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Do, 14:58 Uhr
18.02.2016
Feuerwehr aktuell

Alles im Lot mit der Drehleiter?

Das Einsatzfahrzeug mit der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Sondershausen-Mitte ist defekt. Kann der Defekt wirklich kompensiert werden? So einige Zweifel kommen auf und Kritik ist unüberhörbar und Politiker sind gefragt...

Update: Die Drehleiter von Wolkramshausen hat einen Korb.

Der Stadtbrandmeister von Sondershausen, Sven Wreden, hatte im Gespräch mit kn bestätigt, die Einsatzbereitschaft ist gewährleistet. Hintergrund ist, dass das Fahrzeug der FFW SDH-Mitte mit der Drehleiter wegen Reparatur nicht einsatzfähig ist und wenn eine Drehleiter zum Einsatz kommen muss, Hilfe aus Bad Frankenhausen, Greußen oder Wolkramshausen geholt werden, was erst letzten Samstag notwendig war, beim Brand in Oberspier.

Kaum hatte kn den oben genannten Bericht veröffentlicht kamen auch schon sehr kritische Hinweise. Am häufigsten genannt, der Vorwurf, die Fahrzeuge aus Greußen und Wolkramshausen, sind in bestimmten Fällen mit ihrer Drehleiter bedingt einsatzfähig.
Alles im Lot mit der Drehleiter? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Alles im Lot mit der Drehleiter? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Alles im Lot mit der Drehleiter? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die obigen Bilder zeigen, was die Drehleiter des Sondershäuser Einsatzfahrzeuges hat, an der Drehleiter ist ein Korb, mit dem man wesentlich sicherer auch Personen mit der Drehleiter aus einem höheren Gebäude retten kann, vor allem wenn sie verletzt sind und wegen Alter nicht mehr so beweglich sind.

Alles im Lot mit der Drehleiter? (Foto: Günter Herting) Alles im Lot mit der Drehleiter? (Foto: Günter Herting)

Aus einer oberen Wohnung über eine Drehleiter gerettet zu werden, die an der Spitze keinen Korb hat, ist mit Sicherheit eine sehr kitzlige Angelegenheit, selbst wenn man rüstig ist. Und das Problem ist, das die FFW Greußen keinen Korb an der Drehleiter hat.

Ein Hinweis eines Kameraden kam:
"Ich möchte sehen wie man mit einer 30 Jahre alten W50 Drehleiter ohne Korb z.B. Menschen aus einem Pflegeheim retten soll."

Alles im Lot mit der Drehleiter? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Alles im Lot mit der Drehleiter? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Und in der Tat, das Einsatzfahrzeug der FFW Greußen, hier ein Archivfoto von kn, zeigt dieses Fahrzeug, ist ein Methusalem. Noch in der DDR gebaut und wahrscheinlich schon 1981 "geboren". Pikant, es ist das Fahrzeug, dass erst der FFW Sondershausen-Mitte gehörte!

Und hier kam der Vorwurf einiger Anrufer: Wir sind als Freiwillige Feuerwehren nicht mehr optimal mit der notwendigen Technik ausgerüstet, das zeigt sehr deutlich das Beispiel Greußen mit seiner veralteten Drehleiter.

Sind diese Vorwürfe unberechtigt? Der Vorsitzende der Kreisfeuerwehrverbandes Mario Hasenbein hatte in der letzten Jahreshauptversammlung der FFW Sondershausen-Mitte Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) aufgefordert Einfluss auf Landes und Bundespolitiker zu nehmen, auf eine bessere Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren zu nehmen. Das sagt viel zu diesem Thema.

Wenn eine Kommune wie Sondershausen nicht mal mehr Mittel hat, um von Mäusen zerfressene Uniformen ersetzten zu können (kn berichtete) und die Feuerwehr regelrecht um Mittel betteln muss, wie soll dann Greußen zu einem neuen moderneren Einsatzfahrzeug mit einer Drehleiter kommen, die wenigstens einen Korb an der Drehleiter hat?

Hat Greußen das Geld für ein neues modernes Einsatzfahrzeug mit Drehleiter, bei der auch ein Personenkorb dran ist, wie es Bad Frankenhausen oder Sondershausen haben? Wir haben in Greußen eine Stützpunktfeuerwehr und suchen händeringend nach einem besser ausgestatteten Fahrzeug. Am Telefon hat Greußens Bürgermeister René Hartnauer klar gesagt, es ist nicht absehbar, dass wir das als Stadt finanzieren können. Und auch aus Sicht Landkreis sieht er kaum Chancen an Mittel zu kommen. „Ich bin selbst Kreistagsmitglied und weiß das der Schwerpunkt der Finanzierung des Kreises für die Schulen liegt.“

Kreisbrandinspektor Peter Ortlepp war auf o.g. Jahreshauptversammlung schon ins sprichwörtliche Rudern gekommen, als man in Sondershausen anfragte wann der Einsatzleitwagen beschaffen werden kann. Das hängt, so Ortlepp, an der Kreisverwaltung und dessen Haushalt, denn da müssen 75.000 Euro her (+ 25.000 vom Land). Wegen des Doppelhaushalt und das wird wohl erst 2017 frühestens etwas.

