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Do, 11:39 Uhr
15.09.2016
Neues aus Ebeleben

Boblegende Wolfgang Hoppe bei der Werkstattlesung

Im Rahmen der seit 2009 stattfindende Werkstattlesungen in Ebeleben war Doppelolympiasieger Wolfgang Hoppe zu Gast. Und der nächste Promi stht schon fest..

Die Veranstaltung fand zum 17.Mal statt, war aber keine Buchlesung, vielmehr berichtete der erfolgreichste Bobpilot über seine Karriere.

Wolfgang Hoppe (Foto: Privat) Wolfgang Hoppe (Foto: Privat)

Wolfgang Hoppe ist gebürtiger Apoldaer, ist durch seinen Sport in der ganzen Welt herumgekommen, seiner thüringer Heimat aber immer treu geblieben. Aus einer sportbegeisterten Familie stammend, Bruder Heinz war der erfolgreichste Motocrossfahrer der DDR, kam er über die Leichtathletik zum Bobsport. Immerhin war er Vize- DDR- Meister der Junioren im Zehnkampf.

Der Ausnahmesportler berichtete über seinen sportlichen Werdegang, von der ersten Teilnahme an Weltcuprennen bis hin zu der vierfachen Olympiateilnahme. Authentisch erzählte er über seine Goldfahrten in Sarajevo. Eigentlich nur als Nr.3 nominiert, rutschte er durch seine bestechenden Bestfahrten kurzfristig in das DDR- Team und bekam einen der beiden Startplätze für die Zweierbobwettbewerbe.

Durch einen Bandscheibenvorfall gehandicapt, brachte er die Vorläufe im Eiskanal der bosnischen Hauptstadt herunter. Wie durch ein Wunder waren dann zu den Hauptläufen die Schmerzen verflogen und er gewann mit seinem Bremser Dietmar Schauerhammer Gold. Wenige Tage später gelang das dann auch noch mit dem Viererbob. Auf die Frage, was man denn in der DDR für den Doppelolympiasieg bekam, sagte der frühere Bobpilot, das neben einer kleineren Geldsumme, die baldige Zuteilung eines PKW für ihn am brauchbarsten war. Mit kleinen Filmeinspielungen lockerte Wolfgang Hoppe den kurzweiligen Abend auf. Interessant waren auch die Details zu den weiteren Olympiaden: So erfuhren die Zuhörer z.B., dass 1988 Jamaica erstmalig an den Start ging, der Sachverhalt ist ja später auch verfilmt worden („Cool Runnings“).

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Aber gerade der Sturz der jamaikanischen Viererbobmannschaft unmittelbar vor der entscheidenden Fahrt des Hoppe- Bobs, die damit verbundene lange Präparation der Bahn mit der ebenso langen Wartepause, brachte das DDR- Team um die erfolgreiche Titelverteidigung. Bei den Zweierbobwettbewerben führten die starken Windböen des Chinooks (warmer Fallwind) zu irregulären Bedingungen, da er Sand während des ersten Laufs in die Fahrbahn wehte. Auch der Hoppe- Bob war davon betroffen, so dass trotz Bestzeiten im 2. bis 4. Lauf der Titel nicht zu holen war und das Team dank der großen Aufholjagd damit Zweiter wurde. Zwei Jahre später in Albertville fehlten ganze zwei Hunderstelsekunden am Sieg im Viererbob, vier Jahre später aber stieg das Team mit der Bronzemedaille erneut auf das Treppchen.
Wolfgang Hoppe (Foto: Privat)
Wolfgang Hoppe (Foto: Privat)
Wolfgang Hoppe (Foto: Privat)

Der Olympiasieger zeigte auch Einspielungen zur Geschichte des Bobsports und zu aktuellen Entwicklungen, ist er ja nach Beendigung der aktiven Laufbahn seinem Sport als Trainer treu geblieben. Als Trainer im Frauenbereich, jetzt im Nachwuchsbereich hat er auch verschiedene Erfolge gefeiert. So wurde die von ihm trainierte Sandra Kiriasis 2006 Olympiasiegerin in Turin. Im Rahmen seines Vortrags berichtete Wolfgang Hoppe auch über den Monobobsport, wo von ihm betreute Sportler bei den diesjährigen olympischen Jugendspielen in Lillehammer sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gewannen. Aber auch die Schwierigkeiten der Akquise von sehr guten Sportlern für die Bobdisziplinen sprach er an. Die zahlreichen Besucher der Veranstaltung konnten alle sechs Olympiamedaillen betrachten, daneben hatte der Sportler auch solche Utensilien wie Kufen, Rennanzüge oder einen Helm mitgebracht und gab dazu Erklärungen. Wie immer bei den Werkstattlesungen hatte das Publikum die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Bürgermeister Uwe Vogt würdigte das ehrenamtliche Engagement von Wolfgang Hoppe, der nicht nur ein Idol und Vorbild für die Sportjugend ist, sondern er ist u.a. Botschafter der Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland in Tambach- Dietharz oder Mitorganisator der Regenbogentour zugunsten der Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder in Thüringen. Herr Hoppe verzichtete auf seine Gage zugunsten des Kinderhospizes. Hierfür bekam er einen Scheck von der Nordthüringer Volksbank durch den Ebelebener Bereichsleiter Michael Hartmann und seinem Nordhäuser Kollegen Sven Bäger überreicht. Viele Gäste nutzten die Lesung, um dieses Anliegen in Form einer Spende zu unterstützen. Natürlich signierte Herr Hoppe auch noch Autogrammkarten.

Mit Spannung warteten die Stammgäste auf die Bekanntgabe der nächsten Werkstattlesung: Bürgermeister Vogt konnte den beliebtesten Sportler aller Zeiten der DDR ankündigen: Täve Schur liest am 09.11.2016, 19 Uhr aus seiner Autobiografie. Auf dieses Highlight können sich nicht nur die Radsportfreunde freuen…
Uwe Vogt
Autor: khh

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