Di, 00:37 Uhr
19.04.2016
Meldungen aus der Region
Der zukünftige Verkehr im Kyffhäuserkreis
Auf der Infrastrukturkonferenz des Kyffhäuserkreises, die gestern in Sondershausen stattfand ging es im ersten Themenblock um die Fragen der Verkehrsinfrastruktur, wie z.B. fahren bald Zügen nach Bad Frankenhausen. Aber es gibt nach Meinung von kn auch einen Flop...
Über die Eröffnung und das erste Fazit von Landrätin Antje Hochwind, (SPD) hatte kn bereits berichtet:
Erstes Fazit bei der Infrastrukturkonferenz
Einen interessanten Beitrag über den Ist-Stand und Perspektiven bei der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur (Straße und Schiene) brachte Staatssekretär Dr. Klaus Sühl vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft.
Die Landesregierung, so Dr. Sühl wolle zukünftig den Schwerpunkt auf den ländlichen Raum legen, der ja auch 80 Prozent Thüringens ausmache. Der ländliche Bereich müsse weiter entwickelt und gefördert werden.
Der Lückenschluss der A71 habe schon viel gebracht. Aber oft würden noch die entsprechenden Zubringer fehlen.
Interessant die Wertigkeit, die Dr. Sühl verkündete:
- Pflege des Vorhandenen
- Schließen von Lücken
- erst dann Neubau.
Er kündigte an, das heute in der Kabinettssitzung das Verkehrskonzept beraten werde. In den nächsten 15 Jahren werde in Thüringen auf Basis des Verkehrswegeplans des Bundes rund eine Milliarde Euro investiert. 40 Projekte seien aus Thüringen enthalten.
Die Ortsumfahrung Greußen sei im vordringlichen Bedarf eingeordnet, die Sundhäuser Berge B4 (Erweiterung von 2 auf 3 Spuren) im weiteren Bedarf. Was heißt das? Der Ausbau der Sundhäuserberge kann geplant werden, aber keiner kann sagen, wann der Baubeginn sein wird, so Dr. Sühl.
Für die Ortsumfahrung B4 Greußen sieht es besser aus, wenn der Verkehrswegeplan bestätigt wird, müsse in den nächsten 15 Jahren gebaut werden. Die Entwurfsplanung soll noch 2016 fertig werden und der eigentliche Bau wird erst in den 20er Jahren erfolgen.
Interessanterweise kann auch die Ortsumfahrung B85 Bad Frankenhausen in die Planung gehen. Die Ortsumfahrung Oldisleben im Zuge der B86 sei zwar nur im weiteren Bedarf aber man könne schon planen.
Zur Ortsumfahrung Straußfurt im Zuge der B4 kam die klare Ansage, sie ist weder im vordringliche und nicht mal im weiteren Bedarf enthalten. Das Kabinett wolle das so nicht akzeptieren. Auch Hochwind mahnte einen zügigen Ausbau der gesamte B4 aus, einschließlich Straußfurt und Gebesee mit den Ortsumfahrungen. Dr. Sühl kündigte im Mai / Juni Gespräche mit dem Bund an.
Dan ging es um das Thema Schiene. Hier hätte man im Freistaat ein gutes Gerüst, nur die Mitte-Deutschland-Verbindung (Gera) müsse ausgebaut werden.
Auf der Strecke Sömmerda - Sangerhausen soll es keine Bahnhofsschließungen geben, auch nicht für Reinsdorf. Hier mahnte aber Dr. Sühl an, wenn es bei den 10 Ein- und Ausstiegen pro Tag bleibe, müsse das aber nochmals überdacht werden, denn im Jahresverlauf kostet dieser Halt rund 10.000 Euro.
Dr. Sühl kündigte an, dass die Reaktivierung der Bahnstrecke Bretleben - Bad Frankenhausen angedacht wird. Aber das hängt nur am Aufkommen, was die Bundeswehr über die Schiene zu transportieren habe. Nur für den Personentransport reicht die Eröffnung nicht.
Steffen Sauerbier Bürgermeister Roßleben) mahnte an, wenigstens für touristische Fälle die Lücke Wangen - Artern wieder zu schließen.
