Mo, 13:25 Uhr
23.05.2016
Thüringer Wirtschaft
Russland-Exporte weiter im Sinkflug
Russlands Wirtschaft ist auf Talfahrt. Eine Besserung ist nicht in Sicht, solange der Ölpreis so niedrig bleibt und die Finanzsanktionen in Kraft sind. Die Exporte des Freistaats ins größte Land der Welt brachen um fast ein Drittel ein. Die einheimische Wirtschaft ringt darum, die oft langjährigen Geschäftsbeziehungen aufrechtzuhalten...
Im vergangenen Jahr sanken die Thüringer Exporte nach Russland im Vergleich zu 2014 um 28,8 Prozent auf nur noch 241 Millionen Euro. Die Krise der russischen Wirtschaft hat inzwischen zu deutlichen Umsatzeinbußen bei den Unternehmen im Freistaat geführt, sagt Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.
Eine Besserung sei auch für 2016 nicht in Sicht. Schlechte Wirtschaftsaussichten, der schwache Kurs des Rubels und die allgemeine Verunsicherung über die weitere Marktentwicklung stellten die Firmen vor vielfältige Herausforderungen und würden die Geschäftschancen der Thüringer Exportwirtschaft weiter mindern.
Die letzte Umfrage der IHK Erfurt unter knapp 300 Thüringer Unternehmen hätte gezeigt, dass 80 Prozent der befragten Firmen gravierende Exportrückgänge nach Russland verzeichnen mussten, die Hälfte davon sogar 50 Prozent und mehr. Drei Viertel der Manager registrieren sinkende Auftragseingänge und sind skeptisch hinsichtlich der Anbahnung künftiger Geschäfte. Eine wachsende Zahl russischer Geschäftspartner orientiert sich inzwischen um und erschließt neue Handelskanäle, berichtet der IHK-Chef.
Darüber hinaus führe die Rubelabwertung zu immer größeren Finanzierungsproblemen auf russischer Seite. So wären 12 Prozent der Unternehmen von Dual-Use-Einschränkungen (Güter mit doppeltem Verwendungszweck) betroffen oder könnten aufgrund personenbezogener Sanktionen ihre Geschäfte nicht realisieren. Eine weitere Hürde für Thüringer Firmen stelle das im August 2014 durch Russland verhängte Einfuhrverbot für Agrarprodukte und Lebensmittel aus der EU dar. Derzeit unterhalten rund 370 Betriebe aus dem Freistaat Handelsbeziehungen mit Russland. Thüringen liefert vor allem pharmazeutische Produkte, Waren aus Kunststoff, Werkzeugmaschinen und Fahrzeuge.
Welche Auswirkungen und Möglichkeiten sich aus der momentanen Situation für die Thüringer Exportwirtschaft ergeben, erfahren interessierte Firmen bei dem Workshop Russlandtrend – Chancen trotz Krise? am 25. Mai 2016 in der IHK Erfurt.
Angesichts der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in Russland und der von Europa und Russland verhängten gegenseitigen Wirtschaftssanktionen sind aktuelle Informationen zur Lage sowie zu den Perspektiven der Wirtschaftsbeziehungen mit Russland für Unternehmen und Mittelstand enorm wichtig, ist Grusser überzeugt und wirbt für eine Teilnahme an der Veranstaltung.
Autor: nnzIm vergangenen Jahr sanken die Thüringer Exporte nach Russland im Vergleich zu 2014 um 28,8 Prozent auf nur noch 241 Millionen Euro. Die Krise der russischen Wirtschaft hat inzwischen zu deutlichen Umsatzeinbußen bei den Unternehmen im Freistaat geführt, sagt Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.
Eine Besserung sei auch für 2016 nicht in Sicht. Schlechte Wirtschaftsaussichten, der schwache Kurs des Rubels und die allgemeine Verunsicherung über die weitere Marktentwicklung stellten die Firmen vor vielfältige Herausforderungen und würden die Geschäftschancen der Thüringer Exportwirtschaft weiter mindern.
Die letzte Umfrage der IHK Erfurt unter knapp 300 Thüringer Unternehmen hätte gezeigt, dass 80 Prozent der befragten Firmen gravierende Exportrückgänge nach Russland verzeichnen mussten, die Hälfte davon sogar 50 Prozent und mehr. Drei Viertel der Manager registrieren sinkende Auftragseingänge und sind skeptisch hinsichtlich der Anbahnung künftiger Geschäfte. Eine wachsende Zahl russischer Geschäftspartner orientiert sich inzwischen um und erschließt neue Handelskanäle, berichtet der IHK-Chef.
Darüber hinaus führe die Rubelabwertung zu immer größeren Finanzierungsproblemen auf russischer Seite. So wären 12 Prozent der Unternehmen von Dual-Use-Einschränkungen (Güter mit doppeltem Verwendungszweck) betroffen oder könnten aufgrund personenbezogener Sanktionen ihre Geschäfte nicht realisieren. Eine weitere Hürde für Thüringer Firmen stelle das im August 2014 durch Russland verhängte Einfuhrverbot für Agrarprodukte und Lebensmittel aus der EU dar. Derzeit unterhalten rund 370 Betriebe aus dem Freistaat Handelsbeziehungen mit Russland. Thüringen liefert vor allem pharmazeutische Produkte, Waren aus Kunststoff, Werkzeugmaschinen und Fahrzeuge.
Welche Auswirkungen und Möglichkeiten sich aus der momentanen Situation für die Thüringer Exportwirtschaft ergeben, erfahren interessierte Firmen bei dem Workshop Russlandtrend – Chancen trotz Krise? am 25. Mai 2016 in der IHK Erfurt.
Angesichts der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in Russland und der von Europa und Russland verhängten gegenseitigen Wirtschaftssanktionen sind aktuelle Informationen zur Lage sowie zu den Perspektiven der Wirtschaftsbeziehungen mit Russland für Unternehmen und Mittelstand enorm wichtig, ist Grusser überzeugt und wirbt für eine Teilnahme an der Veranstaltung.
