Do, 08:20 Uhr
21.07.2016
25 Jahre Landesforstverwaltung
Grünröcke erstellen erste Forstchronik
Zum 25-jährigen Jubiläum der Landesforstverwaltung entsteht Thüringens umfangreichste Forstchronik. Zeitzeugen berichten über die forstliche Vor- und Nachwendezeit....
Derzeit arbeiten Thüringens Forstmitarbeiter mit Hochdruck an der Erstellung einer Forstchronik. Diese soll auf rund 300 Seiten die äußerst interessante Forstgeschichte des Freistaats beleuchten. Im Frühjahr 2017 wird die Thüringer Forstchronik voraussichtlich im deutschen Buchhandel erscheinen und damit die Jubiläumsfeierlichkeiten der Thüringer Landesforstverwaltung angemessen beenden.
Zeitzeugen kommen zu Wort, nicht nur Forsthistoriker
Dabei war es uns ein Anliegen, die besonders ereignisreiche forstliche Vor- und Nachwendezeit von Zeitzeugen in der Thüringer Forstchronik beschreiben zu lassen, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Denn nur die Rechenschaft ermöglicht es, Geschehnisse zu erklären und einzuordnen und weissagungsreiche Wissenslücken zu verhindern. So wurde speziell in der Wendezeit ein forstlicher Paradigmenwechsel vollzogen, der trotz dramatischer Einschnitte für viele Forstbeschäftigte innerhalb weniger Jahre eine schnell und effektiv arbeitende neue Forstverwaltung hatte entstehen lassen.
Forstwirtschaft ist immer auch Kulturgeschichte – und umgekehrt
Die forstgeschichtliche Zeitreise beginnt im 17. Jh. mit den ersten bedeutenden Forstmännern Thüringens und soll insbesondere auch jene Jahre umfassen, die maßgeblich das Bild der heutigen Wälder Thüringens geprägt haben – die Nachkriegsjahre. Die Zeit von 1946 bis 1954 war im Freistaat von extremen Orkan- und Borkenkäferschäden beeinflusst, zusätzlich verschlimmert durch das gewaltige Schadausmaß kriegs- und nachkriegsbedingter Übernutzungen seitens der Siegermächte.
Ein entgegen der Hauptwindrichtung wirkender Orkan verursachte am 13. Juni 1946 allein im Mittleren Thüringer Wald mit fast 2 Mio. Festmeter die bis dato größte Schadholzmenge seit Beginn der geregelten Forstwirtschaft im Freistaat. Die Wiederbewaldung der mit 26.000 Hektar riesigen Kahlflächen, vorwiegend mit leicht verfüg- und einfach pflanzbarer Fichte, war für die vom Krieg geschundene Bevölkerung eine kulturelle Herkulesaufgabe, die heute im Rückblick leider immer wieder mit dem Begriff der monotonen Fichtenforste in Frage gestellt wird.
Diese unglaubliche Leistung tausender Pflanzfrauen - viele erinnern sich an die frühere 50-Pfennig-Münze mit der Prägung einer Pflanzfrau - wie auch damaliger Waldarbeiter muss, gerade in den schwierigen Mittelgebirgslagen des Thüringer Waldes, als kulturhistorische Großtat in die Geschichtsbücher eingehen – nicht als waldökologische Fehlleistung, wie von einigen unverbesserlichen Zeitgeistjüngern behauptet, so Gebhardt abschließend.
Und unterstreicht dies mit eindrucksvollen Zahlen: Lag der Durchschnittsvorrat der damaligen, schwer geschundenen Wälder bei 90 Festmeter pro Hektar, so liegt dieser heute bei 340. Damit hat der Freistaat die dritthöchsten Holzvorräte im Vergleich aller 16 Bundesländer.
Autor: enDerzeit arbeiten Thüringens Forstmitarbeiter mit Hochdruck an der Erstellung einer Forstchronik. Diese soll auf rund 300 Seiten die äußerst interessante Forstgeschichte des Freistaats beleuchten. Im Frühjahr 2017 wird die Thüringer Forstchronik voraussichtlich im deutschen Buchhandel erscheinen und damit die Jubiläumsfeierlichkeiten der Thüringer Landesforstverwaltung angemessen beenden.
Zeitzeugen kommen zu Wort, nicht nur Forsthistoriker
Dabei war es uns ein Anliegen, die besonders ereignisreiche forstliche Vor- und Nachwendezeit von Zeitzeugen in der Thüringer Forstchronik beschreiben zu lassen, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Denn nur die Rechenschaft ermöglicht es, Geschehnisse zu erklären und einzuordnen und weissagungsreiche Wissenslücken zu verhindern. So wurde speziell in der Wendezeit ein forstlicher Paradigmenwechsel vollzogen, der trotz dramatischer Einschnitte für viele Forstbeschäftigte innerhalb weniger Jahre eine schnell und effektiv arbeitende neue Forstverwaltung hatte entstehen lassen.
Forstwirtschaft ist immer auch Kulturgeschichte – und umgekehrt
Die forstgeschichtliche Zeitreise beginnt im 17. Jh. mit den ersten bedeutenden Forstmännern Thüringens und soll insbesondere auch jene Jahre umfassen, die maßgeblich das Bild der heutigen Wälder Thüringens geprägt haben – die Nachkriegsjahre. Die Zeit von 1946 bis 1954 war im Freistaat von extremen Orkan- und Borkenkäferschäden beeinflusst, zusätzlich verschlimmert durch das gewaltige Schadausmaß kriegs- und nachkriegsbedingter Übernutzungen seitens der Siegermächte.
Ein entgegen der Hauptwindrichtung wirkender Orkan verursachte am 13. Juni 1946 allein im Mittleren Thüringer Wald mit fast 2 Mio. Festmeter die bis dato größte Schadholzmenge seit Beginn der geregelten Forstwirtschaft im Freistaat. Die Wiederbewaldung der mit 26.000 Hektar riesigen Kahlflächen, vorwiegend mit leicht verfüg- und einfach pflanzbarer Fichte, war für die vom Krieg geschundene Bevölkerung eine kulturelle Herkulesaufgabe, die heute im Rückblick leider immer wieder mit dem Begriff der monotonen Fichtenforste in Frage gestellt wird.
Diese unglaubliche Leistung tausender Pflanzfrauen - viele erinnern sich an die frühere 50-Pfennig-Münze mit der Prägung einer Pflanzfrau - wie auch damaliger Waldarbeiter muss, gerade in den schwierigen Mittelgebirgslagen des Thüringer Waldes, als kulturhistorische Großtat in die Geschichtsbücher eingehen – nicht als waldökologische Fehlleistung, wie von einigen unverbesserlichen Zeitgeistjüngern behauptet, so Gebhardt abschließend.
Und unterstreicht dies mit eindrucksvollen Zahlen: Lag der Durchschnittsvorrat der damaligen, schwer geschundenen Wälder bei 90 Festmeter pro Hektar, so liegt dieser heute bei 340. Damit hat der Freistaat die dritthöchsten Holzvorräte im Vergleich aller 16 Bundesländer.