Christine Schlegel und Gerhard Rink von der Bürgerinitiative Ortsumfahrung Greußen berichteten von ihren 10 jährigen Kampf um die Ortsumfahrung. Über die vilen Probleme, welche der enorme Verkehr für Greußen bedeutete könnte man bequem mehrere Artikel schreiben. Eines ist klar, die B4 ist eine der am meisten belastaten Strecken und die kürzestes Verbindung von Hamburg nach den Logistik-Zentren Erfurts. Der Lückenschluss A71 hat keine Entlastung im Verkehr gebracht.
Rink forderte, das endlich auch kleiner Kommunen "blitzen" dürfen, um die Raserei zu stoppen den trotz Tempolimit in der Nacht (30 km/h) liegt der Geschwindigkeitsrekord bei 138 km/h.
Hochwind begrüßte die Initiative von SPD Landtagsmitglied Dorothea Marx, die sich bei der Landesregierung dafür stark macht, dass die Gesetzlichkeiten /Verordnungen so geändert werden, dass auch kleine Städte wie Greußen blitzen durften. Eine Forderung auch der Bürgerinitiative.
Enttäuschend an dieser Konferenz war allerdings das Thema Radwege. Zwar wurde es später im Block Tourismus gefordert, dass es einen Ausbau des straßenbegleitende Radwegs auch an der B4 geben soll (Forderung Hochwind), aber wie man in der heutigen Zeit Radewege entwickeln sollte, stand überhaupt nicht zur Diskussion.
Man ignoriert einfach die rasante Entwicklung der E-Bikes und reduziert Radwegebau nur auf den Tourismus. Wenn hier nicht bald ein Umdenken in Thüringen erfolgt, wird man bald auf diesem Gebiet weit zurückliegen. Mit dem Rad zur Arbeit bedeutet aber auch ein Ausbau des Radwegenetzes nicht nur für den Tourismus. Die Kommunen allein haben so wenig Finanzkraft, dass sich da kaum was tun wird, wenn nicht Land und Bund ein zentrales Programm auflegen. Beim Thema Radwegebau für die tägliche Nutzung ist Thüringen noch ein "Entwicklungsland", und wird es wohl noch lange sein, wenn es so weiter geht, meint kn.
In diesem Punkt Radewege für den täglichen Bedarf ist auch der Verkehrwegeplan des Bundes ein echter Flop. Hier sollten die Bundestagsmitglieder mal Einfluss nehmen.
Autor: khhÜber die Eröffnung und das erste Fazit von Landrätin Antje Hochwind, (SPD) hatte kn bereits berichtet:
Erstes Fazit bei der Infrastrukturkonferenz
Einen interessanten Beitrag über den Ist-Stand und Perspektiven bei der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur (Straße und Schiene) brachte Staatssekretär Dr. Klaus Sühl vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft.
Die Landesregierung, so Dr. Sühl wolle zukünftig den Schwerpunkt auf den ländlichen Raum legen, der ja auch 80 Prozent Thüringens ausmache. Der ländliche Bereich müsse weiter entwickelt und gefördert werden.
Der Lückenschluss der A71 habe schon viel gebracht. Aber oft würden noch die entsprechenden Zubringer fehlen.
Interessant die Wertigkeit, die Dr. Sühl verkündete:
- Pflege des Vorhandenen
- Schließen von Lücken
- erst dann Neubau.
Er kündigte an, das heute in der Kabinettssitzung das Verkehrskonzept beraten werde. In den nächsten 15 Jahren werde in Thüringen auf Basis des Verkehrswegeplans des Bundes rund eine Milliarde Euro investiert. 40 Projekte seien aus Thüringen enthalten.
Die Ortsumfahrung Greußen sei im vordringlichen Bedarf eingeordnet, die Sundhäuser Berge B4 (Erweiterung von 2 auf 3 Spuren) im weiteren Bedarf. Was heißt das? Der Ausbau der Sundhäuserberge kann geplant werden, aber keiner kann sagen, wann der Baubeginn sein wird, so Dr. Sühl.
Für die Ortsumfahrung B4 Greußen sieht es besser aus, wenn der Verkehrswegeplan bestätigt wird, müsse in den nächsten 15 Jahren gebaut werden. Die Entwurfsplanung soll noch 2016 fertig werden und der eigentliche Bau wird erst in den 20er Jahren erfolgen.
