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Do, 00:05 Uhr
12.05.2016
Kulturszene aktuell

„SONDERSHÄUSER GESPRÄCHE“ noch nicht angenommen?

Gastgeberin Landtagsmitglied Dorothea Marx hatte mit Lars Tietje, Intendant und Geschäftsführer der Theater Nordhausen/Lohorchester Sondershausen GmbH einen interessanten Gesprächspartner...

In der Reihe „SONDERSHÄUSERGESPRÄCHE“ führt die Landtagsabgeordnete Dorothea Marx Gespräche mit Personen des öffentlichen Lebens außerhalb der Politik über ihr Leben und ihre Arbeit, was sie antreibt und was sie sich vom Leben wünschen. Am gestrigen Abend ging das leider etwas in die Hose.

Gerade mal eine Hand voll Besucher wollten dieses, das sei vorab ausdrücklich betont, sehr interessante Gespräch (sowohl von den Fragen als auch den Antworten), verfolgen. Es war sicher gut gemeint, das Gespräch schon aus fahrtechnischen Gründen zwei Stunden vor dem 1. Loh-Konzert gleich anzusetzen, weil Lars Tietje wegen des Konzertes vor Ort ist, könnte aber auch der Grund für die Zurückhaltung sein.
Denn es ist ja doch das Konzertpublikum, was sich für den Intendanten interessieren wird, aber gleich mehrere Stunden deshalb außer Haus sein? Aber das ist Spekulation!

Nicht alle Fragen und Antworten wird kn hier darstellen können aber Einiges doch.

„SONDERSHÄUSER GESPRÄCHE“ noch nicht angenommen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) „SONDERSHÄUSER GESPRÄCHE“ noch nicht angenommen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Marx: Wollten Sie schon immer Intendant werden?
Tietje: Konnte ich mir nicht vorstellen. Wollte ursprünglich sogar Lehrer werden. Tietje studierte in Hamburg an der Hochschule für Musik und Theater sowie an der Universität Hamburg Musik, Evangelische Theologie, Dirigieren und Kulturmanagement. Von 1996 bis 2001 arbeitete er im Künstlerischen Betriebsbüro und der Operndirektion der Kölner Oper unter Intendant Günter Krämer, von 2001 bis 2004 war er Künstlerischer Betriebsdirektor und Chefdisponent sowie stellvertretender Intendant am Staatstheater Kassel unter Intendant Christoph Nix.

Seit 2004 ist er Intendant und Geschäftsführer der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH. Im Sommer wird er die Generalintendanz des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin übernehmen.

Marx: Wie funktioniert die Kalkulation für ein Theater?
Tietje: Einfach die Kosten überziehen und hoffen die Politiker stützen alles, funktioniert nicht mehr, auch wenn es anderen Orts manchmal noch so versucht wird.

Marx: Wie wählt man Programme aus?
Tietje: Es ist ein gesellschaftlicher Konsens, denn die Theater und Orcheester haben einen öffentliche Auftrag nd müssen auch eine gewissen Bandbreite anbieten.

Marx: Zum Thema "Stadion" Schlosshof
Tietje: Hätte nicht geglaubt, dass das mit den Schlossfestspielen so gut klappte. Über 10.000 Besucher hätte er nicht für möglich gehalten.
Obwohl die rund 250.000 Euro Einnahmen davon sehr wichtig sind, wir hängen nicht völlig davon ab, falls aus besonderen Gründen nicht vollständig gespielt werden könnte.

Marx: Warum eine neue Aufgabe in Schwerin?
Tietje: Noch 18 Jahre bis zur Rente hier bleiben oder doch etwas Neues beginnen? Viele Ideen habe ich hier umgesetzt aber es fehlen auch einige neue Impulse.

Marx: Warum Staatstheater Schwerin?
Tietje: Hatte ich schon länger im Blick. Der Intendant geht in den Ruhestand und die Ehefrau kommt von der Küste.
Es wird aber trotzdem nicht unproblematisch für die drei Kinder, die so ein Umzug natürlich mit sich bringt.

Marx: Und das Publikum in Schwerin?
Tietje: Halte das Publikum in Schwerin ähnlich wie hier in Sondershausen.

Marx: Welche Stücke sollte man spielen?
Tietje: Schlossfestspiele besonders Open air und Musicals sind der Renner, klar die 28 ausverkauften Ausführungen der "Päpstin" in Nordhausen zeigen das, aber man darf nicht nur auf Musicals setzen.
Es gibt aber auch bei den Musicals nicht nur leichte Themen, sondern auch echte Dramen, wird allerdings bisher nur in kleinere Aufführungen gemacht. Musicals in der Breite sind eine zukunftsträchtige Kunstform.
Theater Abos sind ein Auslaufmodell. Der moderne Besucher lässt sich kaum noch vorschreiben, wann und welche Stücke er sehen soll.

