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Sa, 12:21 Uhr
28.11.2015
Meldungen aus dem Kirchenkreis

Aus dem kirchlichen Leben

Superintendent Kristóf Bálint blickte auf der 4. Sitzung der 4. Kreissynode dabei auf die Arbeit des letzten Jahres zurück und hatte dabei auch Standpunkt der Kirche zum Flüchtlingsstrom klar gemacht. Hier einige Auszüge aus seiner Rede...

Aus dem kirchlichen Leben (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Aus dem kirchlichen Leben (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Am gestrigen Abend fand die 4. Sitzung der 4. Kreissynode des Kirchenkreises Bad Frankenhausen-Sondershausen im Bürgerzentrum St. Crucis zu Sondershausen statt.
Neben vielen Themen des kirchlichen Lebens sprach er auch viele hoch aktuelle Fragen des menschlichen Zusammenlebens in der letzten Zeit an.

Herausforderung Flüchtlingsstrom

Aus dem kirchlichen Leben (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Aus dem kirchlichen Leben (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Die Flüchtlinge stellen unsere Gesellschaft massiv in Frage, stellte Kristóf Bálint fest. Sie sind sozial, kulturell, religiös anders geprägt. Ihr Anderssein zwingt unsere Gesellschaft, sich ihrer eigenen Wurzeln bewusst zu werden, weil uns diese Menschen danach fragen, was wir glauben/denken/meinen, wenn wir davon sprechen, dass sie sich notwendig an unsere Kultur/Gesellschaft/Gepflogenheiten anpassen sollen.

Ich nehme viel Mangel in unserer Region, in unserem Freistaat, in Deutschland wahr. Beispielsweise einen Mangel an M(itm)enschlichkeit. Wo GOTT auszieht, muss der Mensch die Lücke mit sich selbst füllen.

Zum Themenkreis Flüchtlinge haben sich im Kirchenkreis in den letzten Wochen schon erstaunliche Initiativen gebildet. So fand in Großmehlra, einem Dorf in der Nähe von Schlotheim, am 1. Juni gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl und den Kirchengemeinden von Schlotheim, Großmehlra und Obermehler ein Begegnungstreffen6 statt, zu dem sehr viel mehr Flüchtlinge kamen als gedacht.

Die Initiatoren waren überwältigt vom Erfolg und von der Tatsache, dass 300 Flüchtlinge die
Veranstaltung besuchten. Die Veranstaltungen zur interkulturellen Wochen in unserem Kirchenkreis in Sondershausen und Volkenroda waren überaus gut besucht und eine gute Möglichkeit zur Begegnung von In- und Ausländern. Auch in Rockensußra, das durch den Brand von drei Häusern in allen Medien war, gab es ein von der Kirchengemeinde initiiertes interkulturelles Sport- und Familienfest, das sehr großen Anklang fand. Leider haben die Medien davon nur vereinzelt berichtet (trifft allerdings nicht auf kn zu:Interkulturelles Sport- und Spielfest), während nach dem Brand zeitweise mehr Journalisten in Rockensußra anwesend schienen als es dort Einwohner gibt.

Von einem ganz neuen Projekt ist zudem zu berichten, das für viele Kirchengemeinden und Kommunenbbeispielhaft sein könnte: in Bad Frankenhausen hat am 25. November um 18 Uhr zum erstenbMal im Rathaus der Stadt ein Begegnungschor stattgefunden. Kantorin Schildmann hat mit 49bFlüchtlingen und Einheimischen die Kraft der Musik zum Kennenlernen zu nutzen. Wer miteinander singt und Zeit teilt, lernt einander schneller kennen und schätzen. Das ist gelebte Nächstenliebe und basisorientierte Verständigung. Jeder ist dazu herzlich eingeladen, nicht nur Einwohner von Bad Frankenhausen (trifft allerdings nicht auf kn zu:1. Probe des Begegnungschores Bad Frankenhausen).

Herausforderung soziale Gerechtigkeit

Die weiter auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich stellt unsere Gesellschaft massiv in Frage. Die Verschuldung einer größer werdenden Masse von Menschen, zuletzt auch besonders alter Menschen, ist alarmierend.

