Di, 18:18 Uhr
22.12.2015
DDR Gelände- und Kübelwagen für staatliche Aufgaben
Der motorisierte Blick zurück (1)
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und den damit verbundenen Untergang des Deutschen Reiches 1945, übernahmen die vier Siegermächte die innere Kontrolle des gesellschaftlichen Lebens...
Einig waren diese Mächte sich in der Frage, dass es auf der nun reduzierten Landmasse Deutschlands, zwei neue staatliche Gebilde geben wird, die den Charakter der Sieger wiederspiegeln. Bereits im Mai 1949 wurde die BRD gegründet, die Gründung der DDR erfolgte dann im Oktober des gleichen Jahres.
Beide Staatsgebilde, hatten unter der ständigen Kontrolle der jeweiligen Siegermächte, alle staatlichen Aufgaben zu organisieren, die für das Funktionieren eines Staates notwendig waren. Dazu gehörte die innere Sicherheit wie auch die Bereitschaft der Verteidigung nach außen, allerdings nur im Rahmen der Bündnisse.
Die innere Sicherheit wurde in der ehemaligen DDR durch das überlieferte Polizeiwesen gewährleistet, der geplante Aufbau einer Armee erfolgte über die Zwischenstufe der sog. Kasernierten Volkspolizei (KVP). Dieser militärische Vorläufer der späteren Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR, wurde am 01.07.1952 aus 40 Bereitschaften der Polizei, gegründet. Chef der KVP war der spätere Minister für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Hoffmann, der die Nachfolge von Willi Stoph antrat.
Zum leichten Fahrzeugbestand der damaligen Volkspolizei und der nachfolgenden militärischen Einrichtungen einschließlich der späteren Grenztruppen der DDR sowie den Kampfgruppen, der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), der Feuerwehren aber auch der Forstwirtschaft, gehörten Gelände- und Kübelwagen.
Militärische Geländewagen waren nach den Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg, robuste allradgetriebene Fahrzeuge zum Befahren schwierigen Geländes mit einer hohen Bodenfreiheit. Sie dienten zum Transport von wenigen Personen, als Kommando- Funk- oder Leitfahrzeuge, sie verfügten in der Regel über abnehmbare Stoffverdecke und wurden mit und ohne Türen hergestellt.
Kübelwagen unterscheiden sich vom Geländewagen dahingehend, dass sie umgebaute Personenwagen aus einer zivilen Serie waren, die keinen Allradantrieb besaßen und somit auf befestigten Straßen oder Waldwegen zum Einsatz kamen.
Die nach der Gründung der damaligen DDR entstandenen Fahrzeugneubauten, entstanden nach Konstruktionsunterlagen und aus Restbeständen an Material der Fahrzeugproduzenten, die bereits vor und während des 2. Weltkrieges in Sachsen und Thüringen tätig waren.Für den Bereich Inneres, wurden aus dem vorhandenen Material des mittleren Einheits- PKW 40, Horch 901/Wanderer 901 der Deutschen Wehrmacht, der ehemals von der Auto Union in Chemnitz und von Opel in Brandenburg von 1937 - 1943 hergestellt wurde, 1951 eine Kleinserie des 3 Tonnen schweren Geländewagens mit der Typenbezeichnung H1K in Zwickau.
Dieser erste Geländewagen wurde von einem 8 Zylinder, 4 Takt- Ottomotor angetrieben.Mit einem Hubraum von 3517 ccm/3800 ccm wurden 80 bzw. 90 PS Leistung erreicht. Der Geländewagen besaß ein umklappbares Stoffverdeck und konnte 4 Personen transportieren.
Ebenfalls aus der gleichen Ausgangssituation heraus aber schon etwas abgewandelt, wurde 1952 für die KVP der EMW 325/3 in Eisenach gebaut. Umgangssprachlich wird dieses Fahrzeug auch als Horch P1 bezeichnet, es wurde davon ca. 160 Stück produziert.Der Geländewagen besaß einen wassergekühlten 6 Zylinder, 4 Takt-Ottomotor, der bei einem Hubraum von 1971 ccm, eine Leistung von 55 PS erreichte. Der Wagen besaß ein Stoffverdeck und konnte 4 Personen aufnehmen. Seitentüren waren nicht vorhanden.
