Mo, 12:18 Uhr
24.10.2016
Betrachtet: HILLARY CLINTON ODER DONALD TRUMP?
Eine Wahl zwischen Gut und Böse?
In wenigen Wochen wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Hillary Clinton oder Donald Trump. Auf allen Fernseh-Kanälen, in den Medien und im Rundfunk wird der Mann als unberechenbarer Charakter hingestellt, von dem die Welt nichts Gutes zu erwarten habe. Auch Deutschland nicht. Außenminister Steinmeier nennt ihn einen Hetzer. Zweifel sind berechtigt: Eskapaden, Entgleisungen, Affront, Skandale, die der Milliardär selbst befeuert...
Ein Glück, dass es da eine Hillary Clinton gibt. Eine Hoffnungsträgerin. Haben die Amerikaner wirklich die Wahl zwischen einer Heilsbringerin und einem Fürst der Finsternis, zwischen Gut und Böse? Spätestens seit der Fernsehsendung Monitor kommen Zweifel. Ist diese Frau die Lichtgestalt, die der Welt den Frieden näher bringt?
Wir erinnern uns: Es war Hillary Clinton, die den Krieg gegen den Irak befürwortete. Er brachte nur Chaos. Er ermöglichte als Ergebnis erst die Geburt des Islamischen Staates. Mit Mord und Terror gegen Männer, Frauen und Kinder. Im Gefolge Flüchtlingsströme. Mit Bildern, die Mitleid erwecken. Immer wieder.
Zwar bezeichnete Clinton später ihre Zustimmung als Fehler, doch 2011 schien er vergessen. Die Frau forderte eine militärische Intervention gegen Gaddafi, was Obama ablehnte. Doch sie konnte ihn umdrehen. Als die blutige Leiche des Diktators um die Welt ging, lächelte die Lady in eine Kamera und meinte in Anspielung auf Julius Cäsars berühmtem Zitat. Ich kam, ich sah, ich siegte - Wir kamen, wir sahen, er starb.
Im Gegensatz zu Hillary Clinton bezeichnete Präsident Barack Obama später die Libyen-Intervention als seinen größten Fehler. Obama setzte auf Annäherung statt Aggression. So mit dem Iran und Kuba. Er wollte den vollständigen Abzug aller Truppen aus Afghanistan. Seine Außenministerin dagegen noch mehr US-Soldaten. Eine Annäherung mit dem Iran hätte es unter ihrer Präsidentschaft wohl nicht gegeben.
Prof. Günter Meyer, Nahost-Experte von der Uni Mainz, gegenüber Monitor: Hillary Clinton liebe militärische Muskelspiele. Regime zu stürzen oder auszuwechseln, die nicht im Interesse der USA agieren. Andererseits Regime zu stabilisieren, von denen nicht wenige Experten behaupten, sie seien nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Ein solches sei Saudi-Arabien. Dieses stockreaktionäre System führt gegenwärtig im Jemen Krieg. Mit amerikanischen Waffen.
Das Strategiepapier Ausweitung des amerikanischen Machtbereiches sei ganz im Sinne der Präsidentschaftskandidatin, meint der Politik-Experte Prof. Jeffry D. Sachs. Der militärisch-industrielle Komplex der USA wünsche sich diese Frau als Präsidentin. Für Syrien sieht die 68-Jährige keine politische Lösung, aber in einer notwendigen militärischen Gewalt.
Sie befürwortet eine Flugverbotszone. Das setze, wie Kenner der Szene meinen, eine Stationierung amerikanischer Soldaten voraus. Man stelle sich vor, es werde ein russisches Flugzeug abgeschossen. Oder eine amerikanische Maschine vom Himmel geholt. Ein Wutschrei wäre in diesem Fall die Folge. Womöglich eine militärische Konfrontation mit unabsehbaren Folgen.
Es seien die bösen Russen, die in Syrien Krieg und Verderben bringen, ist auch Clinton der Ansicht. Putin müsse Einhalt geboten werden, Amerika Stärke zeigen, betonte Hillary schon als Außenministerin. Als mögliche künftige Präsidentin werde sie das auch tun. Sie plädiert für noch härtere Sanktionen gegen Russland.
