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Do, 13:44 Uhr
04.08.2016
Thüringer haben es gut

KV: Nicht weiter als 10 Kilometer zum Arzt

Die Einwohner Thüringens haben es maximal zehn Kilometer bis zum nächsten Arzt. Die allermeisten Thüringer haben es sogar deutlich näher, auch auf dem Land. Das hat eine Erhebung der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen ergeben...

Die KV hat untersucht, wo die Ärzte und Psychotherapeuten in Thüringen praktizieren. Die 1. Vorsitzende des Vorstandes der KV Thüringen, Dr. med. Annette Rommel, fasst die Ergebnisse folgendermaßen zusammen: „Die ambulante ärztliche Versorgung in Thüringen ist beispielhaft für die öffentliche Daseinsvorsorge in Thüringen.“

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Nach der Erhebung praktizieren insgesamt 688 Ärzte und 51 Psychotherapeuten im ländlichen Raum. Allein 564 Hausärzte haben ihre Praxis auf dem Land. In insgesamt 318 Orten im ländlichen Raum gibt es Hausarztpraxen, in 80 weiteren Orten hausärztliche Filial- oder Zweigpraxen. In allen Landkreisen haben es die Thüringer damit näher zum nächsten Arzt als beispielsweise zur nächsten Schule oder zur nächsten Dienststelle bzw. zum nächsten Kontaktbereichsbeamten der Polizei.

Hinzu kommen rund 400 Ärzte, die nichtärztliche Praxisassistentinnen beschäftigen. Nichtärztliche Praxisassistentinnen unterstützen die Ärzte speziell bei der Versorgung von Patienten auf dem Land.

Die KV reagiert mit ihrer Untersuchung auf die derzeitige politische und mediale Debatte über die ambulante ärztliche Versorgung in Deutschland. Darin ist von fehlenden Landärzten die Rede und von der Befürchtung, dass jeder zweite Arztsitz auf dem Land nicht nachbesetzt werden könne. Unter anderem wird eine Landarzt-Quote bei Zulassungen zum Medizinstudium gefordert.

„Wir haben diese Debatte zum Anlass genommen, die
Versorgungswirklichkeit in Thüringen zu untersuchen“, sagt Frau Dr. Rommel: „Wir negieren nicht die Sorgen, über die diskutiert wird, wie das relativ hohe Durchschnittsalter der Ärzte oder Probleme beim Finden von Praxisnachfolgern. Wir haben diese Situation aber schon vor Jahren erkannt und gemeinsam mit verschiedenen Partnern mit einem umfangreichen Förderpaket gegengesteuert.“

Deshalb finden nach Daten der KV Thüringen heute immer noch 98 Prozent der ambulant tätigen Ärzte in Thüringen, die ihren Sitz abgeben, einen Nachfolger. Verschiedene Modelle der Tätigkeit, von der klassischen
Niederlassungspraxis über unterschiedliche Möglichkeiten der Arbeit in Anstellung, gewährleisten zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die KV Thüringen appelliert an die Landes- und Kommunalpolitik in Thüringen und an die Gesellschaft, bei der langfristigen Sicherung der ambulanten ärztlichen Versorgung mit der ärztlichen Selbstverwaltung zusammenzuarbeiten. Hierfür gibt es schon jetzt gute Beispiele: Einige Kommunen in Thüringen unternehmen bereits heute viel, um ambulant tätigen Ärzten und Psychotherapeuten attraktive Arbeitsmöglichkeiten zu bieten.

Dasselbe gilt für das Förderprogramm des Landes für die ambulante Versorgung. Dieses Programm läuft allerdings zum Jahresende ab. Die KV Thüringen appelliert daher an die Landesregierung, das so genannte Landarztprogramm fortzusetzen. Auch bei der Erreichbarkeit der Arztpraxen durch den Öffentlichen Personennahverkehr oder beim Anschluss des ländlichen Raums an schnelles Internet, zum Beispiel für telemedizinische Anwendungen, sind Land und Kommunen nach wie vor gefordert.
Autor: nnz

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Kommentare
geloescht.20250302
04.08.2016, 18:07 Uhr
Beispielhaft
Glaukom-Untersuchung nur mit Zuzahlung nach 4 Monaten Wartezeit auf einen Termin bei der Augärztin..

Bei der Lungenärztin sieht es nicht besser aus. Man muss mit diversen Krankheiten "Stammkunde" bei den Spezialisten sein, um zeitnahe Termine zu bekommen.

Und dann wird sich aufgeregt, wenn Menschen, die sich schlecht fühlen, die Notaufnahme aufsuchen?

10 Kilometer zum nächsten Arzt. Toll. Interessanter ist, wie lange Krankenwagen und Notarzt ausserhalb der "Geschäftszeiten" zum abgelegensten Dorf brauchen.
U. Alukard
04.08.2016, 18:42 Uhr
Es gibt Ärzte in Nordhausen,
die Termine zur Vergabe von Terminen Haben!
Ich fahre zum Hausarzt nach Niedersachswerfen, zum Augenarzt nach Barbis und zu anderen Spezialisten regelmäßig nach Sondershausen und Jena.
Wenn ich das mal nicht mehr kann, wird eben gestorben, so kann man auch Probleme mit der Versorgung lösen!
Für mich ist auch sehr wichtig, dass der Arzt mich versteht, Deutsch spricht und schreibt!
Das SHK meide ich wegen seines schlechten Rufes!
geloescht.20250302
05.08.2016, 12:52 Uhr
Erfahrungen
Was Sie über die Teminvergabe schreiben, kann ich bestätigen.

Ich war mit meiner Augenärztin in Ndh über viele Jahre sehr zufrieden, weil sie im Gegensatz zu meinem damaligen Augenarzt in Sdh erkannte, dass ich eben nicht nur kurzsichtig bin, sondern noch andere Augenkrankheiten habe.

Dann konnte ich mal aus beruflichen Gründen eine Routinekontrolle nicht wahrnehmen. Da wurde mir allen Ernstes angeboten, dass ich 60 Euro zahlen sollte, um wieder in ihr Behandlungsprogramm zu rutschen

Es gibt in Sdh einen hervorragenden Chirurgen/Proktologen, der viele Patienten aus dem Kreis Ndh hat.

Ihre Erfahrungen mit dem Shk kann ich nicht bestätigen. Meine Frau war 2mal dort und nicht unzufrieden.

Ich muss da eher von schlechten Erlebnissen im DRK-Krankenhaus Sdh berichten, ohne dass ich ins Detail gehen möchte. Erfahrungsberichte (nicht von mir) kann man im Internet nachlesen.
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