So, 10:23 Uhr
15.05.2016
Neues aus Bad Frankenhausen
Knirpse erkunden das Panorama-Gemälde
Es ist schon eine über Jahre gewachsene Tradition, dass mindestens einmal im Jahr Gruppen mit Kindergartenkindern der Bad Frankenhäuser Kita Wippergärtchen das Panorama Museum besuchen, wie kn erfahren hat...
Es sind die Großen, die als nächstes eingeschult werden, die diese Wanderung den Schlachtberg hinauf unternehmen. Am vergangenen Dienstag (10.Mai) und Donnerstag (12. Mai) war es wieder einmal soweit (eine weitere Gruppe folgt noch am Dienstag, dem 17. Mai). Mit ihren kleinen Rucksäcken wanderten die Knirpse und ihre Erzieherinnen erst durch die halbe Stadt und dann das Wüste Kalktal zum Panorama Museum hinauf, um gemeinsam mit Museumspädagogen Fred Böhme das Panorama-Gemälde zu besichtigen.
Die Kinder zeichnen ihre Begleiterinnen im Hof vor der Museumspädagogik; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum
Doch über die Betrachtung hinaus sollte noch gezeichnet werden, nämlich so wie es Werner Tübke getan hatte, so ähnlich zumindest. Als erstes ging es in die museumspädagogische Werkstatt, wo auf den bereit stehenden viel zu großen Stühlen Platz genommen wurde. Und dann begann eine kleine kuriose Fragerunde mit den erstaunlichen Antworten und Vorschlägen der Kinder. Warum wurde das Panorama Museum auf diesem hohen Berg gebaut und nicht in der Stadt?
Auf diese Frage vermuteten einige Kinder, dass in der Stadt nicht ausreichend Platz dafür vorhanden gewesen wäre. Jemand meinte, dass die schöne Aussicht dafür ausschlaggebend gewesen wäre. Ein Junge hatte den Erzählungen seiner Erzieherin wohl vorab aufmerksamer gelauscht gehabt und rief: Weil der Krieg hier war! Und schon beginnt Museumspädagoge Fred Böhme seine Reise in die Geschichte von vor 500 Jahren. Wie nannte man damals die Chefs in Deutschland? Die Kinder darauf: Der König!, Die Königin!, Der Prinz! und natürlich auch Die Prinzessin! und nach diesem royalistischen Auftakt kamen zumindest noch die Ritter.
Die Grafen, Herzöge und Fürsten waren den Kleinen nicht so wichtig. Die waren schließlich seltener in den Märchen anzutreffen. Und über wen herrschten sie? Selbstverständlich wurden jetzt die Bauern genannt, denn die bearbeiten den Acker, auf dem das Getreide für unser Brot wächst und die arbeiten in den Ställen mit den Haustieren. So etwas weiß man schon in diesem Alter. Und wer macht die Schuhe? Ein Kind vermutet: Der Schneider? Ein kleiner vorwitziger Junge kannte aber noch den Schuster. Da bliebe noch der geistliche Stand, der bisher unerwähnt blieb, denn Thomas Müntzer war schließlich ein Pfarrer.
Also folgte die Frage, wovon die Kinder am Sonntagmorgen geweckt werden. Ihre Vorschläge sind dann doch sehr heiter: Vom Wecker!, ein Junge: Von meiner kleinen Schwester! Natürlich sind da noch Papa, Mama und der Verkehrslärm, als ein Mädchen ruft: Die Glocke vom Bürgermeister! Nun war es nur noch ein kleiner Schritt bis zur Kirche. Die Frage nach dem schwarzbekleideten Berufsstand, also nach den Leuten, die dort sonntags die schönen Geschichten aus der Bibel vortragen, wurde folgerichtig mit Schornsteinfeger beantwortet. Die Antworten der Kinder spiegeln eben ihre Lebensrealität. Nachdem sie dann noch etwas über den Maler Werner Tübke erfahren hatten, ging es endlich zum Panorama-Gemälde. Zusammen mit dem Museumspädagogen, der ganz viel erzählte, wanderten sie eine Runde entlang an der Balustrade und betrachteten dabei Ritter, Bauern, Narren und allerlei gruslige Fabelwesen. Danach begann der praktische Teil im Hof vor der Museumspädagogik.
Das Panorama-Gebäude wird abgezeichnet; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum
Aus der Erinnerung sollten die Kinder ein spannendes Detail aufs Papier bringen und zwar richtig wie die Künstler an einer Staffelei. Dieses wurde dann ergänzt durch eine Situation, die die beiden Betreuerinnen für die Kinder nachstellen hatten und die dann ebenfalls auf dem Bild mit unterzubringen waren. Zu guter Letzt zogen sie auf den Panorama-Vorplatz um, denn es fehlte noch der Bild-Hintergrund. Und dafür bot sich das Panorama-Gebäude an. Erst dann waren die Werke der Kleinen vollendet. Sie wurden dann noch einmal gemeinsam betrachtet und dann traten sie den Rückweg zu ihrer Kita an. Befragt, was ihnen am besten gefallen habe, meinten einige: Das Malen!, ein Junge fand das Empfangsgerät mit dem Ohrhörer spannend. Es gab aber auch jemanden, dem das Panorama-Gemälde besonders gut gefallen hatte.
