07. Oktober 2015 dem Kreistag einstimmig, die Kreisverwaltung mit der Durchführung des Bauvorhabens Geolift auf dem Kyffhäuser zu beauftragen.
Weil dazu noch viele Fragen offen stehen und einige Begründungen unzureichend sind (siehe Artikel von R. Scheerschmidt in kn vom 18.10.15.), halte ich das Verhalten der Ausschussmitglieder für unverantwortlich. Ob sie wohl so entschieden hätten, wenn sie die Kosten aus eigener Tasche tragen müssten? Aber es sind ja nur unsere Steuergelder!!
In ihrer Begründung verweist die Landrätin Antje Hochwind darauf, dass mit dem Geolift die touristische Leistungsfähigkeit des Kyffhäuserdenkmals und die wirtschaftliche Entwicklung des Burghofs spürbar verbessert wird.
Was wird aber aus den anderen Gewerbetreibenden am Kyffhäuser? Ein Schalk, wer anders denkt!
Die barrierefreie Erreichbarkeit des Denkmals soll erheblich erleichtert werden.
Fakt ist, dass der Lift nur bis auf das Plateau vor dem Denkmal fährt und der Besucher trotzdem alle Stufen des Denkmals bewältigen muss. Lohnt sich deshalb der Aufwand?
Durch multimediale Effekte soll die Fahrt durch den Berg zu einem nachhaltig wirkenden Erlebnis mit Bezug zur Geologie und Archäologie werden.
Spannende Worte, aber wie soll das praktisch geschehen?
Bisher wurde das Projekt nicht öffentlich vorgestellt und diskutiert.
Wie will die Kur-& Tourismus GmbH Bad Frankenhausen den erhöhten Eigenanteil in Höhe von 422 T€ stemmen?
Hinzu kommen neben Unvorhergesehenen noch die nicht förderfähigen Kosten, Personal- und Betriebskosten.
Diese Beträge können nicht durch die 1,50 € Eintrittspreiserhöhung abgedeckt werden.
Auch wenn man die Besucherzahlen schön redet, wird der Geolift eine fragwürdige Investition und ein Zuschussgeschäft bleiben, an dem die Kur-& Tourismus GmbH jahrelang zu knabbern hat und viele andere Dinge im Umfeld des Denkmals liegen bleiben müssen.
Die Kur-& Tourismus GmbH ist eine Tochter der Stadt Bad Frankenhausen. Deshalb darf die Entscheidung über den 422 T€ Eigenanteil nicht über die Köpfe der Stadträte hinweg fallen, sondern muss im Stadtrat beraten und beschlossen werden.
Genauso ist das Bauvorhaben europaweit auszuschreiben.
Deswegen bleibt wohl die Fertigstellung im Frühjahr 2017 reines Wunschdenken.
Es ist kaum zu erwarten, dass langfristig der Touristenstrom zum Kyffhäuser wegen des Geolifts boomt.
Deshalb sollten auch vor einer Beschlussfassung preiswertere Alternativen unter Einbeziehung aller Gewerbetreibenden im Umfeld des Denkmals diskutiert werden.
Bevor der Kreistag am 21.10.2015 über den Bau des Geolifts abstimmt, sollte jeder Abgeordnete genau nachdenken und verantwortungsbewusst handeln.
Das ist er seinen Wählern schuldig.
Bernd Otto