Eine vollständige Eigenentwicklung eines Geländewagens der DDR für die KVP bzw. für die NVA,war der im VEB Kraftfahrzeugwerk Zwickau von 1952 - 1958 produzierte IFA P2M. Dieser Geländewagen besaß eine moderne Karosserie aus Stahlblech mit 4 Türen und wurde von einem wassergekühlten 6 Zylinder, 4 Takt- Ottomotor angetrieben. Der Hubraum ist mit 2407 ccm angegeben und erreichte damit eine Leistung von 65 PS. Der Wagen war für 4 Personen vorgesehen, besaß ein Stoffverdeck, welches ebenso wie die Frontscheibe umgeklappt werden konnte.
Im Zeitraum von 1962 - 1966 wurde dann im ehemaligen VEB Industriewerke Ludwigsfelde, der wohl erfolgreichste militärische Geländewagen in der DDR - Fahrzeuggeschichte, der Sachsenring P 3, gebaut. Der Geländewagen besaß wie sein Vorgängermodell einen wassergekühlten 6 Zylinder, 4 Takt- Ottomotor, jedoch mit nun 75 PS und einem Hubraum von 2406 ccm.
Dieser Fahrzeug konnte bis zu 7 Personen transportieren und wurde in einer Stückzahl von 3000 Exemplaren gebaut. Die Karosserie bestand aus Stahlblech und besaß 3 Türen. Die Frontscheibe konnte ebenso wie das Stoffverdeck umgeklappt werden.
In Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten des Warschauer- Vertrages, wurde die Weiterentwicklung von militärischen Geländewagen in der DDR beendet. Ab 1966 kamen ausschließlich in den Armeen des sog. Ostblocks, sowjetische Geländewagen wie z. B. der GAS zum Einsatz. (wird fortgesetzt)
Hubert Rein
Autor: redEinig waren diese Mächte sich in der Frage, dass es auf der nun reduzierten Landmasse Deutschlands, zwei neue staatliche Gebilde geben wird, die den Charakter der Sieger wiederspiegeln. Bereits im Mai 1949 wurde die BRD gegründet, die Gründung der DDR erfolgte dann im Oktober des gleichen Jahres.
Beide Staatsgebilde, hatten unter der ständigen Kontrolle der jeweiligen Siegermächte, alle staatlichen Aufgaben zu organisieren, die für das Funktionieren eines Staates notwendig waren. Dazu gehörte die innere Sicherheit wie auch die Bereitschaft der Verteidigung nach außen, allerdings nur im Rahmen der Bündnisse.
Die innere Sicherheit wurde in der ehemaligen DDR durch das überlieferte Polizeiwesen gewährleistet, der geplante Aufbau einer Armee erfolgte über die Zwischenstufe der sog. Kasernierten Volkspolizei (KVP). Dieser militärische Vorläufer der späteren Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR, wurde am 01.07.1952 aus 40 Bereitschaften der Polizei, gegründet. Chef der KVP war der spätere Minister für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Hoffmann, der die Nachfolge von Willi Stoph antrat.
Zum leichten Fahrzeugbestand der damaligen Volkspolizei und der nachfolgenden militärischen Einrichtungen einschließlich der späteren Grenztruppen der DDR sowie den Kampfgruppen, der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), der Feuerwehren aber auch der Forstwirtschaft, gehörten Gelände- und Kübelwagen.
Militärische Geländewagen waren nach den Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg, robuste allradgetriebene Fahrzeuge zum Befahren schwierigen Geländes mit einer hohen Bodenfreiheit. Sie dienten zum Transport von wenigen Personen, als Kommando- Funk- oder Leitfahrzeuge, sie verfügten in der Regel über abnehmbare Stoffverdecke und wurden mit und ohne Türen hergestellt.
