Fr, 07:00 Uhr
07.10.2016
Lichtblick
Nobelpreise – noble Preise
In dieser Woche werden wieder die nach Alfred Nobel benannten Preise in den bekannten Kategorien verliehenen. Neben einem üppigen Preisgeld, das oft geteilt werden muss ohne kleinlich zu werden, ist die eigentliche Würdigung die öffentliche Anerkennung von Geleistetem...
Die wenigsten wissen zwar etwas mit Maschinen auf Nanoebene, Drehimpuls-Änderungen von Spins (Teilchen) oder Abbau- und Recyclingprozessen in menschlichen Zellen in ihrem Alltag anzufangen, dennoch sind die gewonnen Erkenntnisse oft bahnbrechend und revolutionieren unsere Wissenschaft und manchmal sogar unseren Alltag. Zumeist unbemerkt und ohne Bezug zur Verleihung dieses noblen Preises. Der aber ist wie ein Ritterschlag in der Wissenschaft, wer ihn erhielt hat es geschafft.
Das höchste Ansehen im Alltag genießt der Friedensnobelpreis, dessen Träger heute bekannt gegeben wird und Alfred Nobel am wichtigsten war, weil er mit der Erfindung des Dynamits so reich wurde und zugleich so viel Unglück in die Welt brachte. Für uns sind diese Nobelpreise eher etwas, das wir staunend zur Kenntnis nehmen und der Preisverleihung womöglich in den Nachrichten zusehen.
Aber es gibt aber andere noble Preise, die ebenso funktionieren wie der Nobelpreis. Zum Beispiel die Kyffhäuser-Ehrenamtspreise und all die Ehrenamtspreis in anderen Landkreisen für Menschen, die in ihrer Freizeit anderen Menschen beistehen. Da setzen sich Menschen stunden- und tagelang an Betten sterbender Menschen. Da sind Frauen und Männer bereit, sich Woche für Woche in Vereinen für die Förderung von Kindern und Jugendlichen zu beschäftigen, weil sie sonst auf der Straße vor Langeweile Dummheiten anstellten.
Da bringt einer zig Kindern und Jugendlichen bei, Instrumente zu spielen oder begeistert sie für die Feuerwehr. Da engagieren sich Menschen für andere, damit sie sich besser zurecht finden im Leben.
In meinen Augen hat auch unser Land einen solch noblen Preis verdient, denn im letzten Jahr wurde herausragendes geschafft. 890.000 Menschen mussten erfasst, versorgt und untergebracht werden. Da ging einiges schief, da passierten Fehler, die zum Teil zurecht kritisiert wurden, für die die Kritiker aber zumeist auch keine bessere, menschlichere Lösung anbieten konnten. Viele Länder wären ohnehin nicht in der Lage gewesen, diese Masse von Menschen aufzufangen.
Natürlich gibt es Länder, die mehr Menschen aufnahmen, zumindest im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Der Libanon beispielsweise nahm 1.2 Millionen Flüchtlinge auf, bei knapp 4,5 Millionen Einwohnern (Zahl der Weltbank von 2013). Das ist knapp ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Gemessen an unserer Einwohnerzahl müssten wir 27,3 Millionen Menschen aufnehmen, um ebenso belastet zu werden. Eine unvorstellbare Zahl, die aber verdeutlicht, dass wir gar nicht so gebeutelt sind, wie wir immer glauben, überfremdet schon gar nicht. Wir jammern da auf ganz schön hohem Niveau.
Wenn wir uns vor Augen hielten, was da geleistet wird, wie wenig wirklich Schlimmes passierte, im Vergleich zu der Aufgabe, der kann nicht umhin, das Geleistete positiv zu sehen. Bei jedem Oktoberfest in München, bei den meisten Fußballspielen zwischen Erfurt und Jena, Magdeburg und Halle oder Dresden und Chemnitz passiert mehr Gewalt, als von denen ausgeht, die hier Zuflucht bei uns suchen.
Dennoch, es bleibt eine Herkulesaufgabe, die nicht durch Sprüche allein geschafft werden kann, es braucht genau das, wofür wir Deutschen berühmt sind: anpacken, Problem analysieren, Lösung suchen und Aufgabe bewältigen.
Niemand sagt, dass das leicht wäre, keiner, dass sich das von selbst machte. Aber wir wachsen mit unseren Aufgaben, wenn wir uns ihnen stellen und nicht mit den Händen in den Taschen nur nörgeln, was alles nicht geht. Unsere Nachkriegsgeneration hat es vorgemacht und ein lebens- und liebenswertes Land aus dem Schutt aufgebaut. Da werden wir doch auch diese Aufgabe schaffen, oder? Das wäre ein Lichtblick für Deutschland und erntete den nobelsten Preis, die weltweite Anerkennung unserer Herzlich- und Barmherzigkeit.
