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Do, 21:49 Uhr
10.11.2016
Radsportlegende in Ebeleben

„Täve“ war und ist noch ein Zuschauermagnet!

Ebelebens Bürgermeister Uwe Voigt hatte für die 18. Lesung in der etwas vom Stadtzentrum abgelegenen modern gestalteten Anlage der Mühlhäuser Werkstätten mit der Einladung unseres populärsten Sportlers der Vergangenheit, „Täve“ Schur, am national- sowie international geschichtsträchtigen Datum einen richtigen Volltreffer gelandet...

"Täve" in Ebeleben (Foto: H. U. Klemm) "Täve" in Ebeleben (Foto: H. U. Klemm)
Zur bestens organisierten Veranstaltung strömten die erwartungsvollen Zuschauer aus Nah und Fern in den überfüllten Versammlungssaal, um den Worten des scheinbar einfach nicht älter werdenden 85 -jährigen (!) „Helden der Vergangenheit“ zu lauschen, der neben dem Vortragen einiger Passagen aus seinem Buch natürlich mit vielen gewitzten Episoden aus seinen zahlreichen Erinnerungen seines überaus erfolgreichen Rennfahrerlebens, das bereits schon einige Jahre zurückliegt, glänzte!

Der Vater von vier Kindern entpuppte sich, nur von einer kurzen „Verzehrpause“ unterbrochen, durchweg am Rednerpult stehend, wie nicht anders zu erwarten, als ein bestens gelaunter Redner! In der über zwei Stunden andauernden Frage/Antwort-Runde mit eingestreuten Erlebnissen aus seiner nicht ganz einfacher Kinder- und Jugendzeit sowie seinem Buch, sparte der fitnesserfahrene Rentner nicht mit Hinweisen an die staunende Zuhörerschaft, wie man richtigerweise unseren Körper bewegen sollte, damit möglichst die bekannten zu erwartenden Wehwehchen noch etwas hinausgeschoben werden können......

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Die politisch geprägte Person, die ihn unter anderem auch zur Mitgliedsschaft in den jeweils beiden höchsten staatlichen Gremien vor und nach dem Wendepunkt werden ließ, hat natürlich in seinen Ausführungen indirekt darauf hingewiesen, dass, ohne genauer darauf einzugehen, seine Nichtaufnahme in die „Hall of Fame“ und die damit schon leicht spürbare Verbitterung für ihn insgeheim schon eine schmerzliche Niederlage gewesen sei, die er aber allein in seinem Herzen austrägt und dafür nicht bedauert werden möchte, da ein Umbiegen seiner vom Elternhaus geprägten Auffassung, die bereits als Kind in den letzten Kriegsjahren bei ihm entstand, nie infrage kam.

Umso mehr strahlten seine Augen, wenn er von den einzelnen Mannschaftserfolgen sprach und wie diese entstanden sind. Wie nicht kaum anders zu erwarten, wollten die Leute natürlich aus seinem Mund nochmals die Schilderungen zum als Kabinettstück bezeichneten gelungenen WM- Einlauf 1960 auf dem Sachsenring hören, als er mit seinem sein Mannschaftskamerad und „Helfer“ Bernhard Eckstein vor ca. 150 000 aus dem Häuschen befindlichen Zuschauern an der Strecke auf der letzten Metern dieses regnerischen Rennens der führenden Dreiergruppe flüchtete, weil der bärenstarke Belgier, Willy Vandenberghen, der bei der letzten Durchfahrt zur Schlussrunde, die fast 9 km lang war, noch 30 Sekunden (!) Vorsprung hatte, nur auf (den körperlich fix und fertigen) „Täve“ achtete, um dessen dritten WM-Sieg in Reihenfolge verhindern zu wollen! Diese zweite Platz hinter „Ecke“ war für unseren Kapitän eigentlich der größte Sieg seiner ruhmreichen Laufbahn!

Viele Zuhörer (Foto: H. U. Klemm) Viele Zuhörer (Foto: H. U. Klemm)
Als eines seiner wichtigsten Rennen bezeichnete aber der eifrige Redner überraschenderweise die nur knapp zwei Wochen danach stattfindende Olympiaentscheidung von Rom 1960 in der Mannschaft! In der Hitzeschlacht von teilweisen 40 Grad Celsius musste Mannschaftskamerad Lörke 30 km vor dem Ziel passen, und der ebenfalls schwächelnde Adler konnte nur mit Zwicken in den Hintern und anderen nicht genannten Tricks praktisch in das Ziel „geschoben“ werden.

Diese errungene Silbermedaille noch vor den damals favorisierten „Sowjets“ ist dem Kapitän bis heute so wichtig gewesen, dass er diese Erinnerungsnadel an diesen qualvollen Wettkampf fast ständig an seinem Jackett, wie gestern auch, mit großem Stolz trägt.....

Viele weitere geschilderte Erlebnisse aus dem Radsportleben, das „Täve“ durch einige Trainingsfahrten an den Wochenenden mit seinem Freund, den 15 Jahre jüngeren Wolfgang Lichtenberg, noch nicht abgeschlossen sind, folgten, nachdem die begeisterten Zuhörer immer wieder neue Fragen stellten. So waren auch lustige Dinge von ihm noch erfahren, wie zum Beispiel das nach den beiden Großereignissen folgenden ganz normalen Rundstreckenrennen im vom Sachsenring nur ein paar km entfernten Ort Lichtenstein, wo zufälligerweise auch der Autor dieser Zeilen als „Zaungast“ dabei war: Wie bei den Friedensfahrten und anderen größeren Rennen, gab es bekanntlich, anstelle von Geldprämien, lediglich mehr oder weniger wertvolle Sachpreise! Der Sieger erhielt nach dem Zieleinlauf an der dortigen Feuerwache eine Waschmaschine aus dem sächsischen Schwarzenberg, das wusste jeder bereits vor dem Start. Diese wollte sich deshalb der mittlerweile zum Radsportidol aufgestiegene „Täve“ natürlich nicht entgehen lassen und holte sie ein paar Tage später zur Freude seiner Frau Renate mit seinem „Trabbi“ persönlich ab......

Viel zu schnell gingen diese bewegten und für alle Beteiligten interessanten Stunden vorüber, ehe der agile Hauptredner mit seiner getönten Brille, von seinem Freund begleitet, noch danach in das entfernte Heyrothsberge wieder, diesmal mit dem Auto, davonbrauste......
Hans-Ullrich Klemm
Autor: red

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