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Fr, 10:31 Uhr
16.12.2016
Greenpeace-Aktivisten vor VW-Stammwerk:

„Ruhe in Frieden - Diesel“

Mit einem zehn Meter hohen Kreuz fordern Greenpeace-Aktivisten heute vor dem VW-Stammwerk in Wolfsburg den raschen Ausstieg aus jener Technik, die Deutschland in seinen größten Industrieskandal gestürzt hat. „Ruhe in Frieden - Diesel“, steht in großen Lettern unter dem Kreuz, das auf einer Ansammlung ausrangierter Dieselautos verschiedener Hersteller steht...

Greenpeace-Aktion vor VW Werk (Foto: Greenpeace) Greenpeace-Aktion vor VW Werk (Foto: Greenpeace)
In der Folge des VW-Abgasskandals über manipulierte Dieselmotoren zeigte sich, dass nahezu alle Hersteller Diesel verkaufen, die auf der Straße deutlich mehr giftiges Stickoxid ausstoßen als erlaubt. Der Luftschadstoff führt alleine in Deutschland zu mehr als 10.000 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr, so die Europäische Umweltagentur.

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„2016 wird als das Jahr erinnert werden, in dem das rasche Ende des Diesel seinen Anfang nahm“, so Daniel Moser, Greenpeace-Verkehrsexperte. „Auch mit Tricks und Betrügereien kann die deutsche Autoindustrie keinen Motor retten, der die Gesundheit der Menschen aufs Spiel setzt. Die Hersteller müssen jetzt saubere Formen der Mobilität entwickeln, sonst haben sie keine Zukunft.“

Die Schweizer UBS Bank geht in einem aktuellen Report davon aus, dass Dieselautos innerhalb der kommenden zehn Jahre „nahezu vollständig“ vom Markt verschwinden werden. Im vergangenen Jahr ist der Diesel immer stärker unter Druck geraten. Erstmals seit Jahren ging der Anteil neu zugelassener Dieselautos in den ersten neun Monaten in Deutschland zurück. Im November beschleunigte sich der Rückgang auf ein Minus von gut acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die anhaltend schlechte Luft in vielen Städten hat Deutschland ein EU-Verfahren eingebrockt. Fahrverbote für Dieselautos, die Hauptursache der hohen Werte, werden immer wahrscheinlicher. Städte wie Paris, Madrid und Athen kündigen bereits an, Diesel ab 2025 die Zufahrt zu verbieten. „Wer jetzt noch in die Weiterentwicklung von Dieselmotoren investiert, verbrennt Geld und gefährdet Arbeitsplätze“, so Moser.

Die Autobranche steckt in einem grundlegenden Umbruch. Der Einzug der E-Mobilität macht technisch anspruchsvolle Teile des Verbrennungsmotors überflüssig. Junge, finanzstarke Akteure wie Tesla und Google drängen mit Macht auf diesen Markt. Gleichzeitig bauen moderne Städte wie Kopenhagen, Amsterdam und inzwischen auch Berlin konsequent den Radverkehr aus, stärken den ÖPNV und wenden sich ab von der Idee des privaten Autos. „Die Branche ändert sich rasant, aber die deutschen Hersteller reagieren viel zu langsam“, sagt Moser.

Auch beim Klimaschutz stehen die deutschen Autobauer unter Druck. Nachdem der Kohledioxid-Ausstoß im Verkehr seit 25 Jahren stagniert, muss die Branche nun bis zum Jahr 2030 gut 40 Prozent CO2 einsparen. Dies hat die Bundesregierung mit dem im November beschlossenen Klimaschutzplan 2050 festgelegt. Weil die Hersteller den CO2-Vorteil des Dieselmotors mit immer größeren und schwereren Modellen zunichte gemacht haben, tragen Dieselmotoren nicht zum Klimaschutz bei. Erreichen lässt sich das Klimaziel im Verkehr nur mit sauberen und vor allem deutlich weniger Fahrzeugen.
Autor: red