Ein gesegnetes Wochenende,
Ihr Superintendent Kristóf Bálint
Hierzu sind keine Kommentare möglich
Autor: redDie wenigsten wissen zwar etwas mit Maschinen auf Nanoebene, Drehimpuls-Änderungen von Spins (Teilchen) oder Abbau- und Recyclingprozessen in menschlichen Zellen in ihrem Alltag anzufangen, dennoch sind die gewonnen Erkenntnisse oft bahnbrechend und revolutionieren unsere Wissenschaft und manchmal sogar unseren Alltag. Zumeist unbemerkt und ohne Bezug zur Verleihung dieses noblen Preises. Der aber ist wie ein Ritterschlag in der Wissenschaft, wer ihn erhielt hat es geschafft.
Das höchste Ansehen im Alltag genießt der Friedensnobelpreis, dessen Träger heute bekannt gegeben wird und Alfred Nobel am wichtigsten war, weil er mit der Erfindung des Dynamits so reich wurde und zugleich so viel Unglück in die Welt brachte. Für uns sind diese Nobelpreise eher etwas, das wir staunend zur Kenntnis nehmen und der Preisverleihung womöglich in den Nachrichten zusehen.
Aber es gibt aber andere noble Preise, die ebenso funktionieren wie der Nobelpreis. Zum Beispiel die Kyffhäuser-Ehrenamtspreise und all die Ehrenamtspreis in anderen Landkreisen für Menschen, die in ihrer Freizeit anderen Menschen beistehen. Da setzen sich Menschen stunden- und tagelang an Betten sterbender Menschen. Da sind Frauen und Männer bereit, sich Woche für Woche in Vereinen für die Förderung von Kindern und Jugendlichen zu beschäftigen, weil sie sonst auf der Straße vor Langeweile Dummheiten anstellten.
Da bringt einer zig Kindern und Jugendlichen bei, Instrumente zu spielen oder begeistert sie für die Feuerwehr. Da engagieren sich Menschen für andere, damit sie sich besser zurecht finden im Leben.
In meinen Augen hat auch unser Land einen solch noblen Preis verdient, denn im letzten Jahr wurde herausragendes geschafft. 890.000 Menschen mussten erfasst, versorgt und untergebracht werden. Da ging einiges schief, da passierten Fehler, die zum Teil zurecht kritisiert wurden, für die die Kritiker aber zumeist auch keine bessere, menschlichere Lösung anbieten konnten. Viele Länder wären ohnehin nicht in der Lage gewesen, diese Masse von Menschen aufzufangen.
Natürlich gibt es Länder, die mehr Menschen aufnahmen, zumindest im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Der Libanon beispielsweise nahm 1.2 Millionen Flüchtlinge auf, bei knapp 4,5 Millionen Einwohnern (Zahl der Weltbank von 2013). Das ist knapp ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Gemessen an unserer Einwohnerzahl müssten wir 27,3 Millionen Menschen aufnehmen, um ebenso belastet zu werden. Eine unvorstellbare Zahl, die aber verdeutlicht, dass wir gar nicht so gebeutelt sind, wie wir immer glauben, überfremdet schon gar nicht. Wir jammern da auf ganz schön hohem Niveau.
Wenn wir uns vor Augen hielten, was da geleistet wird, wie wenig wirklich Schlimmes passierte, im Vergleich zu der Aufgabe, der kann nicht umhin, das Geleistete positiv zu sehen. Bei jedem Oktoberfest in München, bei den meisten Fußballspielen zwischen Erfurt und Jena, Magdeburg und Halle oder Dresden und Chemnitz passiert mehr Gewalt, als von denen ausgeht, die hier Zuflucht bei uns suchen.
Dennoch, es bleibt eine Herkulesaufgabe, die nicht durch Sprüche allein geschafft werden kann, es braucht genau das, wofür wir Deutschen berühmt sind: anpacken, Problem analysieren, Lösung suchen und Aufgabe bewältigen.
Niemand sagt, dass das leicht wäre, keiner, dass sich das von selbst machte. Aber wir wachsen mit unseren Aufgaben, wenn wir uns ihnen stellen und nicht mit den Händen in den Taschen nur nörgeln, was alles nicht geht. Unsere Nachkriegsgeneration hat es vorgemacht und ein lebens- und liebenswertes Land aus dem Schutt aufgebaut. Da werden wir doch auch diese Aufgabe schaffen, oder? Das wäre ein Lichtblick für Deutschland und erntete den nobelsten Preis, die weltweite Anerkennung unserer Herzlich- und Barmherzigkeit.
Ein gesegnetes Wochenende,
Ihr Superintendent Kristóf Bálint
Hierzu sind keine Kommentare möglich