Do, 00:01 Uhr
06.10.2016
Wird der Possen ein Urwald? Die Befürworter äußerten sich
Plädoyer für den Possen als Urwald
Viel politische Prominenz, namhafte Vertreter von Naturschutzbehörden und Institutionen hatten sich gestern auf dem Possen eingefunden. Thema: Die Umgestaltung der Wälder der Hainleite rund um den Possen …
Ziel ist, rund 2.500 ha Wald in der Hainleite ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Was alles passieren könnte haben heute Befürworter im Einzelnen erläutert. Eingeladen hatten u.a der BUND, Nabu und Die Grünen.
Burkhard Vogel Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen hatte die Moderation übernommen.
Babett Pfefferlein Landtagsmitglied von Bündnis 90 /Die Grünen konnte als Gäste u.a. Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Die Grünen) mehrere Landtagsmitglieder nicht nur aus dem Kyffhäuserkreis, Landrätin Antje Hochwind (SPD) und Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU). Neben vielen Bürgern und Waldarbeitern war auch Volker Gebhardt Chef des Thüringenforst, sowie Possenwirt Bernd Jahn begrüßen.
Pfefferlein verwies auf den Koalitionsvertrag und auf das Ziel der Landesregierung, mindestens 5 Prozent der Thüringer Wälder ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Bis zum Jahr 2020 sollen ca. 26.000 Hektar Waldfläche aus der forstlichen Nutzung genommen werden.
Über die grundlegenden Ausführungen von Ministerin Siegesmund (Birgit Keller (Die Linke) als zweite Ministerin - Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft – hatte Vertreter entsandt) hatte kn bereits als Meldung aus dem Umweltministerium berichtet.
Urwald rund um den Possen
Landrätin Hochwind verwies darauf, dass das Thema Urwald rund um den Possen ein kontrovers diskutierte Thema sei. Der Naturschutz spielt im Kyffhäuserkreis eine wichtige Rolle, die wir ernst nehmen. Rund ein Drittel der Kreisfläche wären damit zentrale oder kreisliche Schutzgebiete.
Der Pächter des Possen, und der Tourismusverband unterstützen das Vorhaben. Gerade für die Kinder und Jugendlichen könnte der Urwald ein wichtiger Bildungsbereich sein.
Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender und Mitbegründer des BUND Deutschland verwies darauf, dass so ein Nationalpark ein Segen für die Region sein kann. Es geht um die Erhaltung der Natur. Wir können mit Einzelmaßnahmen nicht die Welt retten aber wir können Zeichen setzen. Es geht nicht an, wenn wir anderen Ländern vorwerfen, mehr für die Erhaltung der Natur zu tun und es selbst nicht machen.
Er verwies auf die Wichtigkeit der Erhaltung der hiesigen Laubwälder. Die Rotbuche, wie hier im Possenwald, gibt es insgesamt nur in Europa. Er wies auf ein Dilemma hin, dass bei intensiver Waldnutzung die Rotbuchen nicht mehr alt werden können, weil sie bei der Holznutzung zu früh geschlagen werden müssen, weil sich das Kernholz durch Farbpigmente später zum Beispiel (trotz sonst gleicher Eigenschaften) nicht mehr für die Möbelindustrie verwerten lässt und rund 50 Prozent an Wert verliert.
Erst in Altbeständen mit viel Totholz bildet sich erst die richtige Artenvielfalt in der Tierwelt heraus, so Weiger. Wir verbieten nicht das Betreten der Wälder, sondern wir stellen nur die Holznutzung ein. Das geht aber nur mit Wäldern, die in öffentlicher Hand sind.
Und so ein Urwald in der Hainleite sei ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal und könnte touristisch genutzt werden. Menschen müssen wieder die wirkliche Natur kennenlernen.
Manuel Schweiger von der zoologischen Gesellschaft führte aus, es gibt immer mehr Wunsch der Bürger nach mehr Wildnis. Eine Bürgerin in der Diskussion: Ich will Wald sehen und keinen Garten mit Bäumen.
