Mi, 00:08 Uhr
22.06.2016
Kulturszene aktuell
Humorvolle und kritische Songtexte erklingen in der Unterkirche
Wer Ende Mai aus den verschiedensten Gründen das Konzert von Wise Guys in der Unterkirche nicht besuchen konnte, hat etwas verpasst! So nicht nur die Meinung von kn...
Nach den Prinzen 2014 und Amarcord 2015 nun die A-capella Gruppe aus Köln. Diese ist in vielen Gegenden Deutschlands bekannt, tritt sie doch bei diversen Großveranstaltungen (z. B. Kirchentagen u. a.) seit mehr als 20 Jahren auf. Wenn man aber in Bad Frankenhausen und der Region nach dieser Truppe fragte, so bekam man meistens eine negative Antwort.
Umso größer war dann die Erwartung.
Schon ihre Ankunft vor der Kirche mit dem überdimensionalen Technikwagen war ein Hingucker, denn die äußeren Flächen waren mit ausdrucksstarken Portraits der Sänger gestaltet. Als die Besucher in die Kirche strömten, empfing sie ein dezent ausgeleuchteter Altarraum, der über den ganzen Konzertzeitraum auch nicht durch unruhige Lichteffekte gestört wurde. Mit Konzertbeginn erwarteten etwa 500 Besucher die Künstler Sie waren nicht nur aus Bad Frankenhausen und der Region, sondern auch aus Weimar, Erfurt und andren Orten extra zu diesem Konzert angereist.
Mit dem ersten beiden Beiträgen wurden die Zuhörer eingewiesen - mit dem Hinweis auf die Art der Darbietung (alles wird A-capella, also ohne Instrumentenbegleitung gesungen) und mit der Bitte, doch die Beiträge nicht durch rhythmisches Klatschen zu begleiteten, (welches schon beim ersten Song erfolgte); Begründung: Man möge doch auf den Inhalt der Texte hören!
Alle Zuhörer haben sich in der Folge an diese Bitte gehalten und hatten dadurch viel Freude an den humorvollen und zum Teil auch kritischen Texten, die über 95 % in deutscher Sprache gesungen wurden. Es waren Beiträge aus verschiedenen Perioden der Wise Guys. Besonders aktuell nahmen sie – unterstützt durch eine mimische Choreografie – im Song Gaffen unangenehme Zeitgenossen aufs Korn, die bei Unfällen oder ähnliche Ereignissen nicht besseres zu tun haben als zu gaffen und damit Hilfe durch andere behindern.
Im Lied Selfie karikierten die Sänger die häufig anzutreffende Manie sich selbst, oft mit andren zusammen, zu fotografieren. Auch die Deutsche Bahn blieb nicht verschont, haben doch schon viele Reisende ihre Negativerfahrungen gemacht: Meine Damen, meine Herren, danke, dass sie mit uns reisen zu abgefahrnen Preisen, auf abgefahrnen Gleisen.
Für ihre Leidensfähigkeit danken wir spontan. Thänk ju vor träffeling wis Deutsche Bahn! Auch Denglisch wurde ins Visier genommen: Ich will, daß beim Coffee-Shop kaffeehaus oben draufsteht, oder das beim Auto-Crash die Lufttasche aufgeht, und schön war#s, wenn wir Bodybilder Muskel-Mäster nennen und wenn nur noch Nordisch Geher durch die Landschaft rennen…Oh Lord, please gib mir meine Language back, ich krieg hier bald die crisis, Mann. It has doch keinen Zweck. Let us noch a word verstehn, it goes me on the Geist, und gib, dass Microsoft bald wieder Kleinweich heißt.
Dass am Konzertende mit stehenden Ovationen und drei Zugaben den Sängern gedankt wurde kann man sich denken. Erstmals gab es dann nach dem Konzert noch eine Begegnung mit den Künstlern im Gemeindesaal der Unterkirche, wo sie für alle Geburtstagkinder noch ein Ständchen zum Besten gaben. Viele Besucher nutzen diese Begegnung zu Gesprächen, ließen sich Autogramme geben oder machten mit den Sängern Selfis. Ein gelungener Konzertabend ging dadurch erst kurz vor Mitternacht zu Ende – niemand hat es bedauert!