Wenn dieses Geld nicht mal da ist, wo sollen dann die rund 600.000 Euro für ein schickes neues Feuerwehrauto mit moderner Drehleiter für Greußen herkommen?

Mario Hasenbein hatte die Landes- und Bundespolitiker über Kreyer aufgefordert, sorgt für bessere Unterstützung bei der Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren.
Es bringt allerdings auch nichts, an dieser Stelle Schulen gegen Feuerwehr aufzurechnen. Nur wenn wohl bereits ein Drittel aller Kommunen in Thüringen in der Konsolidierung stecken, wie soll dann noch das Geld für eine angemessene Ausrüstung aufgebracht werden? Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht erst einen Todesfall geben muss, ehe die Politik aufwacht!

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren für uns riskieren Leib und Leben, dann müssen sie auch dementsprechend ausgerüstet werden. Die Kommunen und Landkreise müssen angemessen mit Mitteln für die Rettungskräfte ausgestattet werden, so die Forderung vieler Anrufer bei kn. Es geht also nicht nur um eine defekte Drehleiter sondern um eine generelle Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren.

Wie sehen das unsere Landtags- und Bundestagsabgeordneten? Und auch die Kreistagsmitglieder sollten angesprochen sein. Die Kameraden der Feuerwehren haben ein Recht darauf ernst genommen zu werden.
Autor: khh

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Kommentare
Micha123
18.02.2016, 17:32 Uhr
Alles im Lot bei der Feuerwehr???
Es schon eine richtige Schande, wenn man bedenkt, mit welcher veralteten Technik die Feuerwehren ausgestattet sind.
Respekt an die Kameraden, welche trotz dieser Nachteile immer noch das Beste aus den Situationen machen. Oft durch unzählige, ehrenamtliche Stunden, private Investitionen usw.

Die Politik sieht zu.. ein Verantwortlicher schiebt es auf den nächsten Verantwortlichen. Der eine weiß von nichts, der andere hatte nie von etwas gehört.

Bürgermeister und Landräte müssten jede Woche den "Geldgebern" in Land und Bund die Türe "eintreten".
Es kann nicht sein, wenn Stadt oder Kreis kein Geld haben - dass dann aber am Ende auch kein Geld für Behörden der öffentlichen Sicherheit da ist - in diesem Falle Feuerwehren.
Komischer Weise - als Vergleich - für unsere "neuen" Mitbewohner ist Geld da. Da werden Gebäude gekauft, saniert, umgerüstet - Millionen fließen. Alles schnell und unkompliziert.
Das Geld für einen einfachen ELW bekommt man nicht schnell zusammen.


Man kann nur hoffen, dass nichts passiert. Aber wenn.. dann werden die Verantwortlichen auch schon ihre Ausrede haben und der "kleine" Kamerad ist dann der Schuldige.

Was ist nun eigentlich.. wenn in Helbedündorf ein Notfall ist und eine Drehleiter gebraucht wird? Die nächste wäre in Schlotheim, Mühlhausen oder Wolkramshausen. Unter 20 Minuten ist keine vor Ort. Selbst die von Sondershausen Mitte (wäre sie nicht defekt) würde das nicht schaffen.
Und der W50 von Greußen... alte Technik in allen Ehren - aber so etwas hat ausgedient.

Sollen doch 2 neue gekauft werden - wenn eine 600.000,- kostet - so gibt es sicherlich für 2 noch einen Rabatt.
Eine neue nach Greußen und zusätzlich eine neue in Schernberg stationiert. Von dort aus ist man auch schnell in Helbedündorf, Sondershausen oder wenn die Schlotheimer im Einsatz ist - in dieser Richtung. Oder in Richtung Großenehrich.
Und die alte 50 Drehleiter muss erhalten bleiben - als Austausch, wenn eine andere defekt ist und darf nicht für einen "Apfel und ein Ei" verscherbelt werden.

Ebenso hat man es letzten Sommer gesehen, als durch die Hitze einige Flächenbrände in der Region waren. Auf den Straßen Tanklöschfahrzeuge TLF 16 auf W50 Gestell. Fahrzeuge, welche teilweise 40 Jahre im Dienst sind. Bei einer Steigung kommt man als Radfahrer ohne Mühe vorbei.
Gibt es da nicht die Möglichkeit gute Gebrauchte zu beschaffen? Fahrzeuge mit gleichen Aufbauten, welche aber noch nicht einmal halb so alt sind und vielleicht 10 oder 20% Kosten verursachen wie ein neues TLF.

Ferner wäre vielleicht auch eine neuere und bessere Ausrüstung dafür ein Anreiz, dass es mehr Menschen gibt, welche diesem Ehrenamt nachgehen. Oder auch der Nachwuchs dadurch ansteigt.
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