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Mi, 17:43 Uhr
05.10.2016
Landtagsabgeordneter Gentele:

Die Gebietsreform ist bereits gescheitert

Gegen die geplante Gebietsreform der Linksregierung bereitet der Verein Selbstverwaltung für Thüringen ein Volksbegehren vor. Für die Zulassung des Volksbegehrens durch den Thüringer Landtagspräsidenten Christian Carius werden 5.000 Unterschriften von Thüringer Wahlberechtigten benötigt...


Durch fleißige Bürger konnten jedoch mehr als 47.000 Unterschriften gesammelt werden. Hierzu sagte der fraktionslose Landtagsabgeordnete Siegfried Gentele aus dem Landkreis Nordhausen: „Dieses klare Statement der Menschen im Lande ist ein großer Erfolg. Die Linksregierung kann 47.000 Unterschriften nicht einfach ignorieren oder weglächeln.

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Mit einem so großen Misstrauensantrag der Bürger ist diese Gebietsreform politisch bereits gescheitert. Die rot-rot-grünen Pläne, das Volksbegehren durch das Verfassungsgericht stoppen zu lassen, verurteile ich scharf.“

Auch Gentele beteiligte sich am 7. September 2016 im Rahmen einer landesweiten Unterschriftensammelaktion gegen die geplante Gebietsreform der rot-rot-grünen Landesregierung. „Eine Gebietsreform ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt der falsche Schritt. Das Land sollte zunächst anfangen, seinen eigenen Laden in den Griff zu bekommen, indem es seine eigene Verwaltung reformiert, bevor funktionierende Kreisstrukturen verfassungswidrig zerschlagen werden", so Gentele.

Eine Funktionalreform muss am Anfang stehen. Doch zu diesem Thema schweigt die Landesregierung. Sie zäumt das Pferd von hinten auf. Erst wenn man geklärt hat, welche Aufgaben durch wen erledigt werden sollen, kann man über freiwillige Veränderungen der Gebietszuschnitte diskutieren.

Die geplante zwangsweise Zusammenlegung von Landkreisen und kreisfreien Städten ist jedoch inakzeptabel. Sie missachtet die regionale Verbundenheit der Menschen und die gewachsenen Strukturen im ländlichen Raum.

Eine Kreisgebietsreform bringt zudem keine finanziellen Einsparungen, im Gegenteil, sie verschlingt zusätzlich erhebliche Finanzmittel des Landes, der Kreise und der Kommunen. Wenn man zwei Landkreise zusammenlegt wird die Anzahl an insgesamt zu bearbeitenden Bauanträgen dadurch nicht niedriger. Jedoch kosten der Umzug von Verwaltungen in die neue gemeinsame Kreisstadt und der Neubau von Büros Millionen, während in der ehemaligen Kreisstadt die Immobilien leer stehen und Kaufkraft abgezogen wird.

So zeigen Zahlen aus anderen Bundesländern, dass eine Kreisgebietsreform immer teurer wird und die Menschen danach unzufriedener sind. So haben die Kreisgebietsreformen in Sachsen rund 500 Millionen Euro und in Mecklenburg-Vorpommern 200 bis 300 Millionen Euro gekostet. In beiden Ländern sind größere Verwaltungseinheiten entstanden und gleichzeitig die pro Kopf Ausgaben für Verwaltung gestiegen. Sie liegen heute im Vergleich zu Thüringen höher.

Die Personalkosten der Thüringer Kommunen waren 2014 aber bereits niedriger als in Sachsen und Sachsen-Anhalt jeweils nach der dortigen Gebietsreform (Thüringen ca.15, Sachsen ca.16 und Sachsen-Anhalt ca.18 Beschäftigte/1.000 Einwohner). In Sachen ist sogar der Personalbedarf bei den Landkreisen insgesamt gestiegen. Es besteht in Thüringen also weit weniger Handlungsbedarf, als die Linksregierung behauptet.

