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Mi, 13:16 Uhr
08.06.2016
kn Forum: Behörden sollten das nochmals prüfen.

Ist wirklich nichts möglich?

Für den Integrationshelfer für unsere Tochter müssen wir bisher in der beruflichen Bildung selber aufkommen, Per 30.04.2016 – 26.757,03 Euro, und keine Lösung ist in Sicht! Ein Familie berichtet über ihre Probleme und ausbleibende Unterstützung...


Als Eltern einer geistig behinderten Tochter haben wir von der Geburt an immer das Ziel verfolgt und die Auffassung vertreten, unsere Tochter Jacqueline, so ganz „normal“ wie jedes andere Kind auch, zu fördern, zu bilden und letztlich auch beruflich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Vor fast 20 Jahren, zu dieser Zeit war das Wort Inklusion noch nicht so aktuell wie heute, es gab in unserer Region noch keine integrativen Kindertagesstätten bzw. im Thüringer Schulgesetz war noch nicht festgeschrieben, daß behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen können, gelang es uns trotzdem, Jacqueline eine integrative Kindergartenzeit und letztlich auch Grund- und Regelschulzeit zu ermöglichen. Dieses verdankten wir Menschen, die damals schon erkannten, daß Jacqueline mit entsprechender Unterstützung und Förderung weitaus mehr erreichen kann als so mancher dachte.
„Das kannst Du nicht!“, gab es bei uns nicht. „Probiere es, wir helfen Dir“, das war unser Leitgedanke. Ein Aspekt, der uns bis heute immer wieder beeindruckt, war ihr Sozialverhalten und das der anderen. Kein „Lehrstoff der Welt“ konnte diesen sozialen Gedanken besser vermitteln.

Jacqueline absolviert momentan mit sehr großem Eifer eine berufliche Bildungsmaßnahme im theoretischen Bereich im Bildungsverein in Holzsußra und im praktischen Teil im Küchenbereich des Ferienparks „Feuerkuppe“ auf dem Straußberg. Sie ist motiviert und bestens integriert. Die Anerkennung im Arbeitsleben und das „Gebrauchtwerden“ stärkt ihr Selbstbewußtsein. Momentan sind wir mit dieser Situation sehr zufrieden, wir können uns für Jacqueline hier eine berufliche Zukunft sehr gut vorstellen. Bereits jetzt signalisiert der Ferienpark „Feuerkuppe“ die Bereitschaft, Jacqueline nach ihrer beruflichen Bildung in das Arbeitsleben zu übernehmen. Das Engagement und die Einstellung des gesamten Teams des Ferienparks, hier integrativ als Vorreiter zu fungieren, sind beispielhaft.

Nun kommt der Knackpunkt dieser bis jetzt sehr erfreulichen Geschichte.
26.757,03 Euro stehen bis zum 30.04.2016 zu Buche. Das ist der Betrag, mit welchem wir als Eltern bis jetzt einen Integrationshelfer für unsere Tochter selber bezahlten, den wir privat einstellen mußten, damit die Durchführung der Maßnahme für einen geistig behinderten Jugendlichen überhaupt möglich ist. Praktisch müssen wir hier selber als Arbeitgeber seit dem 01.09.2014 (Beginn der Maßnahme) auftreten. Später, im Arbeitsleben, gibt es Möglichkeiten der Begleitung und Betreuung über das Integrationsamt. Ohne berufliche Bildung kommen wir aber nicht in ein ganz normales Arbeitsleben und dieses ist für Jacqueline und auch den Bildungsträger in der beruflichen Bildung nur mit einer Assistenz möglich.

Die Landtags- und Bundestagsabgeordneten

- SPD – Herr Lemme
- CDU – Herr Selle
- Linke – Frau Steinecke
- Grüne – Frau Pfefferlein und auch der
- Behindertenbeauftragte des Landes Thüringen sowie die
- Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer Erfurt

kennen diese Problematik. Gebracht haben uns die vielen Vorsprachen und Besuche bei unseren Abgeordneten bisher gar nichts.