Fred Böhme
Panorama Museum
Autor: khhEs sind die Großen, die als nächstes eingeschult werden, die diese Wanderung den Schlachtberg hinauf unternehmen. Am vergangenen Dienstag (10.Mai) und Donnerstag (12. Mai) war es wieder einmal soweit (eine weitere Gruppe folgt noch am Dienstag, dem 17. Mai). Mit ihren kleinen Rucksäcken wanderten die Knirpse und ihre Erzieherinnen erst durch die halbe Stadt und dann das Wüste Kalktal zum Panorama Museum hinauf, um gemeinsam mit Museumspädagogen Fred Böhme das Panorama-Gemälde zu besichtigen.
Die Kinder zeichnen ihre Begleiterinnen im Hof vor der Museumspädagogik; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum
Doch über die Betrachtung hinaus sollte noch gezeichnet werden, nämlich so wie es Werner Tübke getan hatte, so ähnlich zumindest. Als erstes ging es in die museumspädagogische Werkstatt, wo auf den bereit stehenden viel zu großen Stühlen Platz genommen wurde. Und dann begann eine kleine kuriose Fragerunde mit den erstaunlichen Antworten und Vorschlägen der Kinder. Warum wurde das Panorama Museum auf diesem hohen Berg gebaut und nicht in der Stadt?
Auf diese Frage vermuteten einige Kinder, dass in der Stadt nicht ausreichend Platz dafür vorhanden gewesen wäre. Jemand meinte, dass die schöne Aussicht dafür ausschlaggebend gewesen wäre. Ein Junge hatte den Erzählungen seiner Erzieherin wohl vorab aufmerksamer gelauscht gehabt und rief: Weil der Krieg hier war! Und schon beginnt Museumspädagoge Fred Böhme seine Reise in die Geschichte von vor 500 Jahren. Wie nannte man damals die Chefs in Deutschland? Die Kinder darauf: Der König!, Die Königin!, Der Prinz! und natürlich auch Die Prinzessin! und nach diesem royalistischen Auftakt kamen zumindest noch die Ritter.
Die Grafen, Herzöge und Fürsten waren den Kleinen nicht so wichtig. Die waren schließlich seltener in den Märchen anzutreffen. Und über wen herrschten sie? Selbstverständlich wurden jetzt die Bauern genannt, denn die bearbeiten den Acker, auf dem das Getreide für unser Brot wächst und die arbeiten in den Ställen mit den Haustieren. So etwas weiß man schon in diesem Alter. Und wer macht die Schuhe? Ein Kind vermutet: Der Schneider? Ein kleiner vorwitziger Junge kannte aber noch den Schuster. Da bliebe noch der geistliche Stand, der bisher unerwähnt blieb, denn Thomas Müntzer war schließlich ein Pfarrer.
Also folgte die Frage, wovon die Kinder am Sonntagmorgen geweckt werden. Ihre Vorschläge sind dann doch sehr heiter: Vom Wecker!, ein Junge: Von meiner kleinen Schwester! Natürlich sind da noch Papa, Mama und der Verkehrslärm, als ein Mädchen ruft: Die Glocke vom Bürgermeister! Nun war es nur noch ein kleiner Schritt bis zur Kirche. Die Frage nach dem schwarzbekleideten Berufsstand, also nach den Leuten, die dort sonntags die schönen Geschichten aus der Bibel vortragen, wurde folgerichtig mit Schornsteinfeger beantwortet. Die Antworten der Kinder spiegeln eben ihre Lebensrealität. Nachdem sie dann noch etwas über den Maler Werner Tübke erfahren hatten, ging es endlich zum Panorama-Gemälde. Zusammen mit dem Museumspädagogen, der ganz viel erzählte, wanderten sie eine Runde entlang an der Balustrade und betrachteten dabei Ritter, Bauern, Narren und allerlei gruslige Fabelwesen. Danach begann der praktische Teil im Hof vor der Museumspädagogik.
Das Panorama-Gebäude wird abgezeichnet; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum
Aus der Erinnerung sollten die Kinder ein spannendes Detail aufs Papier bringen und zwar richtig wie die Künstler an einer Staffelei. Dieses wurde dann ergänzt durch eine Situation, die die beiden Betreuerinnen für die Kinder nachstellen hatten und die dann ebenfalls auf dem Bild mit unterzubringen waren. Zu guter Letzt zogen sie auf den Panorama-Vorplatz um, denn es fehlte noch der Bild-Hintergrund. Und dafür bot sich das Panorama-Gebäude an. Erst dann waren die Werke der Kleinen vollendet. Sie wurden dann noch einmal gemeinsam betrachtet und dann traten sie den Rückweg zu ihrer Kita an. Befragt, was ihnen am besten gefallen habe, meinten einige: Das Malen!, ein Junge fand das Empfangsgerät mit dem Ohrhörer spannend. Es gab aber auch jemanden, dem das Panorama-Gemälde besonders gut gefallen hatte.
Fred Böhme
Panorama Museum