Es es dann noch ein Wald für Bürger? Seiner Meinung nach Ja. Er verwies zum Beispiel darauf, dass die Ukraine trotz massiver Probleme jetzt 26 große Nationalparks ausgewiesen hat, um die Urwälder zu erhalten.
Aus der Bürgerinitiative Pro Kyffhäuserwald hatte sich jetzt auch die Bürgerinitiative gebildet, die sich auch um den Schutz des Possenwaldes kümmert, so Dirk Trute in seinen Ausführungen. Sondershausen kann stolz auf seine grüne Stadt sein, so Trute.
Der Umgang mit dem Kyffhäuserwald war der Ausgangspunkt. Es gab im Possenwald große Probleme durch den Thüringenforst, weil teils wichtige zu schützende Bärlauchbestände und Bestände anderer Arten regelrecht bei der Holzernte zerstört wurden und belegte es mit Bilder. Deshalb sammelte man 2015 über 1.800 Unterschriften damit der Possenwald aus der Waldnutzung genommen wird.
Er verwies auf die Möglichkeit einen Waldpfad einzurichten, der die großen Schutgebiete im Vessetal, im Unstrut-Hainich-Kreis und dem Possen verbindet.
Der Possen ist ein Besuchermagnet und das Naherholungsgebiet mit angrenzendem Urwald soll von dort aus erwandert werden. Ein begehbarer und erlebbarer Urwald soll entstehen, so Trute.
Trute machte aber auch klar, die Schaffung dieses Urwaldes ist eine politische Aufgabe. Er verwis darauf, dass die Bürgerinitiative viel Unterstützung von den Verantwortlichen, so von den Landtagsmitgliedern Babett Pfferlein, Dr. Iris Martin-Gehl (Die Linke), Landrätin Hochwind und Bürgermeister Joachim Kreyer, sowie Matthias Deichstetter vom Tourismusverband erhielt.
Nach dem Ende der Grußworte und Vorträge ging es in die Diskussion. Darüber wird kn in einem gesonderten Bericht informieren, es würde den rahmen des Berichts sprengen.
Denn in der Diskussion kam der Vorwurf zum Beispiel die mögliche Vernichtung von Arbeitsplätzen wegen weniger Holzverarbeitung usw.
Darüber und die Antworten dazu folgen in Teil drei des Berichts.
Autor: khhZiel ist, rund 2.500 ha Wald in der Hainleite ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Was alles passieren könnte haben heute Befürworter im Einzelnen erläutert. Eingeladen hatten u.a der BUND, Nabu und Die Grünen.
Burkhard Vogel Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen hatte die Moderation übernommen.
Babett Pfefferlein Landtagsmitglied von Bündnis 90 /Die Grünen konnte als Gäste u.a. Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Die Grünen) mehrere Landtagsmitglieder nicht nur aus dem Kyffhäuserkreis, Landrätin Antje Hochwind (SPD) und Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU). Neben vielen Bürgern und Waldarbeitern war auch Volker Gebhardt Chef des Thüringenforst, sowie Possenwirt Bernd Jahn begrüßen.
Pfefferlein verwies auf den Koalitionsvertrag und auf das Ziel der Landesregierung, mindestens 5 Prozent der Thüringer Wälder ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Bis zum Jahr 2020 sollen ca. 26.000 Hektar Waldfläche aus der forstlichen Nutzung genommen werden.
Über die grundlegenden Ausführungen von Ministerin Siegesmund (Birgit Keller (Die Linke) als zweite Ministerin - Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft – hatte Vertreter entsandt) hatte kn bereits als Meldung aus dem Umweltministerium berichtet.
Urwald rund um den Possen
Landrätin Hochwind verwies darauf, dass das Thema Urwald rund um den Possen ein kontrovers diskutierte Thema sei. Der Naturschutz spielt im Kyffhäuserkreis eine wichtige Rolle, die wir ernst nehmen. Rund ein Drittel der Kreisfläche wären damit zentrale oder kreisliche Schutzgebiete.
Der Pächter des Possen, und der Tourismusverband unterstützen das Vorhaben. Gerade für die Kinder und Jugendlichen könnte der Urwald ein wichtiger Bildungsbereich sein.
Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender und Mitbegründer des BUND Deutschland verwies darauf, dass so ein Nationalpark ein Segen für die Region sein kann. Es geht um die Erhaltung der Natur. Wir können mit Einzelmaßnahmen nicht die Welt retten aber wir können Zeichen setzen. Es geht nicht an, wenn wir anderen Ländern vorwerfen, mehr für die Erhaltung der Natur zu tun und es selbst nicht machen.
Er verwies auf die Wichtigkeit der Erhaltung der hiesigen Laubwälder. Die Rotbuche, wie hier im Possenwald, gibt es insgesamt nur in Europa. Er wies auf ein Dilemma hin, dass bei intensiver Waldnutzung die Rotbuchen nicht mehr alt werden können, weil sie bei der Holznutzung zu früh geschlagen werden müssen, weil sich das Kernholz durch Farbpigmente später zum Beispiel (trotz sonst gleicher Eigenschaften) nicht mehr für die Möbelindustrie verwerten lässt und rund 50 Prozent an Wert verliert.
Erst in Altbeständen mit viel Totholz bildet sich erst die richtige Artenvielfalt in der Tierwelt heraus, so Weiger. Wir verbieten nicht das Betreten der Wälder, sondern wir stellen nur die Holznutzung ein. Das geht aber nur mit Wäldern, die in öffentlicher Hand sind.
Und so ein Urwald in der Hainleite sei ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal und könnte touristisch genutzt werden. Menschen müssen wieder die wirkliche Natur kennenlernen.
Manuel Schweiger von der zoologischen Gesellschaft führte aus, es gibt immer mehr Wunsch der Bürger nach mehr Wildnis. Eine Bürgerin in der Diskussion: Ich will Wald sehen und keinen Garten mit Bäumen.
Es es dann noch ein Wald für Bürger? Seiner Meinung nach Ja. Er verwies zum Beispiel darauf, dass die Ukraine trotz massiver Probleme jetzt 26 große Nationalparks ausgewiesen hat, um die Urwälder zu erhalten.
Aus der Bürgerinitiative Pro Kyffhäuserwald hatte sich jetzt auch die Bürgerinitiative gebildet, die sich auch um den Schutz des Possenwaldes kümmert, so Dirk Trute in seinen Ausführungen. Sondershausen kann stolz auf seine grüne Stadt sein, so Trute.
Der Umgang mit dem Kyffhäuserwald war der Ausgangspunkt. Es gab im Possenwald große Probleme durch den Thüringenforst, weil teils wichtige zu schützende Bärlauchbestände und Bestände anderer Arten regelrecht bei der Holzernte zerstört wurden und belegte es mit Bilder. Deshalb sammelte man 2015 über 1.800 Unterschriften damit der Possenwald aus der Waldnutzung genommen wird.
Er verwies auf die Möglichkeit einen Waldpfad einzurichten, der die großen Schutgebiete im Vessetal, im Unstrut-Hainich-Kreis und dem Possen verbindet.
Der Possen ist ein Besuchermagnet und das Naherholungsgebiet mit angrenzendem Urwald soll von dort aus erwandert werden. Ein begehbarer und erlebbarer Urwald soll entstehen, so Trute.
Trute machte aber auch klar, die Schaffung dieses Urwaldes ist eine politische Aufgabe. Er verwis darauf, dass die Bürgerinitiative viel Unterstützung von den Verantwortlichen, so von den Landtagsmitgliedern Babett Pfferlein, Dr. Iris Martin-Gehl (Die Linke), Landrätin Hochwind und Bürgermeister Joachim Kreyer, sowie Matthias Deichstetter vom Tourismusverband erhielt.
Nach dem Ende der Grußworte und Vorträge ging es in die Diskussion. Darüber wird kn in einem gesonderten Bericht informieren, es würde den rahmen des Berichts sprengen.
Denn in der Diskussion kam der Vorwurf zum Beispiel die mögliche Vernichtung von Arbeitsplätzen wegen weniger Holzverarbeitung usw.
Darüber und die Antworten dazu folgen in Teil drei des Berichts.

























