Mo, 11:10 Uhr
09.05.2016
32 Borreliose-Infektionen im Landkreis Nordhausen
Zeckenstich ist kein Grund zur Panik
Kaum locken warme Frühlingstemperaturen ins Freie, lauern die kleinen Monster wieder in Gräsern und Sträuchern: Zecken können Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen. Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis Nordhausen 32 Borreliose-Infektionen...
Achtung Zecken (Foto: dpa Picture-Alliance)
Ein Jahr davor waren es 17 Fälle. Damit gehört Nordhausen zu den Gebieten in Thüringen, in denen 2015 auffällig viele Erkrankungen aufgrund eines Zeckenbisses registriert wurden, berichtet die IKK classic und bezieht sich dabei auf Auswertungen des Robert Koch-Instituts.
Wird eine Zecke nicht innerhalb der ersten acht bis 24 Stunden entdeckt und entfernt, kann der Stich zu einer Borreliose oder zu einer Hirnhautentzündung, der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), führen. Borreliose bezeichnet diverse Infektionskrankheiten, die durch Borrelia-Bakterien verursacht werden. Etwa jede fünfte Zecke trägt diese Bakterien in sich.
Das meist gefährlichere FSME-Virus, gegen das man sich mit einer Impfung schützen kann, ist seltener und tritt vorwiegend in bestimmten Endemiegebieten auf. In Thüringen gehören die Landkreise Greiz, Hildburghausen, Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla, Saale-Holzland sowie die Städte Jena und Gera zu den FSME-Risikogebieten.
Um einen vollen Impfschutz zu erreichen sind drei Impfungen in einem Zeitraum von zehn bis fünfzehn Monaten notwendig. Eine erste Auffrischung des Impfschutzes sollte drei Jahre nach der Grundimmunisierung erfolgen. Danach reicht es aus, die Impfung alles fünf Jahre aufzufrischen. Impfreaktionen begrenzen sich in der Regel auf die ersten vier Tage nach der ersten Teilimpfung, klingen jedoch meist rasch und folgenlos wieder ab. Neben Temperaturanstieg, Kopfschmerzen, Mattigkeit und Magen-Darm-Beschwerden, kann es zu Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle kommen, so Dr. Gabriele Stumm weiter.
Die Kosten der FSME-Impfung werden für Menschen, die in Risikogebieten wohnen oder dorthin reisen, von den Krankenkassen übernommen. Die IKK classic erstattet die Impfkosten aber auch ohne geografische Eingrenzung.
Ein entdeckter Zeckenstich ist dann aber kein Grund zur Panik. Jetzt ist es wichtig, die Zecke möglichst hautnah und kontrolliert zu entfernen. Am besten eigne sich dafür eine spezielle Zeckenzange aus der Apotheke. Mit dieser wird die Zecke vorsichtig herausgezogen. Die meisten Experten empfehlen dabei, auf die früher empfohlene Drehbewegung zu verzichten.
Nach dem Entfernen sollte die Wunde desinfiziert und für einige Zeit beobachtet werden. Treten auffällige Rötungen (sich ausbreitender Ring um Einstichstelle) auf oder kommt es zu ungewöhnlichen Gelenkbeschwerden oder Schmerzen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Außerdem empfiehlt es sich, die tote Zecke zum Beispiel im Eisfach aufzuheben, um sie im Zweifelsfall auf Erreger testen zu lassen. Bildquelle dpa Picture-Alliance
Autor: red
Achtung Zecken (Foto: dpa Picture-Alliance)
Ein Jahr davor waren es 17 Fälle. Damit gehört Nordhausen zu den Gebieten in Thüringen, in denen 2015 auffällig viele Erkrankungen aufgrund eines Zeckenbisses registriert wurden, berichtet die IKK classic und bezieht sich dabei auf Auswertungen des Robert Koch-Instituts.
Wird eine Zecke nicht innerhalb der ersten acht bis 24 Stunden entdeckt und entfernt, kann der Stich zu einer Borreliose oder zu einer Hirnhautentzündung, der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), führen. Borreliose bezeichnet diverse Infektionskrankheiten, die durch Borrelia-Bakterien verursacht werden. Etwa jede fünfte Zecke trägt diese Bakterien in sich.
Das meist gefährlichere FSME-Virus, gegen das man sich mit einer Impfung schützen kann, ist seltener und tritt vorwiegend in bestimmten Endemiegebieten auf. In Thüringen gehören die Landkreise Greiz, Hildburghausen, Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla, Saale-Holzland sowie die Städte Jena und Gera zu den FSME-Risikogebieten.
FSME-Impfung schon für Kleinkinder empfohlen
Wer in einem Risikogebiet lebt oder dorthin verreist, sollte sich gegen FSME impfen lassen. Eine Impfung ist bereits bei Kleinkindern ab drei Jahren empfehlenswert, sagt Dr. Gabriele Stumm, Ärztin bei der medizinischen Beratungshotline der IKK classic.Um einen vollen Impfschutz zu erreichen sind drei Impfungen in einem Zeitraum von zehn bis fünfzehn Monaten notwendig. Eine erste Auffrischung des Impfschutzes sollte drei Jahre nach der Grundimmunisierung erfolgen. Danach reicht es aus, die Impfung alles fünf Jahre aufzufrischen. Impfreaktionen begrenzen sich in der Regel auf die ersten vier Tage nach der ersten Teilimpfung, klingen jedoch meist rasch und folgenlos wieder ab. Neben Temperaturanstieg, Kopfschmerzen, Mattigkeit und Magen-Darm-Beschwerden, kann es zu Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle kommen, so Dr. Gabriele Stumm weiter.
Die Kosten der FSME-Impfung werden für Menschen, die in Risikogebieten wohnen oder dorthin reisen, von den Krankenkassen übernommen. Die IKK classic erstattet die Impfkosten aber auch ohne geografische Eingrenzung.
Kein Grund zur Panik – Zecken am besten aufheben
Vor Zecken schützen kann man sich am besten, indem man hohe Gräser meidet und bei dem Waldspaziergang keine Äste oder Sträucher streift. Lange Hosen und geschlossene Kleidung erschweren es der Zecke zusätzlich, eine geeignete Hautstelle zu finden. Je heller die Kleidung ist, umso eher wird eine Zecke entdeckt. Wer im Wald oder im hohen Gras unterwegs war, sollte sich danach auf jeden Fall gründlich absuchen. Oft läuft die Zecke eine Weile auf dem Körper umher, bevor sie sticht.Ein entdeckter Zeckenstich ist dann aber kein Grund zur Panik. Jetzt ist es wichtig, die Zecke möglichst hautnah und kontrolliert zu entfernen. Am besten eigne sich dafür eine spezielle Zeckenzange aus der Apotheke. Mit dieser wird die Zecke vorsichtig herausgezogen. Die meisten Experten empfehlen dabei, auf die früher empfohlene Drehbewegung zu verzichten.
Nach dem Entfernen sollte die Wunde desinfiziert und für einige Zeit beobachtet werden. Treten auffällige Rötungen (sich ausbreitender Ring um Einstichstelle) auf oder kommt es zu ungewöhnlichen Gelenkbeschwerden oder Schmerzen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Außerdem empfiehlt es sich, die tote Zecke zum Beispiel im Eisfach aufzuheben, um sie im Zweifelsfall auf Erreger testen zu lassen. Bildquelle dpa Picture-Alliance