Nur wenige Journalisten wagen sich aus der Deckung und beleuchten beide Seiten des Syrien-Krieges, bemühen sich um Zusammenhänge, Objektivität und Wahrheiten. So die neue WDR-Chefredakteurin Marion von Haaren. Syriens Diktator sei ohne Zweifel skrupellos. Ein Verbrechen, wenn er Bomben auf Zivilisten abwerfen lasse. Die Waffen der Gegenseite, die als Aufständische bzw. Rebellen bezeichnet würden, seien jedoch nicht minder schrecklich. Auch sie brächten Tod und Vernichtung. Verbrechen auf beiden Seiten. Das werde verschwiegen. Viele in den Reihen der Rebellen stünden zudem dem IS nahe. Das werde zumeist ausgeblendet.
Werfen amerikanische Flugzeuge Bomben auf ein Krankenhaus oder eine Hochzeitsgesellschaft, so ist das, auch im Sprachgebrauch der Hillary Clinton, ein bedauerliches Versehen. Einmal darüber berichtet gerät es schnell wieder in Vergessenheit. Fallen russische Bomben, die auch unschuldige Menschen nicht verschonen, ist es ein Verbrechen. Tagelang füllt es Bildschirme und Zeitungsseiten.
Den Rebellen in Syrien wurde angeboten, Aleppo über einen Korridor während des Waffenstillstands zu verlassen. Die Aufständischen lehnten ab. Frau Clinton scheint das gewogen zu sein. Der Krieg geht weiter. Tod und Verderben bringend. Schrecklich.
Amerika sei ein Hort der Freiheit und Demokratie – dafür stehe sie. Uneingeschränkt. Sagt die Demokratin Hillary Clinton. Amerika steht vor einer Wahl. Ein Wahlkampf, wie er nicht schmutziger geführt werden könnte. Macht er nicht ein abscheuliches Schauspiel um Einfluss und um persönliche Macht deutlich?
Donald Trump? Ein diplomatischer Tölpel, der sich die Eier selbst ins Nest legt. Ein Gernegroß. Dennoch sagte er etwas Gutes: Im Falle seiner Wahl werde er amerikanische Soldaten aus Krisenregionen fernhalten. Mit Putin suche er Einvernehmen.
Hillary Clinton? Die E-Mail-Affäre scheint vergessen. Eine clevere, kühl berechnende, diplomatisch gewitzte, machtbewusste und intelligente Frau. Mit dem Lächeln eines Engels.
Eine Wahl zwischen Gut und Böse? Wird sie das wirklich?
Kurt Frank
Autor: redEin Glück, dass es da eine Hillary Clinton gibt. Eine Hoffnungsträgerin. Haben die Amerikaner wirklich die Wahl zwischen einer Heilsbringerin und einem Fürst der Finsternis, zwischen Gut und Böse? Spätestens seit der Fernsehsendung Monitor kommen Zweifel. Ist diese Frau die Lichtgestalt, die der Welt den Frieden näher bringt?
Wir erinnern uns: Es war Hillary Clinton, die den Krieg gegen den Irak befürwortete. Er brachte nur Chaos. Er ermöglichte als Ergebnis erst die Geburt des Islamischen Staates. Mit Mord und Terror gegen Männer, Frauen und Kinder. Im Gefolge Flüchtlingsströme. Mit Bildern, die Mitleid erwecken. Immer wieder.
Zwar bezeichnete Clinton später ihre Zustimmung als Fehler, doch 2011 schien er vergessen. Die Frau forderte eine militärische Intervention gegen Gaddafi, was Obama ablehnte. Doch sie konnte ihn umdrehen. Als die blutige Leiche des Diktators um die Welt ging, lächelte die Lady in eine Kamera und meinte in Anspielung auf Julius Cäsars berühmtem Zitat. Ich kam, ich sah, ich siegte - Wir kamen, wir sahen, er starb.
Im Gegensatz zu Hillary Clinton bezeichnete Präsident Barack Obama später die Libyen-Intervention als seinen größten Fehler. Obama setzte auf Annäherung statt Aggression. So mit dem Iran und Kuba. Er wollte den vollständigen Abzug aller Truppen aus Afghanistan. Seine Außenministerin dagegen noch mehr US-Soldaten. Eine Annäherung mit dem Iran hätte es unter ihrer Präsidentschaft wohl nicht gegeben.
