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Mi, 12:14 Uhr
20.01.2016
Meldung aus der Wirtschaftswelt

Eingriffe ins Stromnetz wird häufiger

MITNETZ STROM muss zunehmend häufiger ins Stromnetz eingreifen, so das Energieunternehmen in einer Meldung...

MITNETZ STROM griff 2015 so häufig wie noch nie mit dem Netzsicherheitsmanagement in das Stromnetz ein, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Der enviaM-Netzbetreiber reduzierte die Stromerzeugung der Einspeiser insgesamt 534-mal, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden. Im Vorjahr waren es 188 Eingriffe. Am häufigsten waren die Netzregionen Brandenburg (344 Eingriffe) und Sachsen-Anhalt (148 Eingriffe) betroffen. 16 Prozent der Netzeingriffe gehen auf die Anforderungen des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz zurück.

Im Ergebnis der Netzeingriffe wurden 2015 im Netzgebiet der MITNETZ STROM insgesamt rund 175 Gigawattstunden eingespeister Energie aus erneuerbaren Energien abgeregelt. Dies entspricht durchschnittlich nur 1,4 Prozent der insgesamt aus erneuerbaren Energien eingespeisten Energie. Die Anteile in Brandenburg betrugen rund 3,4 Prozent und in Sachsen-Anhalt rund 0,9 Prozent.

„Die Energiewende findet im Verteilnetz statt, in dem 98 Prozent der Einspeiser angeschlossen sind. Wir bauen deshalb unsere Netze seit Jahren kontinuierlich aus. Trotzdem sind wir gezwungen, die Stromerzeugung auch aus erneuerbaren Energien immer öfter herunterzufahren, um Netzengpässe zu vermeiden“, sagt Adolf Schweer, Technischer Geschäftsführer der MITNETZ STROM.

Zu diesen Baumaßnahmen zählen beispielsweise der Neubau und die Verstärkung großer Schaltanlagen und Leitungen, mit denen die Energie aus den Engpassgebieten abtransportiert wird. Ein Schwerpunkt ist beispielsweise der Raum Jessen. Das Unternehmen ersetzt die Hochspannungsleitung in Richtung Elster und schließt den Bau der Hochspannungsschaltanlage für das neue Umspannwerk Jessen/Nord ab. Mit Inbetriebnahme dieser Anlage steht ein weiterer Verknüpfungspunkt zum Höchstspannungsnetz zur Verfügung, um den aus erneuerbaren Energieanlagen erzeugten Strom abzuführen. Parallel dazu setzt MITNETZ STROM zahlreiche weitere Arbeiten an Leitungen in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen fort.

„In die Überarbeitung des Energiewirtschaftsgesetzes wird voraussichtlich in Kürze die Spitzenkappung von Einspeisungen einfließen, so dass maximal drei Prozent der Jahresenergie abgeregelt werden kann. Dann braucht das Netz nicht für die maximale Einspeiseleistung ausgelegt werden. Dies begrüßen wir. Unsere Netzausbaumaßnahmen werden jedoch kurzfristig kaum geringer ausfallen. Das liegt an dem Nachholbedarf und dem weiterhin starken Zuwachs der erneuerbaren Energien, mit dem der Netzausbau nicht Schritt halten kann. Langfristig wird die Spitzenkappung den erforderlichen Netzausbaubedarf reduzieren. In einzelnen Fällen erfolgt dies schon“, sagt Schweer weiter.
Probleme bereiten MITNETZ STROM unverändert die langen Planungs- und Genehmigungszeiten.
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Kommentare

20.01.2016, 20.55 Uhr
cui bono | Ist ein künftiger Blackout in Deutschland wirklich nur eine Verschwörungstheorie?
Die Stabilität unseres Stromnetzes hängt von der Spannungshöhe, der Phasensynchronität und der konstanten Netzfrequenz von 50 Hz, ab. Da Strom in diesen Größenordnungen wirtschaftlich nicht speicherbar ist, muss die Erzeugung und der Verbrauch ständig in Waage gehalten werden.
Mit dem schleichenden Umbau und dem Ersatz von Grundlastkraftwerken durch „Erneuerbare Energien“ meist Windkraft, sinkt unsere Netzstabilität immer weiter. Immer häufiger sind Eingriffe auf der Einspeiseseite als auch auf der Verbraucherseite erforderlich. Später werden auch die neuen Smart-Zähler einen Lastschalter haben. Hauptsache sie sind erst einmal flächendeckend verbaut.
Anfang 2014 war vom Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (www.br-agrar.de) folgendes zu lesen. Die Lebensmittelwirtschaft zählt, aufgrund ihrer Rolle zur Lebensmittelversorgung der Bevölkerung zu den sogenannten kritischen Infrastrukturen. Die dort tätigen Unternehmen wurden gebeten, Informationen zu vorhandenen Notstrom- Kapazitäten anzugeben. So wurden in einem Rundschreiben auch folgende Fragen gestellt.
1. Welche stationären Netzersatzanlagen sind zur Eigenversorgung der Unternehmen installiert?
2. Welche mobilen Netzersatzanlagen werden von den Unternehmen vorgehalten? (ab 75 kVA)
3. Welche Notfallpläne hinsichtlich eines langanhaltenden und großräumigen Stromausfalls liegen bei den Unternehmen vor?
4. Liegt ein Notfallplan bei den Zulieferern der Unternehmen vor?
Rückmeldungen werden bis zum 15.08.2014 erbeten.
Das erfährt natürlich die normale Bevölkerung nicht, man will ja niemanden beunruhigen, man schafft das schon…
Fragen Sie in diesem Fall lieber Ihren Bekannten bei der Freiwilligen Feuerwehr oder einen Mitarbeiter der beim KAT Schutz organisiert ist.
Weitere Fakten: Zwischen dem 01.01.2014 und dem 04.07.2014 waren 1854 Redispatch- Maßnahmen im Stromnetz der Bundesrepublik erforderlich.
Im Mai 2015 mussten die Umspannwerker knapp 50000 mal in Schleswig- Holstein eingreifen und die eingespeiste Leistung aus Windkraft reduzieren.
Nach Expertenschätzungen kostet der Volkswirtschaft eine Stunde Blackout in Deutschland etwa 600 Millionen €.
Was nützt da die Überarbeitung des „Energieunwirtschaftsgesetzes“, wo die Einspeisespitzen der Windkraft begrenzt werden sollen. Windkraft wird nie grundlastfähig.
Die Position auf unser privaten Stromrechnung „Umlage für abschaltbare Lasten“ die seit dem 01.01.2014 mit 0,00€ noch unbemerkt vor sich hindümpelt, aktuell liegen die Kosten noch bei 0,006 Ct/kWh. Eigentlich könnten uns die Stadtwerke bei einem Jahresverbrauch von 2000 kWh bereits 12 Cent berechnen. Aber man ist bei dieser Summe noch großzügig. Noch!
Spätestens wenn die gekappten Spitzen zu Hügelketten werden und die Windkraft z.B. in Thüringen laut der Bündnis Grünen verdreifacht werden soll. Dann wird sich diese winzige Zahl aufbäumen!
Man schafft es also gerade so, das Netz stabil zu halten. Es bedarf künftig nicht einmal eines kriminellen Hackerangriffs. Etwas weiter ausufernde „Unregelmäßigkeiten“ an der Strombörse reichen auch.
Hoch leben die Sparkassen, die stolz, jährlich Gruppen von Jugendlichen präsentieren, die in Form von Börsenspielen ihre eigene Zukunft verspielen.“

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