Marx: Einges Persönliches?
Tietje: Intendant ist kein familienfreundlicher Beruf. Man ist zu oft bei Veranstaltungen, weil der Besucher eben auch den "Chef" sehen will und deshalb moderiere ich auch einige Konzerte.
"Mein Herz wird immer hier sein". Mir ist Sondershausen trotzdem ans herz gewachsen.

Mrx: Schönster Moment?
Tietje: Die Geburt des ersten Kindes.

Marx: Welches Stück noch aufführen?
Tietje: Würde gern mal den Tristan aufführen, aber das hätte die Kapazität des Theaters in Nordhausen überschritten. Aber vielleicht klappt es ja in Schwerin.

Marx: Wie sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Schwerin und SDH/NDH?
Tietje: Hier arbeite ich mit mit 192 Beschäftigten, in Schwerin werden es 340 sein.
In diesem Zusammenhang informiert Tietje, dass die Theaterfinanzierung steht und nun die Instanzen der Bestätigung durchlaufen werden müssen.

Marx: Werden Sie auch ab und zu wieder nach Sondershausen kommen?
Tietje: Es war sehr schön hier und würde mich über Einladungen zu Jubiläen freuen. Es wäre aber nicht gut, wenn ich öfter hier auftauche, das schafft nur Unruhe. Der designierte Intendant Daniel Klajner hat viele gute Ideen, die er in Ruhe umsetzten soll.

Marx: Was nehmen Sie mit nach Schwerin?
Tietje: In jedem Fall die Ideen und Produktionen von "My fair Lady", auch die Afterworkkonzerte und die Konzeption der Schlossfestspiele SDH, auch wenn Schwerin eigene Schlossfestspiele schon hat.
Autor: khh

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Kommentare
Micha123
12.05.2016, 14:08 Uhr
Sondershauser Gespräche mit Frau Marx
Klar hat der Mann noch 18 Jahre bist zur Rente - da sucht er neue Impulse und geht nach Schwerin - was er ja schon eine ganze Weile weiß... .
Ebenso wird er wissen - dass unter den derzeitigen finanziellen Gegebenheiten das Theater/Orchester SDH/NDH keine 18 Jahre mehr bestehen wird.
In Schwerin - eine Landeshauptstadt - dort gibt es viel mehr Impulse - vor allem in Form von Finanzspritzen.

Theater - Kultur - Musik ... dies muss sein aber es ist auch eine Form von Luxus, welchen sich nicht jede Region leisten kann. Und wer gerne einmal in das Theater geht oder sich Orchestermusik anhören will - (Kultur)Städte wie Weimar sind gleich um die Ecke!

Und ein Tipp noch - wenn man mehr als eine Hand voll Besucher zu Gesprächen haben will.. einfach einmal normale Bürger, das arbeitende Volk, Senioren, Kranke, Behinderte zu einem Gespräch bitten und deren Leben, Sorgen, Ängste erfassen.
Gerade für eine SPD Politikerin wäre dies in der jetzigen Zeit angebracht - auf das Volk zu hören und einzugehen!
geloescht.20250302
12.05.2016, 15:01 Uhr
@micha123
Ich weiss nicht, ob Sie Sondershäuser sind. Die Zeit, sich ernsthaft mit den Sorgen ihres Wahlvolkes zu beschäftigen, hat "nennt mich Dorle" nicht.

Sie ist vollausgelastet. Schwerkranker Mann und Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sie nach dem Regierungswechsel entweder Justiz-, Innenministerin oder wenigstens Staatssekretärin werden wollte und von Ramelow ausgebremst wurde. Deshalb klatschte sie bei seiner Vereidigung auch nicht Beifall.

Und seitdem ihre beste Freundin "nennt mich Conny" emigrieren musste, mischt sie sich nicht mehr so gerne unter das kritische Pack. Höchstens zum Nelkenverteilen am Frauentag.
Micha123
12.05.2016, 15:56 Uhr
Gespräche
Das ist schon traurig.
Aber lenkt sie dann nicht nur diese Gespräche von der Realität ab und will sie vergessen?
Da soll nach einem anderen Gastgeber für diese Gespräche gesucht werden.
Wenn Frau Marx nicht mehr am Volk ist - soll sie doch die Politik an den Nagel hängen - loslassen.
Familie ist wichtiger, so hat sie mehr Zeit für ihren Mann und die schönen Dinge im Leben.
Für ihren Posten in Erfurt - man kann jeden ersetzen. Und die Sache mit dem NSU - ist wahrscheinlich für immer unlösbar.

Dabei habe ich in Erinnerung, dass sie sich doch stark für dieses bunte Farbenspiel "ROTROTGRÜN" eingesetzt hat.. und dann gab es noch nicht einmal einen richtigen Posten? So was auch... .

Aber.. wer gibt schon gerne die politische Macht und den Einfluss ab... .
Man sieht es am Finanzminister Schäuble.. der zeigt es, dass man auch mit 70 und Behinderungen noch voll arbeiten kann.

Am Ende entfernt sich die Politik vom Volk. Und kommt dann der Aufschrei - so wird es als Pack bezeichnet.
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