Mi, 11:27 Uhr
21.10.2015
Rückblick und Vorschau
Einen Rückblick auf das Kinogeschehen am Stuki76 machtFred Böhme und schaut auch schon voraus auf die im November kommende Schulkino - Woche...
Zweimal ambitioniertes, nicht besonders gut besuchtes Kino liegen hinter uns, zum einen Am Sonntag bist du tot, ein Film, der ein ungeschöntes Abbild der von Krisen geschüttelten irischen Gesellschaft lieferte, wo nach den Missbrauchsskandalen der katholischen Kirche und den Auswirkungen der Finanzkrise der blanke Zynismus, Egoismus, moralische Desorientierung und individuelle Isolation herrschen.
Der einzige Hoffnungsträger in Person eines aufrechten katholischen Priesters fällt letztlich einem angekündigten Anschlag zum Opfer und zwar als erwähltes Sühneopfer für einen bereits verstorbenen Kollegen, der sich einst an einem Kind vergangen hatte. Das traumatisierte, inzwischen erwachsene Opfer hatte sich für seine späte Rache just diesen erwiesen guten Pfarrer ausgesucht gehabt und beraubte somit die desorientierten Menschen ihres letzten Halts.
Und eine Woche später folgte der nicht weniger ambitionierte und auch darstellerisch absolut überzeugende Film Der große Crash, der mit dem vorangegangenen Film wunderbar korrespondierte, indem er Ursachen für die Krisenbeschreibung des ersteren Films ansatzweise lieferte. Doch auch in diesem Wallstreet-Krimi ging es nicht um holzschnittartige Schuldzuweisungen, sondern darum, wie hemmungslose Geldgier und Gewinnmaximierung - begründet auf spekulative Annahmen - das System, das diese hervorgebracht haben, in seinen Grundfesten erschüttern können.
Beide überaus Neoliberalismus kritischen Filme, die die Auswüchse eines entfesselten Finanzkapitals zeigten, lassen nur den Schluss zu, dass nur ein grundlegender Systemwechsel diese Welt noch retten kann… Also großes aufklärerisches Kino und nur wenige Zuschauer für diese Botschaft, leider.
Vom 16. bis 20. November findet die diesjährige Schulkinowoche von VISION KINO statt, wofür sich bereits diverse Schulklassen angemeldet haben. In einzelnen Aufführungen sind noch Plätze frei. Unter Umständen können noch kurzfristig weitere Aufführungstermine vereinbart werden. Interessenten sollten sich aber sputen (Kontakt: Tel.: 034671-61923 oder E-Mail: fred.boehme@panorama-museum.de).
Ansonsten befindet sich gerade die Filmwahlliste für nächstes Jahr in Arbeit. Filmklubmitglieder, die bestimmte Vorschläge dafür noch einreichen möchten, sollten die umgehend tun.
Fred Böhme
Panorama Museum
Autor: khhZweimal ambitioniertes, nicht besonders gut besuchtes Kino liegen hinter uns, zum einen Am Sonntag bist du tot, ein Film, der ein ungeschöntes Abbild der von Krisen geschüttelten irischen Gesellschaft lieferte, wo nach den Missbrauchsskandalen der katholischen Kirche und den Auswirkungen der Finanzkrise der blanke Zynismus, Egoismus, moralische Desorientierung und individuelle Isolation herrschen.
Der einzige Hoffnungsträger in Person eines aufrechten katholischen Priesters fällt letztlich einem angekündigten Anschlag zum Opfer und zwar als erwähltes Sühneopfer für einen bereits verstorbenen Kollegen, der sich einst an einem Kind vergangen hatte. Das traumatisierte, inzwischen erwachsene Opfer hatte sich für seine späte Rache just diesen erwiesen guten Pfarrer ausgesucht gehabt und beraubte somit die desorientierten Menschen ihres letzten Halts.
Und eine Woche später folgte der nicht weniger ambitionierte und auch darstellerisch absolut überzeugende Film Der große Crash, der mit dem vorangegangenen Film wunderbar korrespondierte, indem er Ursachen für die Krisenbeschreibung des ersteren Films ansatzweise lieferte. Doch auch in diesem Wallstreet-Krimi ging es nicht um holzschnittartige Schuldzuweisungen, sondern darum, wie hemmungslose Geldgier und Gewinnmaximierung - begründet auf spekulative Annahmen - das System, das diese hervorgebracht haben, in seinen Grundfesten erschüttern können.
Beide überaus Neoliberalismus kritischen Filme, die die Auswüchse eines entfesselten Finanzkapitals zeigten, lassen nur den Schluss zu, dass nur ein grundlegender Systemwechsel diese Welt noch retten kann… Also großes aufklärerisches Kino und nur wenige Zuschauer für diese Botschaft, leider.
Vom 16. bis 20. November findet die diesjährige Schulkinowoche von VISION KINO statt, wofür sich bereits diverse Schulklassen angemeldet haben. In einzelnen Aufführungen sind noch Plätze frei. Unter Umständen können noch kurzfristig weitere Aufführungstermine vereinbart werden. Interessenten sollten sich aber sputen (Kontakt: Tel.: 034671-61923 oder E-Mail: fred.boehme@panorama-museum.de).
Ansonsten befindet sich gerade die Filmwahlliste für nächstes Jahr in Arbeit. Filmklubmitglieder, die bestimmte Vorschläge dafür noch einreichen möchten, sollten die umgehend tun.
Fred Böhme
Panorama Museum