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Kommentare
Fönix
16.12.2016, 14:45 Uhr
Lächerlich
mit solchen Parolen stellt sich greenpeace in meinen Augen auf eine Stufe mit "Organisationen" wie PETA ff., die mit werbewirksam platzierten demagogischen Brandsätzen versuchen, ihre verschrobenen umweltpolitischen Ziele in den Köpfen unbescholtener Bürger zu verankern. In diesem Fall "vergisst" greenpeace, dass die modernen Benzin-Direkteinspritzer-Motoren (auch und gerade EURO-6) viel mehr Feinststaubpartikel freisetzen als moderne Diesel. Lediglich Mercedes Benz hat angekündigt, ab 2017 entsprechende Filter einzusetzen. Alle anderen Hersteller verstecken sich hinter der Untätigkeit der Politik, obwohl die Kosten dieser Filter im Promillebereich liegen (bezogen auf den Gesamtpreis des Fahrzeuges). Wenn man bedenkt, dass gerade Feinstpartikel im Bereich von 20 Mikrometer lungengängig sind und potentiell Lungenkrebs auslösen, ist diese Haltung um so unverständlicher.
Wenn greenpeace auch nur ansatzweise seriös agieren will, müssten sie solche Aspekte bei der Bewertung der Risikofaktoren des PKW-Verkehrs unbedingt berücksichtigen. Einen Vergleich, der alle diese Gesundheitsgefährdungen mit entsprechender Wichtung einordnet und dem Verbraucher damit ein wirksames Instrument für die Kaufentscheidung zur Verfügung stellt, vermisse ich aber nach wie vor. Deshalb sollten wir Bürger uns von solchen unqualifizierten Beiträgen nicht verrückt machen lassen. Besser ist es, wenn auch ungleich aufwendiger, selber die erforderlichen Informationen zusammenzutragen und dann auch nach eigenen Maßstäben eigenständig zu entscheiden. Bei den derzeitigen Kampagnen werde ich den Verdacht nicht los, dass eine möglichst große Zahl an privaten PKW-Eignern wieder auf "Benziner" getrimmt werden soll. Nachdem der Versuch, deutlich unterschiedliche Preise für LKW- und PKW-Diesel an den Tankstellen zu etablieren, offensichtlich gescheitert ist, wäre ein in der Zukunft deutlich überhöhter Benzinpreis ein anderer Weg, den privaten PKW-Fahrer deutlich mehr zu schröpfen als den gewerblichen. Das wir mit Elektrofahrzeugen in den nächsten 10 Jahren mehr als 20 % der von PKW gefahrenen Kilometer bewältigen, sehe ich noch nicht. Wesentliche Probleme wie z.B. Speicherkapazität und Dauerhaltbarkeit der Akkus, Bedienung von grundlegenden Komfortansprüchen (z.B. Heizung) sowie das Preis-Leistungsverhältnis sind für die breite Masse nicht mal ansatzweise gelöst, der Zeithorizont für eine global wirksame Umstellung auf E-Antrieb beginnt nach meinem Dafürhalten frühestens in 20 Jahren. Da lässt sich mit teurem Benzin noch ganz schön viel Gewinn machen. Und die Steuereinnahmen sprudeln auch.

Fönix
Paulinchen
16.12.2016, 16:12 Uhr
Ach- die Überschlauen Greenpeace-Aktivisten wieder
Die sollten mal bei Daimler- Benz nachfragen, wo dieser Konzern demnächst seine Motorenproduktion errichtet. Das ist dann das AUS in Kölleda, wenn in Polen die Produktion beginnt, oder sieht das jemand etwa anders? Aber es sind ja dann nur Ostdeutsche, die ihren Arbeitsplatz verlieren.
Jens W.
16.12.2016, 22:52 Uhr
Die Ökos wieder
Wer bringt denen denn ihr Tofu? LKWs mit Dieselmotor. Oder Züge mit Diesellok. Wie wird denn heute der Strom hauptsächlich erzeugt? Und wieviele "schädliche" Klimagase kann man mit fossilem Brennstoff erzeugen? Maximal genau soviel, wie das organische Material aufgenommen hat, aus dem Erdöl entstanden ist. Die Natur lässt sich nunmal nicht beschei**en.

Paulinchen: Im Gegenteil. Daimler wird die Produktionszahlen, auch in Kölleda, noch weiter hochfahren und 2025 immernoch mehr Verbrennungsmotoren bauen als es jetzt der Fall ist. Die Planung sieht so aus, wenn die E-Mobilität denn attraktiv werden sollte, das frühestens 2030 die Anzahl von neu produzierten Daimler Motoren allmählich unter das heutige Niveau absinkt. Und auch das ist angesichts des Kosten- und Qualitätsvorteils des Standorts Kölleda kein Problem. Aktuell kommt fast die Hälfte und somit der größte Anteil aller Mercedes Motoren aus Kölleda. In 2016 über 1,1 Millionen. Tendenz steigend.
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