Auch der Bürgermeister der Stadt Sondershausen, Herr Kreyer, ist in diese Thematik involviert. Großes Verständnis haben alle, Lösungen hat keiner! Unter anderem sollten wir Petitionen schreiben. Jeder weiß, daß kann Jahre dauern und wird nichts bringen. Wir brauchen aber jetzt eine Lösung. Inklusion und UN-Behindertenrechtskonvention, das sind Wörter, die von unseren Politikern des öfteren schnell in den Mund genommen werden. Ist dies ein Beispiel für die praktische Umsetzung? Und das schönste ist ja noch, Gesetze gibt es hierfür nicht!

Gerade in letzter Zeit haben wir mehrfach erlebt, daß Gesetze bezüglich von Integrationen in kürzester Zeit geschaffen wurden bzw. gefaßt wurden. Wir fragen uns, ist denn diese berufliche Integration von geistig behinderten Jugendlichen weniger wert als die Integration unserer ausländischen Neubürger? Hier stehen zur genüge Integrationshelfer zur Seite.
Verständnis können wir als Familie dafür nicht mehr aufbringen

Simone und Uwe Lieder
Autor: khh

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Micha123
08.06.2016, 17:16 Uhr
Aber für Flüchtlinge ist Geld da.....
Ich kenne auch solche Fälle.
Wohl dem, die an die Menschen glauben und nicht aufgeben sie zu fördern. Es sind die Helden des Alltags.
Von daher muss ich der Familie Lieder meine Hochachtung aussprechen!

Und jeder Normaldenkende, der dieses Schreiben von Familie Lieder liest - der fragt sich - Warum gibt es keine Unterstützung?
Und es fallen einem da sofort die Politiker ein.. Lemme, Selle und Co. wie sie jubelnd mit unseren "Neubürgern" Feste feiern, eine fröhliche Zeit verbringen - ihre BUNTE Welt gestalten.
Und hier ist es nicht möglich zu helfen - unkompliziert - einfach helfen!
Für die Flüchtlinge gibt es schnell Geld - es werden alte Gebäude umgebaut - der Rubel rollt. Die Bänker in Griechenland erhalten über Nacht Milliarden vom Staat - alles läuft - Deutschland hilft.

Spätestens nächstes Jahr ist Wahl - da sollten solche Dinge wieder aus der Kiste geholt werden.

Schreiben Sie doch einmal die AfD an... vielleicht erhalten Sie dort die gewünschte Unterstützung. Ich kann es Ihnen nur empfehlen.
Sollten Lemme, Selle, Kreyer und Co. jetzt nach der Kritik "wach" werden - dann ist es ein Armutszeugnis ihrer versagten Politik und der Unterstützung der Bevölkerung.
geloescht.20250302
08.06.2016, 22:19 Uhr
SGB
Alles, was mit Sozialleistungen zu tun hat, wird durch diese "Bücher" bzw. Gesetze geregelt.

Gibt's auch eines für die Flüchtenden oder wie immer sie gerade gendermäßig und politisch korrekt genannt werdwn?

Wenn nicht, ist ist jeder Cent, der für sie fliesst, ein Rechtsbruch.

Was hat das mit diesen Thema zu tun? Hilflosigkeit, Desinteresse und Phrasen von unseren Volksvertretern. Das habe persönlich auch schon so erlebt.
Micha123
09.06.2016, 12:46 Uhr
Es gibt das SGB und sämtliche Gesetze - nur werden diese auch umgesetzt??
@tannhäuser..

Zu Ihrem Beitrag noch einige Zeilen...
Im SGB ist alles "geregelt".
Ein befreundeter Anwalt stammt aus den alten Bundesländern. Er erzählte mir einmal folgendes...
Dass er eine Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten bei einer Krankenkasse machte. Dies war noch zu "tiefsten" West-Zeiten. Der "oberste Befehl" war damals schon - erst einmal alles ablehnen - auch wenn es den Menschen vom Gesetz her zu steht. Glücklicherweise erkannte er diesen Unsinn und studierte dann Jura - kämpft seitdem immer wieder gegen diese Institutionen.

Und so sieht es heute nicht anders aus. Das ist so gewollt. Niemand kommt auf einem zu und sagt - "du kannst das oder dieses bekommen". Selbst wenn man weiß, dass einem etwas "zusteht" - dann wird es verneint "das gibt es nicht"... Wenn man dann aber gleich mit einem Paragraphen kommt - so sieht die Sache anders aus - aber auch nicht immer.