Interessanterweise kann auch die Ortsumfahrung B85 Bad Frankenhausen in die Planung gehen. Die Ortsumfahrung Oldisleben im Zuge der B86 sei zwar nur im weiteren Bedarf aber man könne schon planen.
Zur Ortsumfahrung Straußfurt im Zuge der B4 kam die klare Ansage, sie ist weder im vordringliche und nicht mal im weiteren Bedarf enthalten. Das Kabinett wolle das so nicht akzeptieren. Auch Hochwind mahnte einen zügigen Ausbau der gesamte B4 aus, einschließlich Straußfurt und Gebesee mit den Ortsumfahrungen. Dr. Sühl kündigte im Mai / Juni Gespräche mit dem Bund an.
Dan ging es um das Thema Schiene. Hier hätte man im Freistaat ein gutes Gerüst, nur die Mitte-Deutschland-Verbindung (Gera) müsse ausgebaut werden.
Auf der Strecke Sömmerda - Sangerhausen soll es keine Bahnhofsschließungen geben, auch nicht für Reinsdorf. Hier mahnte aber Dr. Sühl an, wenn es bei den 10 Ein- und Ausstiegen pro Tag bleibe, müsse das aber nochmals überdacht werden, denn im Jahresverlauf kostet dieser Halt rund 10.000 Euro.
Dr. Sühl kündigte an, dass die Reaktivierung der Bahnstrecke Bretleben - Bad Frankenhausen angedacht wird. Aber das hängt nur am Aufkommen, was die Bundeswehr über die Schiene zu transportieren habe. Nur für den Personentransport reicht die Eröffnung nicht.
Steffen Sauerbier Bürgermeister Roßleben) mahnte an, wenigstens für touristische Fälle die Lücke Wangen - Artern wieder zu schließen.
Christine Schlegel und Gerhard Rink von der Bürgerinitiative Ortsumfahrung Greußen berichteten von ihren 10 jährigen Kampf um die Ortsumfahrung. Über die vilen Probleme, welche der enorme Verkehr für Greußen bedeutete könnte man bequem mehrere Artikel schreiben. Eines ist klar, die B4 ist eine der am meisten belastaten Strecken und die kürzestes Verbindung von Hamburg nach den Logistik-Zentren Erfurts. Der Lückenschluss A71 hat keine Entlastung im Verkehr gebracht.
Rink forderte, das endlich auch kleiner Kommunen "blitzen" dürfen, um die Raserei zu stoppen den trotz Tempolimit in der Nacht (30 km/h) liegt der Geschwindigkeitsrekord bei 138 km/h.
Hochwind begrüßte die Initiative von SPD Landtagsmitglied Dorothea Marx, die sich bei der Landesregierung dafür stark macht, dass die Gesetzlichkeiten /Verordnungen so geändert werden, dass auch kleine Städte wie Greußen blitzen durften. Eine Forderung auch der Bürgerinitiative.
Enttäuschend an dieser Konferenz war allerdings das Thema Radwege. Zwar wurde es später im Block Tourismus gefordert, dass es einen Ausbau des straßenbegleitende Radwegs auch an der B4 geben soll (Forderung Hochwind), aber wie man in der heutigen Zeit Radewege entwickeln sollte, stand überhaupt nicht zur Diskussion.
Man ignoriert einfach die rasante Entwicklung der E-Bikes und reduziert Radwegebau nur auf den Tourismus. Wenn hier nicht bald ein Umdenken in Thüringen erfolgt, wird man bald auf diesem Gebiet weit zurückliegen. Mit dem Rad zur Arbeit bedeutet aber auch ein Ausbau des Radwegenetzes nicht nur für den Tourismus. Die Kommunen allein haben so wenig Finanzkraft, dass sich da kaum was tun wird, wenn nicht Land und Bund ein zentrales Programm auflegen. Beim Thema Radwegebau für die tägliche Nutzung ist Thüringen noch ein "Entwicklungsland", und wird es wohl noch lange sein, wenn es so weiter geht, meint kn.
In diesem Punkt Radewege für den täglichen Bedarf ist auch der Verkehrwegeplan des Bundes ein echter Flop. Hier sollten die Bundestagsmitglieder mal Einfluss nehmen.