Kübelwagen unterscheiden sich vom Geländewagen dahingehend, dass sie umgebaute Personenwagen aus einer zivilen Serie waren, die keinen Allradantrieb besaßen und somit auf befestigten Straßen oder Waldwegen zum Einsatz kamen.
Die nach der Gründung der damaligen DDR entstandenen Fahrzeugneubauten, entstanden nach Konstruktionsunterlagen und aus Restbeständen an Material der Fahrzeugproduzenten, die bereits vor und während des 2. Weltkrieges in Sachsen und Thüringen tätig waren.Für den Bereich Inneres, wurden aus dem vorhandenen Material des mittleren Einheits- PKW 40, Horch 901/Wanderer 901 der Deutschen Wehrmacht, der ehemals von der Auto Union in Chemnitz und von Opel in Brandenburg von 1937 - 1943 hergestellt wurde, 1951 eine Kleinserie des 3 Tonnen schweren Geländewagens mit der Typenbezeichnung H1K in Zwickau.
Dieser erste Geländewagen wurde von einem 8 Zylinder, 4 Takt- Ottomotor angetrieben.Mit einem Hubraum von 3517 ccm/3800 ccm wurden 80 bzw. 90 PS Leistung erreicht. Der Geländewagen besaß ein umklappbares Stoffverdeck und konnte 4 Personen transportieren.
Ebenfalls aus der gleichen Ausgangssituation heraus aber schon etwas abgewandelt, wurde 1952 für die KVP der EMW 325/3 in Eisenach gebaut. Umgangssprachlich wird dieses Fahrzeug auch als Horch P1 bezeichnet, es wurde davon ca. 160 Stück produziert.Der Geländewagen besaß einen wassergekühlten 6 Zylinder, 4 Takt-Ottomotor, der bei einem Hubraum von 1971 ccm, eine Leistung von 55 PS erreichte. Der Wagen besaß ein Stoffverdeck und konnte 4 Personen aufnehmen. Seitentüren waren nicht vorhanden.
Eine vollständige Eigenentwicklung eines Geländewagens der DDR für die KVP bzw. für die NVA,war der im VEB Kraftfahrzeugwerk Zwickau von 1952 - 1958 produzierte IFA P2M. Dieser Geländewagen besaß eine moderne Karosserie aus Stahlblech mit 4 Türen und wurde von einem wassergekühlten 6 Zylinder, 4 Takt- Ottomotor angetrieben. Der Hubraum ist mit 2407 ccm angegeben und erreichte damit eine Leistung von 65 PS. Der Wagen war für 4 Personen vorgesehen, besaß ein Stoffverdeck, welches ebenso wie die Frontscheibe umgeklappt werden konnte.
Im Zeitraum von 1962 - 1966 wurde dann im ehemaligen VEB Industriewerke Ludwigsfelde, der wohl erfolgreichste militärische Geländewagen in der DDR - Fahrzeuggeschichte, der Sachsenring P 3, gebaut. Der Geländewagen besaß wie sein Vorgängermodell einen wassergekühlten 6 Zylinder, 4 Takt- Ottomotor, jedoch mit nun 75 PS und einem Hubraum von 2406 ccm.
Dieser Fahrzeug konnte bis zu 7 Personen transportieren und wurde in einer Stückzahl von 3000 Exemplaren gebaut. Die Karosserie bestand aus Stahlblech und besaß 3 Türen. Die Frontscheibe konnte ebenso wie das Stoffverdeck umgeklappt werden.
In Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten des Warschauer- Vertrages, wurde die Weiterentwicklung von militärischen Geländewagen in der DDR beendet. Ab 1966 kamen ausschließlich in den Armeen des sog. Ostblocks, sowjetische Geländewagen wie z. B. der GAS zum Einsatz. (wird fortgesetzt)
Hubert Rein
