So, 13:40 Uhr
18.12.2016
Meldungen aus der Region
1. Geschichtliche Nachtführung durch Etzleben
Im November war es endlich soweit, der ehrenamtliche Heimatforscher Eric Schramm begrüßte zu seiner ersten geschichtlichen Nachtführung fast 30 Etzlebener von 8 bis 80 Jahren....
Durch seine Recherchen der letzten zwei Jahre in Archiven, Kirchenblättern, Schüler- und Studienarbeiten, auf Landrats- und in Standesämtern bekam Eric Schramm eine Fülle von Informationen die den kleinen Ort auf dem Spiegel der großen weltgeschichtlichen Themen abbildeten.
Unterstützung fand er natürlich auch bei den älteren, schon über viele Generationen in Etzleben beheimateten Einwohnern, die mit ihrer Familien- und Hofgeschichte viele wichtige Details für das Gesamtbild der Dorfentwicklung einfügen konnten. Begonnen mit der ersten urkundlichen Erwähnung, einer Schenkungsurkunde an das Kloster Eiteslebe aus dem Jahre 750 über den Siebenjährigen Krieg, wo 1757 die durch den Krieg schon schwer gebeutelten Einwohner von Etzleben 2000 Mann französisches Fußvolk und Reiter einquartieren und versorgen mussten (damals gab es keine 60 Haushalte in Etzleben), die in den Weltkriegen gefallenen Einwohner Etzlebens bis hin zum mutigen Handeln der Einwohner zur Rettung des Dorfes vor der Zerstörung durch die nahenden Amerikaner 1945 wurde durch Eric Schramm ein Bogen geschlagen.
Allein diese Geschichte und nachweisliche Einzelschicksale wären schon ein abendfüllendes Programm, aber es war ja eine Wanderung, und so ging es vom Denkmalsgarten in Richtung Unterdorf, vorbei an dem Gasthof Ruppe, an dessen Stammtischen schon seit 1902 Pläne geschmiedet, Politik diskutiert und das Leben gefeiert wurde, bishin zur alten Vogtei der Familie Fröbus. Als Verwaltungsmittelpunkt der frondienstpflichtigen Bauern der Ländereien des Zisterzienser Nonnenkloster von Frankenhausen war es der Nabel der Region im 13. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört und wieder aufgebaut, bewohnt und bewirtschaftete schon seit dem 18. Jahrhundert die Familie Fröbus dieses Anwesen. Vorbei am Hof der Familie Windrich, dessen Geschichte und Geschichten auch gern von Herr und Frau Windrich zum alljährlichen Flohmarkt bei einem Tässchen Kaffee und einem Stück selbstgebackenen Kuchen preisgegeben werden, erreichte der mit Taschenlampen und Laternen beleuchtete Zug der Neugierigen die 1575, auf den Grundmauern eines schon im 12 Jahrhundert erstellten Sakralbaues, erbaute Kirche St. Laurentius auf dem höchsten Punkt des ehemaligen Dorfes.
Mit den Ergänzungen der Mitglieder des Kirchenbeirates konnte Herr Schramm einen umfassenden Überblick, gespickt mit zahlreichen Anekdoten über das Verschwinden eines Kronleuchters und dem plötzlichen Einbau von neuen Bleiglasfenstern zu DDR- Zeiten, Fensterflügeln, die direkt vor einer Mauern sitzen und vom Etzlebener Rutenmaß, dass als Streitschlichter mancher handfester Auseinandersetzung mit den Bücheler Ackerbesitzer bei einer Kirmes um 1825 beschlossen und begossen wurde, geben. Die Etzleber Halbe Rute ist immer noch an der Rückseite der Kirche markiert, bemisst 220 Zentimeter und war bis 1885 ein gültiges Landmaß.
Nach fast zwei Stunden mit Erläuterungen, Gesprächen und einer Wegstrecke von vielleicht 250 Meter waren doch alle Teilnehmer erstaunt wie viel Geschichte in einem so kleinen Dorf steckt und dass sie eigentlich nur einen Bruchteil davon berühren konnten. Damit war es beschlossene Sache, dass es Eric Schramm mit diesem einen Rundgang nicht belassen konnte. Die vielen Fragen nach anderen Gebäuden, Flurnamen und den Mühlen der Gemeinde muss er bei einer weiteren abendlichen Dorfbegehung beantworten.
Dieses Muss übernimmt der engagierte Familienvater aber gern, weil er durch die Dankbarkeit, dem Sachverstand und das überwältigende Interesse der Teilnehmer auch eine Bestätigung für seine vielen Stunden der Recherche, der Entzifferung von Handschriften aus dem Althochdeutschen und der ungezählten Stunden die er in Archiven zugebracht hat, bekam.
