Mo, 15:35 Uhr
01.02.2016
Kulturszene aktuell
Rückblick auf Veranstaltung im Panorama Museum
Am vergangenen Freitagabend präsentierte das StuKi 76 CITITZENFOUR, den Oscar preisgekrönten Dokumentarfilm über Edward Snowden, der seiner Zeit in Echtzeit gedreht wurde und die Übergabe der brisanten Dokumente über die Spionageaktivitäten des NSA an Journalisten des Guardian festgehalten hatte. Dazu doeser Bericht von Fred Böhme...
Dieser Film zeigte aber nicht nur den Whistleblower während dieses brisanten Lebensphase und zeichnete ein Bild dieses Menschen, der zunehmend mitgenommener aussah, er veranschaulichte ebenfalls die Verlogenheit staatlicher Vertreter und des NSA vor verschiedenen amerikanischen Gerichten, die völlig skrupellos jede rechtswidrige Ausschnüffelung unbescholtener Bürger in den USA bestritten.
Da für die NSA außerhalb des Territoriums der USA ein rechtsfreier Raum zu bestehen scheint, sind ihre Ausspähaktivitäten hier noch ungehemmter und ihre Datensammelwut grenzenlos, das zumindest wurde im Film so behauptet. Er verdeutlichte auch, was man allein schon nur mit der Verknüpfung unserer Metadaten anstellen kann und positionierte sich eindeutig, indem er diese Ausspähpraxis als antidemokratisch geißelte, weil es damit ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Staat und Bürger gäbe, welches zu Ungunsten des Bürgers ausfalle.
Spätestens an dieser Stelle drängte sich mir die Frage auf, wem gehört eigentlich der Staat??? Wenn er sich so offensichtlich gegen seine Bürger richtet, muss er einem anderen dienen? Wem sind die vom Volk gewählten Politiker, die die staatliche Gewalt ausüben, verpflichtet, wenn sie die Macht des Staates eben gegen diese Bevölkerung einsetzen? Und wie muss man die halbherzige laue Reaktion unserer staatlichen Vertreter auf diesen Skandal bewerten, die diesen erst als solchen wahrzunehmen bereit waren, als auch das Handy der Kanzlerin als Ausspähziel erkannt wurde? Wem also dienen unsere Politiker, die selbst die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada für so brisant halten, dass sie Details ihrem Souverän – also ihrem Volk -, dem sie doch verpflichtet sein sollten, glauben verheimlichen zu müssen?
Dieser erhellende und brennend aktuelle Film stellte eine Menge unbequemer Fragen. Doch die diese an die politisch Verantwortlichen in diesem Land stellen sollten, machten sich rar. Daran zeigt sich, in welchem Maße die Demokratie auch in diesem Lande gefährdet ist.
Fred Böhme
Panorama Museum
Autor: khhDieser Film zeigte aber nicht nur den Whistleblower während dieses brisanten Lebensphase und zeichnete ein Bild dieses Menschen, der zunehmend mitgenommener aussah, er veranschaulichte ebenfalls die Verlogenheit staatlicher Vertreter und des NSA vor verschiedenen amerikanischen Gerichten, die völlig skrupellos jede rechtswidrige Ausschnüffelung unbescholtener Bürger in den USA bestritten.
Da für die NSA außerhalb des Territoriums der USA ein rechtsfreier Raum zu bestehen scheint, sind ihre Ausspähaktivitäten hier noch ungehemmter und ihre Datensammelwut grenzenlos, das zumindest wurde im Film so behauptet. Er verdeutlichte auch, was man allein schon nur mit der Verknüpfung unserer Metadaten anstellen kann und positionierte sich eindeutig, indem er diese Ausspähpraxis als antidemokratisch geißelte, weil es damit ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Staat und Bürger gäbe, welches zu Ungunsten des Bürgers ausfalle.
Spätestens an dieser Stelle drängte sich mir die Frage auf, wem gehört eigentlich der Staat??? Wenn er sich so offensichtlich gegen seine Bürger richtet, muss er einem anderen dienen? Wem sind die vom Volk gewählten Politiker, die die staatliche Gewalt ausüben, verpflichtet, wenn sie die Macht des Staates eben gegen diese Bevölkerung einsetzen? Und wie muss man die halbherzige laue Reaktion unserer staatlichen Vertreter auf diesen Skandal bewerten, die diesen erst als solchen wahrzunehmen bereit waren, als auch das Handy der Kanzlerin als Ausspähziel erkannt wurde? Wem also dienen unsere Politiker, die selbst die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada für so brisant halten, dass sie Details ihrem Souverän – also ihrem Volk -, dem sie doch verpflichtet sein sollten, glauben verheimlichen zu müssen?
Dieser erhellende und brennend aktuelle Film stellte eine Menge unbequemer Fragen. Doch die diese an die politisch Verantwortlichen in diesem Land stellen sollten, machten sich rar. Daran zeigt sich, in welchem Maße die Demokratie auch in diesem Lande gefährdet ist.
Fred Böhme
Panorama Museum