Di, 13:07 Uhr
17.05.2016
kn-Forum
Die Kriegsminister von nebenan
25 Jahre wurde geschrumpft, nun wird (endlich) wieder gewachsen. Einem Leser geht es um Die Bundeswehr...
Die Abstände, dass 60-Tonner mit Kanone und Ketten durch Bad Frankenhausen rollen, werden immer kürzer. Man kann das als Event betrachten oder einfach mal hinterfragen, warum der Putz von den Wänden bröckelt und die bürgerliche Fassade einen Riss bekommt. Es hängt mit der Großwetterlage zusammen. Der Russe steht (wieder) vor der Tür.
Da wird in Rumänien eine Komponente des NATO-Raketenschildes eingeweiht, gleiches wird demnächst in Polen passieren. Gerade manövert das Verteidigungsbündnis 30 Kilometer vor der russischen Grenze in Estland. Beim "Frühlingssturm" stürmen auch Teile der Bundeswehr mit. Der "atmende Personalkörper" unserer Verteidigungsministerin im Angriffsstand ist gerade dabei, kräftig Luft zu holen.
Nun soll auch noch die ehemalige Kyffhäuserbahn von Bad Frankenhausen gen Osten wieder beschient werden. Hier geht es nicht um so elementare Dinge wie ÖPNV & Co. Die Bundeswehr macht Druck, so hört man. Es gäbe doch 2017 höhere Aufgaben für die Panzer.
Legt man Schwelle für Schwelle aneinander, geht es darum, Mann und Panzer (noch) schneller in den Osten verlegen zu können, zumindest im Radius der Spurweite. Man(n) will (endlich) ordentlich mitrotieren vor der russischen Grenze. Die deutsche Panzertruppe wird dann in Blankenheim am Bahnhof die alte (wieder sichtbare) Losung "Räder müssen rollen für den Sieg" lesen können.
Passend dazu gibt es am 11. Juni einen bundesweiten "Tag der Bundeswehr". Auch die "Stadt des Friedens" (Erfurt) ist dabei und stellt den Domplatz für militärisches Gerät zur Verfügung. Panzer statt Riesenrad! Geistlicher Protest ist nicht zu erwarten. Eher wird der Leidensweg zum kalten Krieg beläutet.
Ahmen oder Prost. Rüstung schafft Arbeitsplätze, wenn auch nur bis zum nächsten Schützengraben. Der Defense-Bereich von Jenoptik, ein Unternehmen, an dem auch das Land Thüringen beteiligt ist, konnte ordentlich zulegen. So liefert man Teile für die Stromgeneratoren der Patriot-Raketen und "kümmert" sich auch sonst um die Genauigkeit von Laser und Optik.
Wer hätte das gedacht, dass Kriegspromotion (auch) ein Thüringer Produkt ist. Scheinbar stimmt das Feindbild wieder. Wir sind die neuen Reservehelden.
Andreas Zeidler
Bad Frankenhausen
Autor: khhDie Abstände, dass 60-Tonner mit Kanone und Ketten durch Bad Frankenhausen rollen, werden immer kürzer. Man kann das als Event betrachten oder einfach mal hinterfragen, warum der Putz von den Wänden bröckelt und die bürgerliche Fassade einen Riss bekommt. Es hängt mit der Großwetterlage zusammen. Der Russe steht (wieder) vor der Tür.
Da wird in Rumänien eine Komponente des NATO-Raketenschildes eingeweiht, gleiches wird demnächst in Polen passieren. Gerade manövert das Verteidigungsbündnis 30 Kilometer vor der russischen Grenze in Estland. Beim "Frühlingssturm" stürmen auch Teile der Bundeswehr mit. Der "atmende Personalkörper" unserer Verteidigungsministerin im Angriffsstand ist gerade dabei, kräftig Luft zu holen.
Nun soll auch noch die ehemalige Kyffhäuserbahn von Bad Frankenhausen gen Osten wieder beschient werden. Hier geht es nicht um so elementare Dinge wie ÖPNV & Co. Die Bundeswehr macht Druck, so hört man. Es gäbe doch 2017 höhere Aufgaben für die Panzer.
Legt man Schwelle für Schwelle aneinander, geht es darum, Mann und Panzer (noch) schneller in den Osten verlegen zu können, zumindest im Radius der Spurweite. Man(n) will (endlich) ordentlich mitrotieren vor der russischen Grenze. Die deutsche Panzertruppe wird dann in Blankenheim am Bahnhof die alte (wieder sichtbare) Losung "Räder müssen rollen für den Sieg" lesen können.
Passend dazu gibt es am 11. Juni einen bundesweiten "Tag der Bundeswehr". Auch die "Stadt des Friedens" (Erfurt) ist dabei und stellt den Domplatz für militärisches Gerät zur Verfügung. Panzer statt Riesenrad! Geistlicher Protest ist nicht zu erwarten. Eher wird der Leidensweg zum kalten Krieg beläutet.
Ahmen oder Prost. Rüstung schafft Arbeitsplätze, wenn auch nur bis zum nächsten Schützengraben. Der Defense-Bereich von Jenoptik, ein Unternehmen, an dem auch das Land Thüringen beteiligt ist, konnte ordentlich zulegen. So liefert man Teile für die Stromgeneratoren der Patriot-Raketen und "kümmert" sich auch sonst um die Genauigkeit von Laser und Optik.
Wer hätte das gedacht, dass Kriegspromotion (auch) ein Thüringer Produkt ist. Scheinbar stimmt das Feindbild wieder. Wir sind die neuen Reservehelden.
Andreas Zeidler
Bad Frankenhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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