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Fr, 19:56 Uhr
20.11.2015
Kulturszene aktuell

Rückblick und Vorschau

Einen Rückblick auf die letzte Veranstaltung im StuKi 76 des Panoramamuseums Bad Frankenhausen. Leider sieht die Vorschau ab 1. Januar 2016 nicht ganz so rosig aus...

Am Freitag, dem 6. November zeigte das StuKi 76 den sehr eindrucksvollen Film „Ende der Schonzeit“ (D/IL 2012) zur Erinnerung an die sogenannte „Reichskristallnacht“ vom 9. November 1938, dem Beginn der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Das Herzstück des Films war die Geschichte eines kinderlosen Bauernpaares im Schwarzwald, das 1942 einen Juden bei sich auf dem Hof versteckte, der über die nahe Schweizer Grenze zu fliehen versuchte, dies aber angesichts der fast lückenlosen überwachten Grenze aufgab.

Der Bauer, ganz Pragmatiker, sieht in dem Flüchtling den willkommenen Ersatz für seinen zum Kriegsdienst einberufenen Knecht. Angesichts der ewigen Frotzeleien seiner Stammtischkumpel wegen der Kinderlosigkeit seiner schon 10jährigen Ehe und der perspektivischen Notwendigkeit eines Stammhalters für Haus und Hof, hat der Bauer die Idee, dass der neue Knecht an seiner Stelle seine Frau schwängern und für den ersehnten Nachwuchs sorgen solle.

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Für ihn ist der Liebesakt lediglich ein auf die Erzeugung von Nachwuchs ausgerichtete Tätigkeit, mehr nicht. Und auch seine Frau ist lediglich notwendiges Beiwerk im Funktionieren seiner Landwirtschaft, ein Wesen, ohne eigenem Willen, dass ihm Untertan zu sein hat und nicht Liebe, sondern Gewohnheit und tradierte Vorstellungen bestimmen das Zusammenleben zwischen den beiden. Er verkennt dabei, dass der anfangs skrupelhaft-zögerliche aber doch aus Dankbarkeit hilfsbereite Knecht ein anderes Lebensbild repräsentiert und mit der Zuwendung zur Frau des Bauern dieser mehr gibt als den notwendigen Samen zur Fortpflanzung, sondern auch Zärtlichkeit und in ihr das sexuelle Begehren weckt.

Die Frau blüht auf und das Misstrauen des Bauern wächst. Die labile Dreierkonstellation gerät aus den Fugen… Das war ein kraftvolles Drama, eine Art Kammerspiel getragen von drei überragenden Hauptdarstellern, mit elegant fotografierten stimmungsvollen Bildern, die an die Malereien des niederländischen Barock erinnerten und mit viel Liebe zu stimmigen Details aufwarteten.

Ab dem 1. Januar 2016 erhöht sich der Eintritt zu den Kinoaufführungen im StuKi 76 um jeweils 1,- €. Der Normaleintritt kostet dann 5,- und der ermäßigte 4,- €. Wir bitten um Verständnis dafür, dass auch wir damit der allgemeinen Preisentwicklung folgen müssen.

Fred Böhme
Panoramamuseums Bad Frankenhausen
Autor: khh

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