Mi, 10:50 Uhr
17.08.2016
IHK Erfurt warnt vor weiteren finanziellen Belastungen
Unverständnis für Arbeitsministerin
Deutschland liegt bei der Höhe der Arbeitskosten im internationalen Vergleich auf einem Spitzenplatz. Für die Unternehmer ist dabei nicht der Bruttolohn entscheidend, sondern die gesamten durch Beschäftigung verursachten Kosten. Nach Ansicht der IHK sei das genug...
Darin enthalten sind zum Beispiel auch die Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung. Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark im internationalen Wettbewerb steht, lagen in Deutschland im Jahr 2015 die Kosten für eine Arbeitsstunde im EU-weiten Vergleich auf Rang vier.
Gerade für eine stark auf den Export ausgerichtete Wirtschaft stellt das hohe Niveau der Arbeitskosten eine erhebliche Belastung für Wertschöpfung und Beschäftigung dar. Neben Löhnen und Gehältern spielen die Personalzusatzkosten hier eine besondere Rolle, erklärt Dieter Bauhaus, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.
Laut einer Umfrage der IHK Erfurt unter rund 800 Unternehmen aus Nord- und Mittelthüringen sieht immerhin jeder Zweite der Befragten in der Höhe der Arbeitskosten ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung – der höchste Wert in den zurückliegenden fünf Jahren. In der deutschen Industrie mussten die Betriebe im vergangenen Jahr für eine Stunde Arbeit 38 Euro zahlen. Diese war damit 44 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt (26,30 Euro) und hatte knapp drei Prozent mehr als im Nachbarland Frankreich (37,00 Euro) gekostet.
Vor diesem Hintergrund sind Forderungen nach einer Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung meines Erachtens der falsche Weg, warnt der IHK-Präsident. Und völlig unverständlich ist für mich, dass sich ausgerechnet die Thüringer Arbeitsministerin Heike Werner an die Spitze der Bewegung stellt. Gerade für die hiesigen mittelständischen Unternehmen sei eine damit verbundene Kostensteigerung eine große Herausforderung, die den finanziellen Handlungsrahmen der Betriebe einschränke und Investitionen erschwere.
Zudem würden die Betriebe bereits heute einen überwiegenden Anteil der Krankheitskosten übernehmen, erläutert Bauhaus. So werden die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung vollständig von der Arbeitgeberseite getragen. Allein 51 Milliarden Euro pro Jahr zahlen die Unternehmer für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall – die Beschäftigten seien an diesen Kosten nicht beteiligt. Dieser Betrag sei mehr als viermal so hoch wie die Summe aller Zusatzbeiträge, die die Mitarbeiter leisten.
Durch die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung würde die überproportionale Belastung der Unternehmen weiter erhöht gibt Bauhaus zu bedenken. Auch wenn Konjunktur und Arbeitsmarkt gegenwärtig recht stabil seien, könnte dies Auswirkungen auf die unternehmerischen Personalplanungen haben. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass gerade eine gute Beschäftigungslage wichtige Voraussetzung für ein hohes Beitragsaufkommen sei.
Autor: nnzDarin enthalten sind zum Beispiel auch die Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung. Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark im internationalen Wettbewerb steht, lagen in Deutschland im Jahr 2015 die Kosten für eine Arbeitsstunde im EU-weiten Vergleich auf Rang vier.
Gerade für eine stark auf den Export ausgerichtete Wirtschaft stellt das hohe Niveau der Arbeitskosten eine erhebliche Belastung für Wertschöpfung und Beschäftigung dar. Neben Löhnen und Gehältern spielen die Personalzusatzkosten hier eine besondere Rolle, erklärt Dieter Bauhaus, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.
Laut einer Umfrage der IHK Erfurt unter rund 800 Unternehmen aus Nord- und Mittelthüringen sieht immerhin jeder Zweite der Befragten in der Höhe der Arbeitskosten ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung – der höchste Wert in den zurückliegenden fünf Jahren. In der deutschen Industrie mussten die Betriebe im vergangenen Jahr für eine Stunde Arbeit 38 Euro zahlen. Diese war damit 44 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt (26,30 Euro) und hatte knapp drei Prozent mehr als im Nachbarland Frankreich (37,00 Euro) gekostet.
Vor diesem Hintergrund sind Forderungen nach einer Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung meines Erachtens der falsche Weg, warnt der IHK-Präsident. Und völlig unverständlich ist für mich, dass sich ausgerechnet die Thüringer Arbeitsministerin Heike Werner an die Spitze der Bewegung stellt. Gerade für die hiesigen mittelständischen Unternehmen sei eine damit verbundene Kostensteigerung eine große Herausforderung, die den finanziellen Handlungsrahmen der Betriebe einschränke und Investitionen erschwere.
Zudem würden die Betriebe bereits heute einen überwiegenden Anteil der Krankheitskosten übernehmen, erläutert Bauhaus. So werden die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung vollständig von der Arbeitgeberseite getragen. Allein 51 Milliarden Euro pro Jahr zahlen die Unternehmer für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall – die Beschäftigten seien an diesen Kosten nicht beteiligt. Dieser Betrag sei mehr als viermal so hoch wie die Summe aller Zusatzbeiträge, die die Mitarbeiter leisten.
Durch die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung würde die überproportionale Belastung der Unternehmen weiter erhöht gibt Bauhaus zu bedenken. Auch wenn Konjunktur und Arbeitsmarkt gegenwärtig recht stabil seien, könnte dies Auswirkungen auf die unternehmerischen Personalplanungen haben. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass gerade eine gute Beschäftigungslage wichtige Voraussetzung für ein hohes Beitragsaufkommen sei.
