Do, 17:51 Uhr
10.12.2015
Neues aus Bad Frankenhausen
Emad Baklaro im Erzählcafè
Interessanter Interviewpartner lockte viele in das Erzählcafé. Zweimal jährlich organisiert eine Gruppe des Frankenhäuser Familienbandes (FFB) ein Erzählcafè....
Dazu wird ein Bürger aus Bad Frankenhausen eingeladen, der seine persönlichen Gedanken, Gefühle und Erfahrungen zu einem ausgewählten Thema äußert und so Wissen weitergibt, welches in keinem Fachbuch steht.
Im aktuellen Erzählcafè war Emad Baklaro, ein in Bad Frankenhausen wohnender syrischer Asylbewerber, zu Gast. Mit diesem Interviewpartner traf man genau das Interesse, denn viele Frankenhäuser und Syrer strömten ins Domizil. Die normale Cafèatmosphäre wurde aufgelöst, jedoch nicht zerstört. Man rutschte zusammen, so dass die ca. 80 Besucher irgendwie Platz fanden.
Emad Baklaro hat schon fleißig Deutsch gelernt und konnte im ersten Teil die wichtigsten Informationen und Erlebnisse über sich, seine Familie und seine Flucht in deutscher Sprache berichten. Für seine Landsleute wiederholte er es in seiner Muttersprache. Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten die Besucher ihre Fragen loswerden. Hier war unser alteingesessener frankenhäuser Bürger Khaled, der ursprünglich aus Ägypten stammt, mit seinen Sprachkenntnissen gefragt und fungierte hervorragend als Dolmetscher.
Und so konnten alle Gäste erfahren, dass Emad, wie viele seiner Landsleute auch, erst die Flucht ergriff, als er direkt vom Krieg betroffen und sein Haus zerbombt war. Nur nachdem Emad sein restliches Hab und Gut zu Geld machte, war ihm die Flucht nach Deutschland überhaupt möglich. Der Fluchtweg, vor allem mit dem Schlauchboot, gestaltete sich gefährlich, zumal er die Verantwortung auch für seine Frau sowie seine 5- und 7-jährigen Kinder hatte.
Aber mit dem Ziel vor Augen, in Frieden und Sicherheit leben zu können, hielt die Familie all die Strapazen aus. Die Frankenhäuser Willkommenskultur, die er erfahren hat, trug dazu bei, dass sich die Familie Baklaro heute hier sehr wohl fühlt und optimistisch in die Zukunft schaut. Für ihn sind erst mal die wichtigsten Ziele, gut Deutsch zu lernen und die Asylgenehmigung zu bekommen. Einen regelmäßigen Deutschunterricht ermöglichen in Bad Frankenhausen viele Ehrenamtliche, denen hier einmal Danke gesagt werden soll.
War die Verständigung im Erzählcafè auch nicht immer einfach – deutsch, arabisch, englisch, Hände und Füße – das gegenseitige Verständnis ist gewachsen.
Marion Haas und Katrin Milde
Besucher des Erzälcafès
Autor: khhDazu wird ein Bürger aus Bad Frankenhausen eingeladen, der seine persönlichen Gedanken, Gefühle und Erfahrungen zu einem ausgewählten Thema äußert und so Wissen weitergibt, welches in keinem Fachbuch steht.
Im aktuellen Erzählcafè war Emad Baklaro, ein in Bad Frankenhausen wohnender syrischer Asylbewerber, zu Gast. Mit diesem Interviewpartner traf man genau das Interesse, denn viele Frankenhäuser und Syrer strömten ins Domizil. Die normale Cafèatmosphäre wurde aufgelöst, jedoch nicht zerstört. Man rutschte zusammen, so dass die ca. 80 Besucher irgendwie Platz fanden.
Emad Baklaro hat schon fleißig Deutsch gelernt und konnte im ersten Teil die wichtigsten Informationen und Erlebnisse über sich, seine Familie und seine Flucht in deutscher Sprache berichten. Für seine Landsleute wiederholte er es in seiner Muttersprache. Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten die Besucher ihre Fragen loswerden. Hier war unser alteingesessener frankenhäuser Bürger Khaled, der ursprünglich aus Ägypten stammt, mit seinen Sprachkenntnissen gefragt und fungierte hervorragend als Dolmetscher.
Und so konnten alle Gäste erfahren, dass Emad, wie viele seiner Landsleute auch, erst die Flucht ergriff, als er direkt vom Krieg betroffen und sein Haus zerbombt war. Nur nachdem Emad sein restliches Hab und Gut zu Geld machte, war ihm die Flucht nach Deutschland überhaupt möglich. Der Fluchtweg, vor allem mit dem Schlauchboot, gestaltete sich gefährlich, zumal er die Verantwortung auch für seine Frau sowie seine 5- und 7-jährigen Kinder hatte.
Aber mit dem Ziel vor Augen, in Frieden und Sicherheit leben zu können, hielt die Familie all die Strapazen aus. Die Frankenhäuser Willkommenskultur, die er erfahren hat, trug dazu bei, dass sich die Familie Baklaro heute hier sehr wohl fühlt und optimistisch in die Zukunft schaut. Für ihn sind erst mal die wichtigsten Ziele, gut Deutsch zu lernen und die Asylgenehmigung zu bekommen. Einen regelmäßigen Deutschunterricht ermöglichen in Bad Frankenhausen viele Ehrenamtliche, denen hier einmal Danke gesagt werden soll.
War die Verständigung im Erzählcafè auch nicht immer einfach – deutsch, arabisch, englisch, Hände und Füße – das gegenseitige Verständnis ist gewachsen.
Marion Haas und Katrin Milde
Besucher des Erzälcafès