Eine zwangsweise Zusammenlegung von Landkreisen aus reinem politischen Selbstzweck lehnt Gentele daher ab. „Ich setze auf einen freiwilligen Zusammenschluss bei Kreisen und Gemeinden. Da bis zum heutigen Zeitpunkt nicht klar ist, ob der Steuerzahler bei den jetzigen Plänen der Landesregierung wirklich Verwaltungskosten einsparen wird", so Siegfried Gentele abschließend.
Autor: nnz

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Kommentare
Zwischenrufer
06.10.2016, 10:00 Uhr
Sonderbarer Vergleich
Ein Vergleich der Personalkosten oder der Anzahl der Beschäftigten pro 1.000 Einwohner (EW) in verschiedenen Ländern würde eine Aussage zu Wirtschaftlichkeitsunterschieden der kommunalen Ebene nur zulassen, wenn
1. die Leistungen, die die Kommunen in den verglichenen Ländern erbringen, identisch wären und
2. dieselbe Wertschöpfungstiefe (Anteil der Eigenerstellung) vorläge.
Diese Voraussetzungen sind aber nicht gegeben. Dazu ein kleines Beispiel (Daten aus Statistisches Bundesamt, Kindertagesbetreuung, 01.03.2016, S. 95 f.):
In Sachsen gibt es pro 1.000 EW mehr pädagogisches Personal in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung (7,4 Mitarbeiter) als in Thüringen (6,5 Mitarbeiter). Und in Sachsen ist auch die Wertschöpfungstiefe höher: Hier arbeiten 42 % des Personals bei öffentlichen Trägern (i. d. R. Kommunen) und 58 % bei privaten Trägern. In Thüringen dagegen arbeiten nur 33 % des Personals bei öffentlichen Trägern. Das führt dazu, dass die öffentlichen Träger (i. d. R. Kommunen) in Sachsen 3,1 Mitarbeiter pro 1.000 EW in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung beschäftigen, die in Thüringen nur 2,2 Mitarbeiter pro 1.000 EW.
Dies erklärt schon fast die Differenz von 1 Mitarbeiter von 1.000 EW, die Herr Gentele zwischen Sachsen und Thüringen ausgemacht hat. Rückschlüsse auf die Wirtschaftlichkeit dieser oder jener Gebietsstruktur können aus einer solchen Differenz nicht gezogen werden, weil einfach die Leistungen, die den Personalkosten bzw. Mitarbeiterzahlen gegenüberstehen, unterschiedlich sind, wie am Beispiel der Einrichtungen der Kindertagesbetreuung deutlich gemacht wurde.
Wollte man verschiedene Gebietsstrukturen hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit seriös vergleichen, bräuchten die Kommunen eine einheitliche Kosten- und Leistungsrechnung. Davon sind sie jedoch, gerade in Thüringen, weit entfernt.
RaWu
07.10.2016, 07:10 Uhr
Ach Herr Gentele...
Sind Sie aus dem Traum einer schnellen politischen Karriere aufgewacht? Ihre Worte höre ich wohl, allein es fehlt der Glaube.
Sie gehörten aber von Anfang an zu den Unterstützern von RRG im Landtag. Auf Ihre Stimme konnten die immer zählen und so abstrusen Unsinn verabschieden. Selbst dieses abendteuerliche Ding "Haushalt" haben Sie persönlich unterstützt. Ihre Worte waren "besser der als kein Haushalt". Welch tiefgründige Aussage.
Machen Sie sich keine Gedanken. Mit Ende der Wahlperiode ist auch für Sie Schluß. Die AfD nimmt Sie nicht wieder, die CDU erinnert sich sicher an den Verrat und RRG wird weiter Stimmen verlieren und brauchen keine Überläufer dazu.

Was beide politischen Lager verbindet ist, daß oft genug nicht auf die Stimme der Wähler gehört wird. Nur deshalb gibt es eine AfD.
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