Text: Peter Zimmer
Fotos: Zimmer / Möbius
Autor: khhNach den Prinzen 2014 und Amarcord 2015 nun die A-capella Gruppe aus Köln. Diese ist in vielen Gegenden Deutschlands bekannt, tritt sie doch bei diversen Großveranstaltungen (z. B. Kirchentagen u. a.) seit mehr als 20 Jahren auf. Wenn man aber in Bad Frankenhausen und der Region nach dieser Truppe fragte, so bekam man meistens eine negative Antwort.
Umso größer war dann die Erwartung.
Schon ihre Ankunft vor der Kirche mit dem überdimensionalen Technikwagen war ein Hingucker, denn die äußeren Flächen waren mit ausdrucksstarken Portraits der Sänger gestaltet. Als die Besucher in die Kirche strömten, empfing sie ein dezent ausgeleuchteter Altarraum, der über den ganzen Konzertzeitraum auch nicht durch unruhige Lichteffekte gestört wurde. Mit Konzertbeginn erwarteten etwa 500 Besucher die Künstler Sie waren nicht nur aus Bad Frankenhausen und der Region, sondern auch aus Weimar, Erfurt und andren Orten extra zu diesem Konzert angereist.
Mit dem ersten beiden Beiträgen wurden die Zuhörer eingewiesen - mit dem Hinweis auf die Art der Darbietung (alles wird A-capella, also ohne Instrumentenbegleitung gesungen) und mit der Bitte, doch die Beiträge nicht durch rhythmisches Klatschen zu begleiteten, (welches schon beim ersten Song erfolgte); Begründung: Man möge doch auf den Inhalt der Texte hören!
Alle Zuhörer haben sich in der Folge an diese Bitte gehalten und hatten dadurch viel Freude an den humorvollen und zum Teil auch kritischen Texten, die über 95 % in deutscher Sprache gesungen wurden. Es waren Beiträge aus verschiedenen Perioden der Wise Guys. Besonders aktuell nahmen sie – unterstützt durch eine mimische Choreografie – im Song Gaffen unangenehme Zeitgenossen aufs Korn, die bei Unfällen oder ähnliche Ereignissen nicht besseres zu tun haben als zu gaffen und damit Hilfe durch andere behindern.
Im Lied Selfie karikierten die Sänger die häufig anzutreffende Manie sich selbst, oft mit andren zusammen, zu fotografieren. Auch die Deutsche Bahn blieb nicht verschont, haben doch schon viele Reisende ihre Negativerfahrungen gemacht: Meine Damen, meine Herren, danke, dass sie mit uns reisen zu abgefahrnen Preisen, auf abgefahrnen Gleisen.
Für ihre Leidensfähigkeit danken wir spontan. Thänk ju vor träffeling wis Deutsche Bahn! Auch Denglisch wurde ins Visier genommen: Ich will, daß beim Coffee-Shop kaffeehaus oben draufsteht, oder das beim Auto-Crash die Lufttasche aufgeht, und schön war#s, wenn wir Bodybilder Muskel-Mäster nennen und wenn nur noch Nordisch Geher durch die Landschaft rennen…Oh Lord, please gib mir meine Language back, ich krieg hier bald die crisis, Mann. It has doch keinen Zweck. Let us noch a word verstehn, it goes me on the Geist, und gib, dass Microsoft bald wieder Kleinweich heißt.
Dass am Konzertende mit stehenden Ovationen und drei Zugaben den Sängern gedankt wurde kann man sich denken. Erstmals gab es dann nach dem Konzert noch eine Begegnung mit den Künstlern im Gemeindesaal der Unterkirche, wo sie für alle Geburtstagkinder noch ein Ständchen zum Besten gaben. Viele Besucher nutzen diese Begegnung zu Gesprächen, ließen sich Autogramme geben oder machten mit den Sängern Selfis. Ein gelungener Konzertabend ging dadurch erst kurz vor Mitternacht zu Ende – niemand hat es bedauert!
Text: Peter Zimmer
Fotos: Zimmer / Möbius