Prof. Günter Meyer, Nahost-Experte von der Uni Mainz, gegenüber Monitor: Hillary Clinton liebe militärische Muskelspiele. Regime zu stürzen oder auszuwechseln, die nicht im Interesse der USA agieren. Andererseits Regime zu stabilisieren, von denen nicht wenige Experten behaupten, sie seien nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Ein solches sei Saudi-Arabien. Dieses stockreaktionäre System führt gegenwärtig im Jemen Krieg. Mit amerikanischen Waffen.
Das Strategiepapier Ausweitung des amerikanischen Machtbereiches sei ganz im Sinne der Präsidentschaftskandidatin, meint der Politik-Experte Prof. Jeffry D. Sachs. Der militärisch-industrielle Komplex der USA wünsche sich diese Frau als Präsidentin. Für Syrien sieht die 68-Jährige keine politische Lösung, aber in einer notwendigen militärischen Gewalt.
Sie befürwortet eine Flugverbotszone. Das setze, wie Kenner der Szene meinen, eine Stationierung amerikanischer Soldaten voraus. Man stelle sich vor, es werde ein russisches Flugzeug abgeschossen. Oder eine amerikanische Maschine vom Himmel geholt. Ein Wutschrei wäre in diesem Fall die Folge. Womöglich eine militärische Konfrontation mit unabsehbaren Folgen.
Es seien die bösen Russen, die in Syrien Krieg und Verderben bringen, ist auch Clinton der Ansicht. Putin müsse Einhalt geboten werden, Amerika Stärke zeigen, betonte Hillary schon als Außenministerin. Als mögliche künftige Präsidentin werde sie das auch tun. Sie plädiert für noch härtere Sanktionen gegen Russland.
Nur wenige Journalisten wagen sich aus der Deckung und beleuchten beide Seiten des Syrien-Krieges, bemühen sich um Zusammenhänge, Objektivität und Wahrheiten. So die neue WDR-Chefredakteurin Marion von Haaren. Syriens Diktator sei ohne Zweifel skrupellos. Ein Verbrechen, wenn er Bomben auf Zivilisten abwerfen lasse. Die Waffen der Gegenseite, die als Aufständische bzw. Rebellen bezeichnet würden, seien jedoch nicht minder schrecklich. Auch sie brächten Tod und Vernichtung. Verbrechen auf beiden Seiten. Das werde verschwiegen. Viele in den Reihen der Rebellen stünden zudem dem IS nahe. Das werde zumeist ausgeblendet.
Werfen amerikanische Flugzeuge Bomben auf ein Krankenhaus oder eine Hochzeitsgesellschaft, so ist das, auch im Sprachgebrauch der Hillary Clinton, ein bedauerliches Versehen. Einmal darüber berichtet gerät es schnell wieder in Vergessenheit. Fallen russische Bomben, die auch unschuldige Menschen nicht verschonen, ist es ein Verbrechen. Tagelang füllt es Bildschirme und Zeitungsseiten.
Den Rebellen in Syrien wurde angeboten, Aleppo über einen Korridor während des Waffenstillstands zu verlassen. Die Aufständischen lehnten ab. Frau Clinton scheint das gewogen zu sein. Der Krieg geht weiter. Tod und Verderben bringend. Schrecklich.
Amerika sei ein Hort der Freiheit und Demokratie – dafür stehe sie. Uneingeschränkt. Sagt die Demokratin Hillary Clinton. Amerika steht vor einer Wahl. Ein Wahlkampf, wie er nicht schmutziger geführt werden könnte. Macht er nicht ein abscheuliches Schauspiel um Einfluss und um persönliche Macht deutlich?
Donald Trump? Ein diplomatischer Tölpel, der sich die Eier selbst ins Nest legt. Ein Gernegroß. Dennoch sagte er etwas Gutes: Im Falle seiner Wahl werde er amerikanische Soldaten aus Krisenregionen fernhalten. Mit Putin suche er Einvernehmen.
Hillary Clinton? Die E-Mail-Affäre scheint vergessen. Eine clevere, kühl berechnende, diplomatisch gewitzte, machtbewusste und intelligente Frau. Mit dem Lächeln eines Engels.
Eine Wahl zwischen Gut und Böse? Wird sie das wirklich?
Kurt Frank