Viele können sich nicht wehren - vor allem Menschen mit Einschränkungen. Viele geben auch irgendwann auf und halten diesen Kampf nicht mehr aus. Man lebt dann - "wurstelt" sich irgendwie durch.
In Bund oder Land - dort sieht alles immer "gut" aus. Alles ist "geregelt". Aber in der Realität - dort gibt es Hürden ohne Ende. Das wissen auch die Volksvertreter - wenn man mit ihnen unter 4 Augen spricht. Aber im System "mischen" sie mit - weil sonst sind sie ganz schnell verschwunden... .

Aber es geht uns ja (noch) gut. Und vor allem so lange der Schnaps nur 2,99 kostet - dann kann man den Frust "runterschlucken" - irgendwann regelt es sich dann von selbst... .

Ich frage mich oft - wie wäre es, wenn ich als Deutscher in einem anderen Land wäre.. Kanada, USA.. Dort gibt es kein "goldenes Tablett" auf dem man alles als Ausländer serviert bekommt. Da kann ich keine Ansprüche stellen, weil das Essen nicht schmeckt, weil mir die Unterkunft nicht gefällt und einen Sprachkurs bezahlt man mir dort auch nicht. Ebenso kümmert sich keiner um eine Ausbildungsstelle oder einen Arbeitsplatz für mich.
Und was ist hier? Ist hier etwa das "Paradies"? Wenn ja - dann hätte Familie Lieder diese Sorgen und Probleme nicht.

Und was macht unser System? Es beeinflusst uns.. es lenkt ab. Da wird über einen Gauland hergezogen, weil er irgendwelche Äußerungen über Boateng abgab... . Das wird hochgespielt ohne Ende!
Aber dass zur Zeit über 30.000 Soldaten der Nato ein Manöver durchführen, welches gegen Russland gerichtet ist - das wird nur so am Rande erwähnt. Und dann Frage ich mich.. was ist hier nur los??? Angeblich haben wir "geschichtliche Verpflichtungen" gegenüber Ausländern... auf der anderen Seite haben wir anscheinend aus der Geschichte nichts gelernt.... .

Aber wie gesagt... Flasche Schnaps für 2,99 - den neuen, billigen 3D 4K Fernseher hinstellen - Fußball gucken und im Hintergrund den Atompilz beobachten... Das war es dann.
geloescht.20250302
09.06.2016, 14:28 Uhr
Nicht nur das
Diese verschiedenen SGBs schliessen sich teilweise gegenseitig aus. Ich hatte mich neulich mal da durchgequält. Klingt schlimmer als es ist, denn das meiste darin sind nicht mehr Gesetzestexte, sondern leere Paragraphen, also inzwischen ungültige.

Folgender Fall: Sie bekommen HartzIV, sind schwerbehindert. Das Jobcenter will Sie loswerden, weil Sie als unvermittelbar gelten und stellt für Sie einen EU-Rentenantrag, informiert aber gleichzeitig das Sozialamt darüber, dass nach der wahrscheinlichen Ablehnung Sie als nicht erwerbsfähig eingestuft werden und dann Stütze beantragen müssen, aber das in der Zwischenzeit vom Zeitpunkt der Rentenantragstellung zu Unrecht (Sie waren ja eigentlich nicht erwerbsfähig) gezahlte ALG2 vom Sozialamt zurückgefordert wird.

Das bedeutet, dass die Rechtssprechung aus 4 SGB zusammengebastelt wird.

Klingt kafkaesk, ist aber ein realer Fall aus Sondershausen, in den ich als Angehöriger involviert war. Ohne Rechtsbeistand, der einen durch alle Instanzen begleitet, kann das ein Normalbürger nicht bewältigen.

Vielleicht kennen wir denselben Anwalt, falls er eine Kanzlei in Sondershausen betreibt. So wie Sie ihn schildern, Micha123...

Verzweifeln und saufen ist keine Option, auch wenn man irgendwann kampfesmüde ist. Sich wehren und den Leuten, die bürgerunfreundliche Gesetze beschliessen und deren Helfershelfer in den Amtsstuben auf die Nerven gehen, muss die Parole lauten!
Franziskus
09.06.2016, 16:20 Uhr
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