Herausforderung Alterspyramide

Die fortschreitende Überalterung unserer Gesellschaft bedroht unsere Sozialsysteme. Wenn in unserer Region nicht Perspektiven für ein Bleiben der jungen Generation gesetzt werden, ist die Region in ihrer Substanz insgesamt bedroht. Der Zustrom von jungen Flüchtlingen ist, mit Blick auf diese Bedrohung, nachgerade ein Segen, denn die Menschen, die heute zu uns fliehen und bleiben, werden morgen unsere Rente erarbeiten und die Pflegebedürftigen pflegen und ärztlich betreuen. Eine Atmosphäre der Offenheit und des Willkommens wird dazu beitragen, dass sie das in vielen Jahren auch noch gerne tun, weil wir uns um sie sorgten.

Wie würde es sein, wenn sie Jahr(zehnt)e immer gegen Widerstände der „Alt-Bewohner“ anzukämpfen hätten? Fragen wir uns selbst und fragen wir die Flüchtlinge des 2. Weltkrieges aus den ehemaligen „Ostgebieten“, wie wir uns und sie sich an der Flüchtlinge Statt fühlten?

Dies war, und nun will ich den Blick auf das zurückliegende Jahr lenken, der Grund dafür, dass wir uns seit November 2014 im „Bündnis gegen Rechts im Kyffhäuserkreis“ engagieren, wobei uns zu betonen wichtig ist, dass wir nicht gegen Menschen sind, sondern gegen die unmenschliche Ideologie, die sie z.T. vertreten.

Arbeit im Kirchenkreis

Für Kinder und Ihre Eltern wurde 2015 einiges geboten. Nicht nur, dass es mit Hilfe Ehrenamtlicher
und der Gemeindepädagogen einige Neugründungen für Kindergruppen gab, es fanden auch Kinderbibelwochen z.B. in Holzthaleben und Westerengel statt. Eine Pfadfindergruppe baute sich aus Naturmaterialien in einem Wald bei Schernberg Übernachtungsmöglichkeiten und nächtigte mit Gemeindepädagogen Rehm und Pfarrer Freudenberg des Nachts im Freien. Für dieses Angebot gab es eine erstaunliche Nachfrage.

Aufsehen erregte auch unsere Predigtreihe im September, die drei Schwerpunkte hatte und drei
Gastredner: Architektin Angermann (13.09., Tag des offenen Denkmals), Landrätin Hochwind (20.09., Kindertag) und Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern (27.09., Eröffnung interkulturelle
Woche), ökumenisch in der katholischen St. Elisabethkirche, die uns Obdach gab, weil die ursprünglich vorgesehene Trinitatiskirche wegen der Bauarbeiten gesperrt war.

Der Blick voraus

Nach der Evaluierung des Finanzgesetzes zeichnet sich klar ab, dass es bis 2019 starke Veränderungen in der EKM geben wird.
Die Stellen der derzeitigen Mitarbeiter in unserem Kirchenkreis sind, nach menschlichem
Ermessen, bis 2019/20 gesichert. Daran lag uns ja bei der großen und ambitionierten
Strukturdebatte 2012/13, als harte Einschnitte nötig und unter der Maßgabe durchgeführt wurden, dass dann ein paar Jahre Ruhe herrscht und inhaltliche Arbeit ermöglicht wird. Das haben wir geschafft.

Wir können uns auf der Synode die Zeit nehmen, über inhaltliche Themen und Zukunftsperspektiven von Kirche zu unterhalten. Das ist beileibe nicht selbstverständlich, da in der EKM bis 2019 ca. 70 Stellen eingespart werden müssen. Dessen ungeachtet, dürfen wir nicht in den Tag leben, sondern müssen ab nächstem Jahr im Struktur- und Stellenplanausschuss die Zahlen ab 2020 in den Blick nehmen und analysierend die weiteren Schritte vorbedenken. Die hohe Synode wird dazu in der nächsten Herbsttagung die ersten Ergebnisse und Überlegungen präsentiert bekommen.
Autor: khh

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