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So, 09:00 Uhr
06.11.2016
Rettungsnetz Wildkatze

Wildkatzen auf Wanderschaft

Junge Europäische Wildkatzen begeben sich in diesen Wochen auf die Suche nach neuen Revieren. Deshalb ruft der BUND Thüringen jetzt besonders zu Achtsamkeit im Straßenverkehr auf, insbesondere in waldreichen Gegenden wie dem Eichsfeld, der Hainich-Region oder dem Thüringer Wald...

„Der Tod an der Straße ist wahrscheinlich die häufigste menscheninduzierte Todesursache bei der seltenen Wildkatze“, so Thomas Mölich, Wildkatzenexperte des BUND. „Für den Erhalt der Tiere in Deutschland ist das eine ernste Gefahr.“

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Wildkatzen sind vor allem nachtaktive Tiere, die häufig in der Dämmerung und Dunkelheit jagen und wandern. „Durch ihre großen und sehr lichtempfindlichen Augen benötigen sie nur 1/6 der Lichtmenge, die ein menschliches Auge benötigen würde. Umso größer ist die Gefahr, durch Scheinwerfer, zumal bei Fernlicht, geblendet zu werden“, erläutert Thomas Mölich. „Mit der Zeitumstellung ist außerdem nun noch mehr Verkehr in den dunklen Tagesstunden auf den Straßen. Damit erhöht sich das Risiko für die seltenen Tiere nochmals.“

Die Wildkatze hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland weiter ausgebreitet. Sie ist mittlerweile in weiten Teilen Mittel- und Süddeutschlands heimisch. In Thüringen kommen Wildkatzen vor allem südlich des Harzes in den Wäldern des Ohmgebirges, des Kyffhäusers, der Hohen Schrecke, im Dünwald und im Eichsfeld vor. Ein Verbreitungsschwerpunkt liegt im Naturpark „Eichsfeld-Hainich–Werratal inklusive dem Nationalpark Hainich. In den letzten 2 Jahrzehnten hat die Wildkatze auch den nordwestlichen Thüringer Wald und die Rhön zurückerobert.

Junge Wildkatzen auf Wanderung (Foto: Thomas Stephan BUND) Junge Wildkatzen auf Wanderung (Foto: Thomas Stephan BUND)

Der BUND setzt sich für den Schutz der seltenen Art ein, indem er die Lebensräume wieder miteinander vernetzt. Es werden Verbindungen aus Bäumen und Büschen, sogenannte „grüne Korridore“, zwischen Wildkatzenwälder gepflanzt, die ihr Schutz und Deckung bei der Eroberung neuer Lebensräume bieten. „Nur bei einer gut vernetzten Landschaft haben seltene Arten wie die Wildkatze eine langfristige Überlebenschance. Die Gefahren durch genetische Verarmung und die Anfälligkeit für Krankheiten oder harte Winter werden durch diesen Lebensraumverbund wesentlich gemindert“, so der Wildkatzenexperte des BUND weiter.

Das Generationenprojekt „Rettungsnetz Wildkatze“ des BUND zielt deshalb auf einen bundesweiten Verbund an Wäldern von insgesamt 20.000 Kilometern Länge ab. Nicht immer ist es möglich, die Waldverbindungen fernab von Straßen zu entwickeln. Umso wichtiger ist ein achtsames Verhalten der Autofahrer.
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
06.11.2016, 20:44 Uhr
BUND lenkt mit Wildkatzenhype ab
Der BUND sollte sich deutlich gefährdetere Arten, als die Wildkatze heraussuchen, wenn er Werbung in eigener Sache machen will. Natürlich: Mit Katzen kann man Menschen gewinnen. Die Waldfläche und damit der potenzielle Lebensraum der Art, nimmt in Deutschland aber laufend zu, während die Offenlandarten, und zwar Tier- und Pflanzenarten besonders stark gefährdet sind. Die Wildkatze spiegelt nur begrenzt die heutige, komplexe Umweltproblematik wider. Geeignetere Arten wären z.B. der Feld-Hamster und die Orchidee Kleines Knabenkraut. Beide Arten sind unter der Intensiv-Landwirtschaft fast verschwunden. Mit ihnen lassen sich sämtliche Probleme der Intensiv-Landwirtschaft und obendrein Probleme erklären, die mit der Emission von Schadstoffen zusammenhängen. Zudem vollziehen sich im Offenland die meisten Aktivitäten von ehrenamtlichen Naturschutzgruppen. Leider (oder nicht leider?) scheint es mir, als seien die Beziehungen zwischen BUND-Spitze und Umweltministerium sehr eng. Somit könnte die Vermutung naheliegen, dass das mit einer Umorientierung zwangsläufig verbundene höhere Konfliktpotenzial vermieden werden soll. Der BUND äußert sich in Thüringen gegenüber der Politik meiner Meinung nach zu wenig zu wirklich vordringlichen Dingen. An anderer Stelle könnte ein enger Kontakt natürlich positiv sein. Ich persönlich bin aber eher jeglicher Kungelei und Netzwerkwirtschaft abgeneigt.
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