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Fr, 07:00 Uhr
12.02.2016
Lichtblick

Aus und vorbei! - Ich bin ich!

Wie spannend und lustig war doch die Faschingszeit dieses Jahr wieder - trotz aller düsteren Befürchtungen und vieler Ängste. Dennoch herrscht bei vielen eine gewisse Trauerstimmung, denn seit Aschermittwoch ist alles vorbei...


Schluss mit dem lustigen Unfug und Klamauk. Schluss mit derben Sprüchen und Wahrheiten, die man sonst so nie gesagt hätte. Schluss mit dem Ausbrechen aus bestehenden Regeln. Faschingszeit heißt, sich zu verkleiden, in eine andere Rolle zu schlüpfen und im besten Falle nicht erkannt zu werden. Alles ganz anders als im Alltag.

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Aus dem schüchternen Büromensch wird im Kostüm ein starker mutiger Cowboy oder ein heldenhafter Ritter. Aus dem „Pummelchen“ wird eine entzückende Prinzessin. Aus der grauen Maus ein echter Hingucker im knappen Kostüm. Umgekehrt kommt der Chef als niedlicher Marienkäfer und der Richter als Clown.
Aschermittwoch dann ist alles vorbei. Die Kostüme verschwinden in der Versenkung, die Schminke wird abgewischt, Masken werden abgelegt. Kurz: Der Alltag hat uns wieder.

Mancher stellt etwas wehmütig fest: „Ich bin wieder ich!“

Sich auf sich selbst zu besinnen, ist nicht immer ganz einfach. Für manchen kommt die beginnende Fastenzeit da genau richtig. Die Zeit bis Ostern zu nutzen, um sich auf das zu besinnen, was man hat, vielleicht auch „wer man ist“. Die alte Wahrheit zu bedenken: Weniger ist mehr!

Es gibt viele Menschen, die in solchen Zeiten auch feststellen, welche Masken sie auch außerhalb der Faschingszeit tragen (müssen). Ich denke, das kennt wohl jeder von uns. Manchmal lächelt man, obwohl man eigentlich traurig ist. Manchmal zeigt man ganz viel Stärke und fühlt sich eigentlich sehr schwach. Manche Angst und Unsicherheit „versteckt“ man hinter einem möglichst selbstsicheren und souveränen Auftreten.
Ohne Frage ist es oft sehr wichtig, die Rolle des Starken und Mutigen zu „spielen“, gewissermaßen die Maske von Supermann oder eines Helden aufsetzen zu können.

Selbstverständlich soll nicht jeder sofort sehen, wie ich mich gerade fühle, was ich denke. Solche Masken schützen uns davor, dass unsere Angst, Unsicherheit und Ohnmacht ausgenutzt wird. Manchmal ist solch eine Maske im Beruf zwingend notwendig.

Genauso wichtig ist es aber, diese Masken auch ablegen zu können. Es gibt Momente, da ist es zu schwer, weiter zu lächeln oder mutig und tapfer zu sein. Es gibt Momente, da gehe ich verloren, wenn ich die Maske nicht ablegen kann. Es gibt Momente, da brauche ich jemandem, dem ich nichts vormachen muss, wo ich sein kann wie ich gerade bin; wo ich sicher sein kann, dass der andere meine Ängste, Schwächen und Unsicherheiten, meine Fragen oder Trauer aushalten kann und sie nicht ausnutzt.

Für die diesjährige Fastenzeit vielleicht mal auf die eine oder andere Maske verzichten!?!

Ich wünsche Ihnen viele Situationen, in denen Sie ganz sicher Ihre Masken fallen lassen und ganz Sie selbst sein können. Auch da gilt manchmal sehr direkt: Weniger ist mehr! Wenn ich meinen Platz gefunden habe, an dem ich mich gebraucht und gefordert, aber nicht überfordert fühle, dann brauche ich keine Masken und kann sein, wie ich bin. - Mehr geht nicht!

Gleichzeitig wünsche ich Ihnen aber auch einen Blick dafür zu haben, dass der andere auch ein Mensch ist, der offene Arme und Ohren braucht, damit er seinen Masken fallen lassen kann.

In solchen Begegnungen werden oft neue Kraft und neuer Mut geschenkt und manchmal auch ein ganz neuer Weg aufgezeigt, den wir gehen können.
Ich glaube, dass genau in solchen Momenten, die Liebe Gottes spürbar und erlebbar wird, denn bei IHM können wir ganz so sein, wie wir sind, ohne jede Maske oder jedes Kostüm.
Pastorin Steffi Wiegleb
Autor: red

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