Text und Foeos: Peter Keßler
Autor: khhDurch seine Recherchen der letzten zwei Jahre in Archiven, Kirchenblättern, Schüler- und Studienarbeiten, auf Landrats- und in Standesämtern bekam Eric Schramm eine Fülle von Informationen die den kleinen Ort auf dem Spiegel der großen weltgeschichtlichen Themen abbildeten.
Unterstützung fand er natürlich auch bei den älteren, schon über viele Generationen in Etzleben beheimateten Einwohnern, die mit ihrer Familien- und Hofgeschichte viele wichtige Details für das Gesamtbild der Dorfentwicklung einfügen konnten. Begonnen mit der ersten urkundlichen Erwähnung, einer Schenkungsurkunde an das Kloster Eiteslebe aus dem Jahre 750 über den Siebenjährigen Krieg, wo 1757 die durch den Krieg schon schwer gebeutelten Einwohner von Etzleben 2000 Mann französisches Fußvolk und Reiter einquartieren und versorgen mussten (damals gab es keine 60 Haushalte in Etzleben), die in den Weltkriegen gefallenen Einwohner Etzlebens bis hin zum mutigen Handeln der Einwohner zur Rettung des Dorfes vor der Zerstörung durch die nahenden Amerikaner 1945 wurde durch Eric Schramm ein Bogen geschlagen.
Allein diese Geschichte und nachweisliche Einzelschicksale wären schon ein abendfüllendes Programm, aber es war ja eine Wanderung, und so ging es vom Denkmalsgarten in Richtung Unterdorf, vorbei an dem Gasthof Ruppe, an dessen Stammtischen schon seit 1902 Pläne geschmiedet, Politik diskutiert und das Leben gefeiert wurde, bishin zur alten Vogtei der Familie Fröbus. Als Verwaltungsmittelpunkt der frondienstpflichtigen Bauern der Ländereien des Zisterzienser Nonnenkloster von Frankenhausen war es der Nabel der Region im 13. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört und wieder aufgebaut, bewohnt und bewirtschaftete schon seit dem 18. Jahrhundert die Familie Fröbus dieses Anwesen. Vorbei am Hof der Familie Windrich, dessen Geschichte und Geschichten auch gern von Herr und Frau Windrich zum alljährlichen Flohmarkt bei einem Tässchen Kaffee und einem Stück selbstgebackenen Kuchen preisgegeben werden, erreichte der mit Taschenlampen und Laternen beleuchtete Zug der Neugierigen die 1575, auf den Grundmauern eines schon im 12 Jahrhundert erstellten Sakralbaues, erbaute Kirche St. Laurentius auf dem höchsten Punkt des ehemaligen Dorfes.
Mit den Ergänzungen der Mitglieder des Kirchenbeirates konnte Herr Schramm einen umfassenden Überblick, gespickt mit zahlreichen Anekdoten über das Verschwinden eines Kronleuchters und dem plötzlichen Einbau von neuen Bleiglasfenstern zu DDR- Zeiten, Fensterflügeln, die direkt vor einer Mauern sitzen und vom Etzlebener Rutenmaß, dass als Streitschlichter mancher handfester Auseinandersetzung mit den Bücheler Ackerbesitzer bei einer Kirmes um 1825 beschlossen und begossen wurde, geben. Die Etzleber Halbe Rute ist immer noch an der Rückseite der Kirche markiert, bemisst 220 Zentimeter und war bis 1885 ein gültiges Landmaß.
Nach fast zwei Stunden mit Erläuterungen, Gesprächen und einer Wegstrecke von vielleicht 250 Meter waren doch alle Teilnehmer erstaunt wie viel Geschichte in einem so kleinen Dorf steckt und dass sie eigentlich nur einen Bruchteil davon berühren konnten. Damit war es beschlossene Sache, dass es Eric Schramm mit diesem einen Rundgang nicht belassen konnte. Die vielen Fragen nach anderen Gebäuden, Flurnamen und den Mühlen der Gemeinde muss er bei einer weiteren abendlichen Dorfbegehung beantworten.
Dieses Muss übernimmt der engagierte Familienvater aber gern, weil er durch die Dankbarkeit, dem Sachverstand und das überwältigende Interesse der Teilnehmer auch eine Bestätigung für seine vielen Stunden der Recherche, der Entzifferung von Handschriften aus dem Althochdeutschen und der ungezählten Stunden die er in Archiven zugebracht hat, bekam.
Text und Foeos: Peter Keßler




